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Geliehenes Geld an eine Bekannte

| 31.07.2019 09:42 |
Preis: 35,00 € |

Kredite


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


Zusammenfassung: Anspruch auf Erstattung von Reisekosten eines Mitreisenden.

Hallo,

ich hoffe, dass mir jemand helfen kann. Eine „Freundin" (ich bezeichne sie nicht mehr so) schuldet mir eine größere Summe Geld, meldet sich nicht mehr und hat mich scheinbar blockiert.
Ich schildere ein Mal den genauen Sachverhalt:

Im Februar oder März haben ich und eine Bekannte, mit der ich mich richtig gut verstanden habe, beschlossen im Juni nach New York zu fliegen. Ich hatte sie gefragt, ob sie mitkommen möchte und sie meinte, dass sie dabei wäre. Es ging an die Planung und wir hatten Mitte April gemeinsam über einen Reiseveranstalter Flug und Hotel gebucht - 776€ pro Person. Die Buchung lief über ihren Namen. Eine Anzahlung von 311€ war sofort fällig, welche jede von uns separat getätigt hatte; der Rest der Summe war 1 Monat vor Reiseantritt zu zahlen. Bis dahin war alles normal. Es bestand normaler Kontakt zwischen uns.
Etwa einen Monat nach der Buchung schrieb sie mir, dass sie vom Reiseveranstalter eine Nachricht bekommen hätte, dass es Probleme mit den Flügen gäbe. Auf Nachfragen hin ihrerseits sollte die Reise pro Person plötzlich 1200€ kosten, anstatt 776€. Der Reiseveranstalter wollte jedoch nach Alternativen suchen. Scheinbar gab es die nicht und wir wussten, dass wir die neue Summe nicht zahlen konnten.
Am 21.5. hatte sie geschrieben, dass sie überlegt die Reise zu stornieren und dass wir bei Expedia schauen sollten. Laut ihrer Aussage hatte der Reiseveranstalter dann angeboten die Reise kostenlos zu stornieren, welches wir dann auch gemacht haben (es lief alles über sie, das hatte sie am 28.5. geschrieben und gemacht).
Kurz darauf hatte sie Post von der Rentenversicherung bekommen und es gab Probleme mit ihrer Rente oder ähnlichem, jedenfalls meinte sie, dass sie es sich nun nicht mehr leisten könne mit nach New York zu kommen.
Daraufhin hatte ich ihr angeboten, das Geld zu leihen, da sie sich ja auch auf New York gefreut hatte. Nach einigen Überlegungen hatte sie das Angebot angenommen und gesagt, sie würde es zurückzahlen, sobald sie Geld über hatte. Ich hatte ihr vertraut und zu dem Zeitpunkt nie daran gezweifelt, dass sie dies nicht tun würde.
Ich hatte mich dann auf die Suche nach neuen Angeboten gemacht und über Expedia geschaut und hatte ihr die Angebote via WhatsApp geschrieben und sie meinte, dass sie mir da vertraut und ich buchen kann.
Ich hatte dann ein Angebot gefunden, welches ich auch gebucht hatte - 856€ pro Person, plus 39,90€ für den Flughafentransfer. Am 21.6. sollte es also nach New York gehen.
Die ganze Zeit über bestand normaler Kontakt und Planungen für die Reise fanden statt.

Anfang Juni hatte ich bei ihr nachgefragt, ob denn das Geld vom Reiseveranstalter davor schon da wäre, weil ich auf meinem Konto bisher noch nichts hatte (von der Stornierung). Sie wollte sich darum kümmern. Ich hatte beim Reiseveranstalter auch noch nachgefragt, weil ich es komisch fand, dass noch nichts da war und mir wurde mitgeteilt, dass man die Kontodaten nochmals angeben musste, damit sie das Geld überweisen konnten - nur bei Zahlung per Kreditkarte würde es automatisch passieren.
Dies hatte ich der Bekannten mitgeteilt und sie wollte dies tun.
Bis hin zur Abreise kam von diesem Reiseveranstalter kein Geld.

2 Tage vor Abflug schrieb sie mir, dass sie sich erkältet hatte. Einen Tag vorher(es war ein Donnerstag), am frühen Abend um 18 Uhr kam dann ihre Absage, dass sie eine Nasennebenhöhlenentzündung hat und sie nicht fliegen darf. Es täte ihr Leid, sie wünscht mir viel Spaß. Ebenso hatte sie geschrieben, dass sie am Montag ihre Rente bekäme und sie mir dann den ersten Teil des Geldes, was ich ihr geliehen hatte, geben würde.
Daraufhin hatte ich ihr nochmal geantwortet, aber es kam keine Antwort mehr bei WhatsApp. Es schien als würden die Nachrichten nicht ankommen. Auch eine andere Nachricht mit einem Bild, von etwas, was ich ihr mitgebracht hatte, blieb ohne Antwort.
Also hatte ich ihr bei Facebook geschrieben und es ihr dort geschickt. Dort war der Kontakt wieder normal und wir schrieben im Facebook Messenger weiter. Scheinbar gab es Probleme mit ihrem WhatsApp.

