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Geltendmachung Verluste


| 22.09.2006 10:12 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA



Guten Morgen Herren und Damen Anwälte,

wie können Verluste des Gesellschafters und des Geschäftsführers nach Konkurs GmbH geltend gemacht werden?

Nachfolgend der Hintergrund:

GmbH-Eröffnung 1.1.2000.
Eröffnung des Insolvenzverfahrens 2001
Einstellung Insovenzverfahren mangels Masse 2004
Für die GmbH wurde mangels Steuerberater keine Bilanz erstellt

Verluste der Gesellschafter (Geltendmachung 2004 - wie?)
Verlust Stammkapital
Haftungsinanspruchnahme Bank für Darlehn GmbH zuzüglich Zinsen
Darlehn an GmbH des Gesellschafters
nicht erstattete Reisekosten
nicht ausgezahltes Gehalt


Verluste des Geschäftsführers (nur Arbeitnehmer - keine Beteiligung an GmbH? Geltendmachung 2004? Wie?
Haftungsinanspruchnahme Bank für Darlehn GmbH zuzüglich Zinsen
Verlust Direktversicherung (Vertrag wurde von Versicherung gekündigt - keine Rückzahlung erfolgt - da kein Rückkaufwert)


Die vorgenannten Verluste wurden zur Insolvenztabelle angemeldet aber vom Konkursverwalter in voller Höhe bestritten

Vielen Dank für Ihre Bemühungen.
Sehr geehrte Ratsuchende,

Ihre Anfrage beantworte ich auf Grundlage Ihrer Angaben wie folgt:

1. Verluste der Gesellschafter

Die Gesellschafter der GmbH können Ihre Verluste im Rahmen der Steuererklärung für 2004 geltend machen. Die Verluste des Stammkapitals und der Inanspruchnahme aus dem Darlehen gegenüber der Gesellschaft ist bei der Steuererklärung in den Anlagen

- Einkünften aus Gewerbebetrieb bzw.
- Einkünfte aus Kapitalvermögen/Beteiligungen anzugeben.

Hierbei ist zu berücksichtigen, daß die Inanspruchnahme aus der Bürgschaft dann steuermindernd berücksichtigt werden kann, wenn die Bürgschaft den Anschaffungskosten der Beteiligung an der GmbH zugerechnet werden kann bzw. dem Erhalt der Beteiligung diente.

Hinsichtlich der Reisekosten bzw. des nicht ausgezahlten Gehalts liegt hier kein Verlust i.S.d. des EstG vor. Vielmehr entsteht hier ein möglicher Verlust, aus der Geltendmachung von Werbungskosten. Die Werbungskosten werden in der Anlage Einkünfte aus unselbständiger Arbeit geltend gemacht.

Gehaltszahlungen an Gesellschafter sind eigentlich unüblich und stellen in der Regel eine verdeckte Gewinnausschüttung dar.

2. Geschäftführer

Die Geltendmachung nicht ausgezahlten Gehalts als Verlust ist ebenfalls nicht möglich. Insoweit kann hier ein Verlust nur entstehen, wenn die Werbungskosten aus unselbstständiger Arbeit die Einkünfte aus unselbstständiger Arbeit überschreiten.

Die Inanspruchnahme aus einem Darlehen durch die Gläubigerbank können nicht als zusätzliche Anschaffungskosten für eine Beteiligung abgesetzt werden, da wie Sie ausführen, eine Beteiligung an der GmbH nicht vorlag.

Auch unterfällt eine solche Inanspruchnahme nicht den Werbungskosten aus Kapitalvermögen.

Möglich wäre allenfalls eine Berücksichtigung als Werbungskosten aus nichtselbständiger Arbeit.

Bürgschaftszahlungen können dann als Werbungskosten aus nichtselbständiger Arbeit in Abzug gebracht werden, wenn sie überwiegend durch das Arbeitsverhältnis und nicht durch das Gesellschaftsverhältnis veranlasst sind.

Eine Berücksichtigung der Bürgschaftsinanspruchnahme kommt dann in Betracht, wenn der Arbeitnehmer das Risiko der Inanspruchnahme aus beruflichen Gründen bewusst auf sich genommen hat. Eine Voraussetzung dafür ist, dass ein Außenstehender (z.B. Bank) angesichts der finanziellen Situation der GmbH dieses Risiko nicht eingegangen wäre. Außerdem müssen konkrete berufliche Gründe für das Eingehen des Risikos gegeben sein, z.B. die Sicherung oder Erhaltung des Arbeitsplatzes und Überschuldungsbeseitigung. Im Zweifel hat der Arbeitnehmer die "Beweislast".

Wenn dagegen der Arbeitnehmer nicht nur unbedeutend an der GmbH beteiligt ist, geht die Rechtsprechung grundsätzlich von einer Veranlassung der Bürgschaftsübernahme durch das Gesellschaftsverhältnis aus. In diesen Fällen kann nur beim Vorliegen besonderer, sich aus der Arbeitnehmerstellung ergebener, Umstände eine Veranlassung durch das Arbeitsverhältnis vorliegen.

Die Beiträge der Direktversicherung müßten bereits zu den Zeiten der Einzahlungen steuerlich berücksichtigt worden sein, so daß eine Ansetzung des Verlustes nicht mehr möglich erscheint.

