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Geliehenes Geld wird nicht zurückgezahlt...


08.05.2011 13:41 |
Preis: ***,00 € |

Sozialrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Susanne Ziegler



Hallo liebe Rechtsspezialisten,

eine Person schuldet mir Geld, welches ich ihr geliehen habe, nimmt es mit der Rückzahlung aber leider alles andere als genau. Mein Problem: es gibt so gut wie nichts Schriftliches.
Als sie sich vor nicht mal einem Jahr selbständig gemacht hat, stand sie leider mittellos da, daher habe ich ausgeholfen:

- xxx Euro für Kleidung (EC-Zahlung)
- xxxx Euro für ein Foto-Shooting (bar)
- xxxx Euro in Form eines Kredits, den ich für sie aufnahm

Der Kredit wurde mit einer langen Laufzeit gewählt, um die Rate so klein wie möglich zu halten. Sie versicherte mir, dass sie mir eine SO kleine Rate – xx,yy Euro – auf jeden Fall jeden Monat zurückgeben kann. Egal, ob das Geschäft gerade gut oder schlecht läuft.

Für die Kleidung besitze ich noch die Kaufbelege, auch habe ich natürlich die Kredit-Unterlagen. Ich habe Fotos von ihr aus der Umkleidekabine (nicht heimlich, auf ihren Wunsch hin), auf denen sie die Kleidung gerade trägt. Auch auf den Fotos des Shootings, welches wenige Tage später stattfand und bei dem ich dabei war, trägt sie diese Kleidung. Vom Shooting selbst gibt es leider keinerlei Kaufbelege.

Wie gesagt, es gibt leider keine schriftlich fixierte Rückzahlungsvereinbarung. Ich habe allerdings eine Masse an Mails, SMS und Chat-Protokollen, die zusammen betrachtet eine wie ich finde unmissverständliche Situation darstellen. Immer wieder beteuerte sie mir, alles zurückzuzahlen.

Da ich mittlerweile keine leeren Versprechungen mehr hören kann, überlege ich, einen juristischen Weg einzuschlagen. Ein Schreiben von einem Anwalt kann ja manchmal wahre Wunder bewirken. Mein Ziel ist einfach nur, dass sie ihr Wort hält und mir monatliche einen kleinen Teil zurückzahlt.

Für den Fall, dass auf ein Anwaltsschreiben keine Besserung der Situation erfolgt, würde ich gerne wissen, wie mit den vorliegenden Fakten (leider eher Indizien, ich weiß...) meine Chancen vor Gericht stehen würden.

Vielen Dank im Voraus!
Sehr geehrter Fragesteller,

ich bedanke mich für Ihre Frage, die ich gerne im Rahmen einer ersten Einschätzung beantworte:

Wenn es zum Streit über die Hingabe eines Darlehens kommt, muss der Darlehensgeber – hier also Sie – vor Gericht beweisen, wie viel Geld sie verliehen haben und auch unter welchen Bedingungen, Rückzahlungsmodalitäten.

Wenn es hierüber keinen Vertrag gibt, können auch Zeugen oder andere Schriftstücke, die sich auf das Darlehen beziehen, helfen. Allein die Kaufbelege und Ihr extra aufgenommener Kredit beweisen noch nicht, dass Sie das Geld verliehen haben. Oftmals kommt von der Gegenseite dann der Vortrag, es handele sich um ein Geschenk.

Dann ist es an Ihnen, das Darlehen zu beweisen. Wenn Sie Schriftstücke haben, in dem die Gegenseite eindeutig versichert, Geld zurückzuzahlen, spricht dies für Sie und ein Darlehen.

Wenn ich Sie richtig verstehe, werden die mündlich vereinbarten Raten nicht gezahlt. Der wiederholte Verzug mit Ratenzahlungen stellt grds. einen wichtigen Grund dar, der Sie zu der fristlosen Kündigung des Darlehensvertrages berechtigt. Diese müssen Sie am besten schriftlich gegenüber der Gegenseite erklären. Tragen Sie Sorge dafür, dass Sie später im Streitfall den Zugang der schriftlichen fristlosen Kündigung nachweisen können ( z.B. durch Einschreiben mit Rückschein ). Zugleich sollten Sie dann zur Rückzahlung der gesamten Restforderung unter Fristsetzung auffordern.

Sie können damit auch einen Rechtsanwalt beauftragen. Die Rechtsanwaltsgebühren berechnen sich dabei nach dem Gegenstandswert, also in Ihrem Fall, die noch offene Darlehenssumme. Wenn sich die Gegenseite in Verzug befindet, ist sie auch verpflichtet, die Rechtsanwaltskosten entsprechend zu erstatten.