Die Rückerstattung des anderen Reiseveranstalters war immer noch nicht da, wonach ich immer wieder gefragt hatte. Laut ihrer Aussage gab es da wieder Probleme, dass sie eine Rechnung mit der Stornierungsgebühr bekommen hätte. Sie wollte sich darum kümmern, da ein Freund von ihr Jura studiert.
Am 10.7. hatte ich dezent nachgefragt, wann sie denn schon einen Teil an mich überweisen könnte, da ich eine Zugfahrt zu bezahlen hatte (der erste Teil des Geldes, was sie gesagt hatte, das sie überweisen würde, war nicht da). Sie antwortete am 11.7., dass sie etwas Geld über hätte und sie mir das Geld überweisen würde. Ich hatte ihr nochmals meine Kontodaten geschickt.
Der Kontakt bestand immer noch nochmal, wir planten auch noch ins Kino zu gehenden wir schrieben normal weiter.
Geld kam immer noch keins, weder von ihr, noch von der Anzahlung. Am 15.7. hatte ich nochmals erwähnt, dass die Anzahlung immer noch nicht da wäre, ebenso am 16.7., woraufhin ich auch erwähnte, dass von ihr auch nichts da war und ich ihr Bescheid geben würde, sobald es da ist.
Ihre Antwort war, dass es ihr Leid täte, sie hätte einen Zahlendreher bei der Kontoverbindung. Sie war aber bei der Bank und die konnten das Geld zurückbuchen und dass es geändert wurde - das Geld sollte am Freitag da sein. Und sie hätte direkt 400€ überwiesen.
Ich hatte mich nochmals bedankt und gesagt, dass es kein Problem wäre. Das war an einem Mittwoch. Am Donnerstag waren wir noch zusammen im Kino, alles war normal und sie meinte, dass das Geld am nächsten Tag da sein sollte. Dem war nicht so.
Am 22.7. habe ich ihr auf ihre Nachricht geantwortet (belangloses) und habe ihr geschrieben, dass ich nochmal geschaut habe und das Geld immer noch nicht da wäre und ich hatte gefragt wie wir mit dem anderen Reiseveranstalter vorgehen würden. Sie meinte, dass ihr Kumpel ein Schreiben aufsetzt und sie mir das auch zukommen lässt.
Meine Antwort schrieb ich ihr dann auch am selben Abend und erwähnte, dass das andere Geld (also das von ihr) auch nicht nicht da war und meinte, nicht dass das bei der Bank verschollen ist und mir das Theater mit dem Reiseveranstalter schon reichen würde.

Seit dieser Nachricht kam nichts mehr und ich kann sie nicht mehr erreichen. Bei Facebook im Messenger kann ich ihr nicht mehr schreiben und aus meiner Freundesliste ist sie verschwunden. Zuerst dachte ich, dass sie ihr Profil gelöscht hätte, aber mit einem anderen Profil ist ihr Profil noch zu finden, was bedeutet, dass sie mich bei Facebook blockiert hat.
Ich erreiche sie weder bei Facebook, noch bei WhatsApp oder per Telefon, es geht sofort sie Mailbox dran. Zuerst hatte ich ihr eine SMS geschrieben und nachgefragt, ob sie ihr Profil gelöscht hätte, um irgendwie eine Antwort von ihr zu bekommen, auf die Mailbox habe ich ebenso gesprochen.
Ab dem Zeitpunkt kam nur noch Misstrauen auf und rückblickend denke ich, dass sie mich von Anfang an verarscht hat. Ich habe ihr auf die Mailbox gesprochen und gesagt, dass ich enttäuscht bin und ich es nicht verstehe, dass man darüber doch ganz normal sprechen kann und gemeinsam eine Lösung findet. Bisher keine Reaktion.