Hinsichtlich der Anmeldung der Verluste zur Tabelle und dem Bestreiten durch den Insolvenzverwalter hat dies auf die steuerrechtlichen Tatbestände keinen Einfluß. Soweit der Insolvenzverwalter nicht nur vorläufig die Forderungen bestritten hat, sondern endgültig, sollten Sie zudem an eine Feststellungsklage gegen den Insolvenzverwalter denken.

Ich hoffe Ihnen einen ersten Überblick verschafft zu haben. Da es sich um eine nicht alltägliche Steuermaterie handelt, die zudem für den Veranlagungszeitraum 2004 geltend zu machen ist, empfehle ich dringend einen Kollgegen bzw. einen Steuerberater vor Ort einzuschalten, da ich Ihnen im Rahmen dieser Beratung nur einer Übersicht gegen kann. Für eine zielgerichtetes Vorgehen bedarf es der genauen Prüfung des steuerlich maßgebenden Sachverhaltes.

Mit besten Grüßen

RA Schröter

Nachfrage vom Fragesteller 23.09.2006 | 09:28

Sehr geehrter Herr RA Schröter,

zunächst einmal vielen Dank für die schnelle und kompetente Beantwortung meiner Frage.

Leider ist mir doch einiges noch unklar.

Zu Punkt 1:

Verlust Gesellschafter (Anteil Gesellschaft 50 %)

das sogenannte Gehalt des Gesellschafters wurde in Absprache mit dem damaligen Steuerberater in Form einer Tätigkeitsvergütung ausgezahlt. Die Abrechnung erfolgte auf Lohnsteuerkarte ihm Rahmen der nichtselbständigen Tätigkeit. Die Lohnsteuer wurde von der GmbH einbehalten und abgeführt. Hierbei wurden jedoch 2 Monatsgehälter (hier der Nettobetrag) nicht ausbezahlt. Eine Betriebsprüfung der GmbH ergab keine anderen Anhaltspunkte. Der Gesellschafter wurde lediglich mit der 1%-Regel für Dienstwagen belastet. Weitere Gewinne wurden nicht erzielt. Ebenfalls wurde keine Körperschaftssteuer gezahlt. Die Reisekosten entstanden im Rahmen der unselbständigen Arbeit. Seitens des Arbeitsamtes fiel der Gesellschafter jedoch nicht unter das Insolvenzrecht und erhielt keinen Ausgleich, da Gesellschafter mit 50 %.
Ist Ihre Antwort jetzt so zu verstehen, dass alle Verluste (Stammkapital, Darlehn,) unter Verluste aus Gewerbebetrieb fallen? Der Gesellschafter hat auch in 2004 einen Gewerbebetrieb. Heisst das dann Verrechnung der Verluste? Im Jahr 2004 hat der Gesellschafter keine Einkünfte aus Kapitalerträgen.

Zu 2

die damalige Geschäftsführerin hat auch im Jahr 2004 nur Einkünfte aus Gewerbebetrieb und hat keine Einkünfte aus unselbständiger Arbeit. Im Jahr 2000 erhielt sie Insovenzgeld vom AA, da sie an der Gesellschaft nicht beteiligt war. Was passiert jetzt mit ihren Verlusten? Bezüglich der Direktversicherung war die Frage vielleicht missverständlich. Es geht hier um den Verlust der Einzahlung, da die Versicherung den Vertrag gekündigt hat und weder an die GmbH noch an mich Zahlungen geleistet hat. Die Einzahlung betrug 3.400 DM (im Jahr 2000). Die Versicherung wurde 2001 gekündigt, da keine Zahlungen der GmbH erfolgten, eine Weiterführung auf privater Basis wurde abgelehnt, ein Rückkaufwert war nicht vorhanden.

Ich würde mich freuen, wenn Sie mir noch einmal antworten.

Mit freundlichem Gruss

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 26.09.2006 | 22:37

Sehr geehrte Ratsuchende,

ein entsprechender Verlust der Einlage sowei eines gewährten Darlehens unterfällt § 17 EStG (Einkünfte aus Gewerbebetrieb) und kann damit als Liquidationsverlust steuerlich geltend gemacht werden.

Auch hinsichtlich der Geschäftsführerin können die Verluste aus dem Darlehen wie bereits dargelegt im Rahmen der unselbständigen Arbeit geltend gemacht werden. In gewissen Grenzen ist eine Verlustverrechnung über die verschiedenen Einkommensarten hinweg z.B. mit den Einnahmen aus Gewerbebetrieb möglich.

Allerdings sei darauf hingewiesen, daß es sich bei den Verlusten aus dem Darlehen nicht um Verluste aus einem Gewerbebetrieb handelt.

Die Beiträge zur Direktversicherung wurde wohl durch die GmbH geleistet, so daß Sie durch fremde Leistungen einen möglichen Anspruch erworben haben. Den Verlust der Einzahlung könnte allenfalls die GmbH geltend machen. Eine Geltendmachung des Verlustes durch die Geschäftsführerin wäre allenfalls denkbar, wenn die Beiträge Gehaltsbestandteil gewesen wären.

Ich hoffe Ihre Nachfragen umfassend beantwortet zu haben und wäre für eine posotive Bewertung dankbar.

Mit besten Grüßen

RA Schröter

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