Wenn die Gegenseite auf die Kündigung / Rückzahlungsaufforderung nicht reagiert, können Sie entweder einen Mahnbescheid beantragen oder Klage einreichen. Wenn der Streitwert unter 600,- €
liegt und die Gegenseite im gleichen Landgerichtsbezirk wohnt wie Sie, müssen Sie in NRW grundsätzlich zunächst ein Schlichtungsverfahren vor einer Klageerhebung einleiten. Deshalb empfiehlt sich dann oftmals der Antrag auf einen Mahnbescheid.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort einen ersten Überblick über die Rechtslage verschafft zu haben. Bitte berücksichtigen Sie, dass es sich bei meiner Antwort, basierend auf den von Ihnen gemachten Angaben, nur um eine erste rechtliche Einschätzung des Sachverhaltes handelt. Diese kann eine umfassende Begutachtung nicht ersetzen. Abweichende Informationen, die Ihnen geringfügig erscheinen mögen, können schon zu erheblich unterschiedlichen rechtlichen Beurteilungen führen.

Sie können natürlich gerne im Rahmen der Nachfrageoption auf diesem Portal oder über meine E-Mail-Adresse mit mir Verbindung aufnehmen.

Mit freundlichen Grüßen

S. Ziegler
Rechtsanwältin, Dortmund

Nachfrage vom Fragesteller 08.05.2011 | 14:40

Sehr geehrte Frau Ziegler,

vielen lieben Dank für Ihre rasche Antwort.

Ich hoffe, dass ich mit meiner Rückfrage nun nicht den Rahmen sprenge und würde mich über eine erneute Antwort von Ihnen sehr freuen.

(Am wichtigsten wäre mir hier meine erste Frage, da ich Sie hier nicht ganz verstanden habe.)

[1]
Welchen Darlehensvertrag soll ICH denn schriftlich kündigen? Ich (als Kreditnehmer) kann doch nicht der Bank (Kreditgeber) kündigen, nur weil Person X, die mit der Bank gar nichts zu tun hat, mir das Geld für die Rate nicht monatlich zukommen lässt. Oder habe ich Sie da jetzt falsch verstanden?

[2]
Das Geld aus dem Kredit habe ich von meinem Konto abgehoben und der Person dann bar ausgehändigt. Direkte Zeugen hierfür gibt es leider nicht. Ich habe aber genug Personen, die den Fall in Gänze, so wie von mir beschrieben, bestätigen würden. Erst Recht, dass es sich dabei NICHT um Geschenke (weder Kleidung, noch Shooting, noch Kredit) handelte! Ist das was wert?

[3]
Die "Schriftstücke", in denen mir die Rückzahlung zugesichert wird, sind alle elektronischer Natur, z.B. eMail. Können mir diese dennoch weiterhelfen?

Mit freundlichen Grüße, der Geprellte.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.05.2011 | 15:03

Zu Ihren Nachfragen:

1.) Wenn, die Person, der Sie Geld geliehen haben, die Raten nicht zahlt, können Sie dieser Person den Darlehensvertrag – auch wenn dieser nur mündlich geschlossen wurde – kündigen. Allein darauf beziehen sich meine Ausführungen. Sie als Darlehensgeber müssen der Person, der Sie Geld für die Kleidung, Foto-Shootimg etc. geliehen haben, kündigen!

Den Vertrag, den Sie mit der Bank geschlossen haben, müssen Sie trotzdem erfüllen. Eine Kündigungsmöglichkeit o.ä. besteht hier grds. nicht, wenn Ihr Grund für die Kreditaufnahme bei der Bank „schief geht".

2.) Zeugen, die nicht direkt dabei waren, sondern nur über Dritte von etwas Kenntnis haben, sind „Zeugen vom Hörensagen". Diese helfen nicht weiter. Ein Zeuge muss immer über eigene Wahrnehmungen berichten können, um hilfreich zu sein.

Es würde aber helfen, wenn Zeugen aussagen können, dass die betreffende Person später eingeräumt hat, Geld aus Darlehen zu schulden, wenn sie es selbst gehört haben.

Auch wenn Sie Ratenzahlungen belegen können ( Kontoauszug, Quittungen ), wäre dies ein Indiz für ein zurückzuzahlendes Darlehen. Wenn man solche Tatsachen darstellen kann, müsste die Gegenseite sich hierzu konkret und im Detail äußern bei Gericht.

3.) Auch Emails können, ausgedruckt als Beweisurkunde dienen. Sie sollten diese in jedem Fall sichern ( abspeichern und ausdrucken ).

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