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Geltendmachung von Mängeln gegenüber Bauträger

10.10.2013 11:02 |
Preis: ***,00 € |

Baurecht, Architektenrecht


Zusammenfassung: Wie kann ich verhindern, dass eine Verjährungsfrist verstreicht, wenn der Bauträger sich "taub" stellt?

Ich habe vor 4 Jahren und 10 Monaten ein Haus vom Bauträger gekauft. In 2 Monaten endet also die Gewährleistung.

Es gibt einige Mängel (defekte Fliesen, Risse bei Innenwänden, Dachkonstruktion), die sich der Geschäftsführer des Bauträgers vor Ort angesehen hat. Er sagte zwar zu, sich um Behebung zu kümmern, reagierte aber nicht.

Daraufhin habe ich in einem Brief am 09.09.2013 insgesamt 9 Mängel detailliert beschrieben und fast vollständig mit "Beweisfotos" ergänzt. Darin habe ich eine Frist bis zum 20.09.2013 gesetzt, bis zu welcher der Bauträger schriftlich zu meinem Schreiben Stellung nehmen und mir über seine Planungen zur Mängelbeseitigung berichten soll. Die Frist ist ohne Reaktion verstrichen.

Das Schreiben ist ihm per Einschreiben mit Rückschein, per Fax (mit Sendenachweis) sowie E-Mail (Sendebestätigung wurde nicht bestätigt) zugegangen.

Ist durch meine Mängelanzeige die Frist von 5 Jahren aufgeschoben oder endet diese nach 5 Jahren auch dann, wenn der Bauträger nicht reagiert?

Was kann ich alternativ tun, um die Frist nicht einfach verstreichen zu lassen?

Danke!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Ich gehe davon aus, dass die Zustellung Ihres Schreibens vom 09.09.2013 an den Bauträger nachgewiesen werden kann.

Zu Ihren Fragen:

1.
Ihre Frage: Ist durch meine Mängelanzeige die Frist von 5 Jahren aufgeschoben oder endet diese nach 5 Jahren auch dann, wenn der Bauträger nicht reagiert?

Die Verjährungsfrist von fünf Jahren kann durch die Aufnahme von Verhandlungen unterbrochen werden (§ 204 Bürgerliches Gesetzbuch). Da sich die Gegenseite verweigert, dürften „Verhandlungen" im Sinne des Gesetzes also eher nicht vorliegen. Eine Hemmung liegt hier nicht vor.

2.
Ihre Frage: Was kann ich alternativ tun, um die Frist nicht einfach verstreichen zu lassen?

Es gibt zwei sichere Wege, um zum einen die Verjährung zu verlängern und zum anderen den Bauträger zu einer Reaktion zu zwingen. Dabei handelt es sich zum einen um das Selbständige Beweisverfahren oder um eine „normale" Klage.

Das Selbständige Beweisverfahren ist darauf gerichtet, den Schaden und die Schadensursachen zu ermitteln. Aufgrund der Ergebnisse muss dann ggfs. noch eine Klage eingereicht werden, um die Mängel zu beseitigen oder einen finanziellen Ausgleich zu schaffen.

Im Rahmen einer „normalen" Klageverfahrens ist ein Sachverständigengutachten (voraussichtlich) ebenfalls erforderlich. Durch Urteil oder Vergleich können die vorgenannten Rechtsfolgen ebenfalls herbeigeführt werden.

Die Verjährung wird während der Dauer der Klage oder des Selbständigen Beweisverfahrens gehemmt.

Tipp:
- Beachten Sie, dass Sie in beiden Fällen als Kläger oder Antragsteller die Kosten vorverauslagen müssen; das gilt auch für die Kosten des Gutachtens, das in Ihrem Fall bei ein- bis zweitausend Euro liegen kann. Im Erfolgsfall sind diese Kosten von dem Unterliegenden zu erstatten.
- Da noch ein wenig Zeit verbleibt können Sie durch das Einschalten eines Anwalts und einen entsprechend formulierten Anwaltsbrief versuchen, die Angelegenheit noch außergerichtlich zu erledigen.
- Liegt Ihnen noch die Gewährleistungsbürgschaft des Bauträgers vor? Hieraus mag sich noch eine Möglichkeit ergeben, um Druck auf den Bauträger auszuüben.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Jürgen Nelsen, Rechtsanwalt

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