Ich habe dann noch bei dem Reiseveranstice-Hotline wurde ich gebeten mein Anliegen per E-Mail zu schreiben, aber aufgrund der Datenschutzbestimmungen konnten sie mir keine Auskunft geben und auch nicht das Geld überweisen, da ich nicht die Buchung gemacht hatte. Ich habe Ihnen den Fall kurz geschildert und dies als Antwort bekommen:

„Wir können Ihre Bitte nachvollziehen, müssen aber dennoch höflichst auf die vorherigen Ausführungen verweisen, insbesondere, dass uns die Datenschutzregelungen die Möglichkeiten zur Auskunftserteilung doch sehr einschränken.
>
> Grundsätzlich dürfte der Veranstalter FTI Ihnen nichts erstatten, sofern diese Erstattung an Sie nicht durch die Reiseanmelderin in Auftrag gegeben worden wäre.
> In diesem Fall besteht aber vom Grunde her kein Erstattungsanspruch, da diese Buchung nicht kostenfrei storniert wurde.
> Die Buchung wurde zu Stornierungskosten in Höhe von 622,40 EUR storniert.
> Eine Preisänderung, die eine kostenfreie Stornierung rechtfertigen würde, hatte es im Zeitraum zwischen Buchung und Stornierung am 21.05.2019 nicht gegeben.
>
> Das sind die Informationen, die wir Ihnen an dieser Stelle geben können. „

Der letzte Absatz machte mich noch misstrauischer und aus der Antwort interpretiere ich, dass es nie eine Preiserhöhung gab und die Abbuchung am 21.5. vom Auftraggeber storniert wurde (an dem Tag hatte sie mir auch geschrieben, dass sie am Überlegen ist die Reise zu stornieren und bei Expedia zu buchen).
Ich habe ihr eine E-Mail geschrieben, mein Misstrauen geäußert und ihr auch diese Antwort geschildert und sie gebeten sich zu melden und mir mein Geld zu überweisen, da ich mich sonst gezwungen fühle andere Schritte einzuleiten.
Bis heute kam keine Antwort per Nachricht, Mail, Anruf oder ähnlichem Blockiert bin ich immer noch.

Ich bin wütend, vor allem auch auf mich selbst, dass ich scheinbar so doof war ihr zu vertrauen und mich meine Menschenkenntnis so sehr getäuscht hat.
Angst habe ich nun, dass ich überhaupt nichts von meinem Geld sehe.
Gibt es rechtliche Möglichkeiten, dass ich mein Geld wieder bekommen? Ich habe die ganzen Nachrichtenverläufe bei WhatsApp und Facebook noch. Zum einen immer noch in den Apps, aber vorsichtshalber habe ich die betreffenden Stellen auch als Screenshots.

Ich hoffe, dass es irgendeine Möglichkeit gibt wie ich an mein Geld komme. Hoffentlich auch eine einigermaßen kostengünstige, da ich mir einen Anwalt nicht unbedingt leisten kann.

Ich danke Ihnen im Voraus.

Freundliche Grüße
Katrin Ehrhardt

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


1. Aus meiner Sicht bestehen hier zwei Ansprüche. Zum einen der hälftige Erstattungsbetrag aus der ersten stornierten Reise, sowie die hälftigen Kosten der zweiten Reise.

2. Aufgrund des Nachrichtenverlaufes und die Zusicherung der Mitreisenden dürften Sie kein Problem haben, nachzuweisen, dass Sie das Geld für die zweite Reise geliehen haben. Hinsichtlich der ersten Reise müßten Sie durch Vorlage eines Kontoauszuges nachweisen, dass Sie den hälftigen Reisepreis gezahlt haben.

Die Durchsetzung der Stornierungskosten erachte ich aber als schwierig, auch wenn die Mitreisende Ihnen zugesichert hatte, dass die Reise kostenlos storniert werden könnte. Insoweit könnte die Gegenseite hier einwenden, dass Sie sich über die Stornierung selbst hätten erkundigen müssen. Allerdings werden Sie vortragen können, dass die Stornierung aufgrund einer nicht wahrheitsgemäßen Aussage einer Kostenerhöhung erfolgt ist, so dass die Mitreisende die Kosten vorsätzlich Ihnen gegenüber verschuldet hat.

3. Zur weiteren Vorgehensweise:

Sie können für die Durchsetzung einen Rechtsanwalt beauftragen, was allerdings mit Kosten verbunden ist, für die Sie zunächst in Vorleistung treten müssen. Ob die Kosten von der Mitreisenden erstattet werden, kann ich nicht abschließend beurteilen.

Sie können aber auch selbst einen Mahnbescheid beantragen und die Forderung gerichtlich durchsetzen. Legt die Mitreisende keinen Einspruch gegen den Mahnbescheid ein, können Sie einen Vollstreckungsbescheid beantragen. Legt die Mitreisende auch hier keinen Einspruch ein, haben Sie nach Ablauf von zwei Wochen einen vollstreckbaren Titel mit dem Sie dann die Zwangsvollstreckung betreiben können.

Bei einer Forderung von EUR 1.672,- belaufen sich die Gerichtskosten für den Mahnbescheid auf EUR 44,50. Legt die Mitreisende gegen den Erlass eines Mahnbescheides allerdings Widerspruch ein, wird das Verfahren an das zuständige Gericht abgegeben und Sie müssen den Anspruch in einer Klageschrift begründen. Hier empfiehlt sich dann spätestens einen Rechtsanwalt hinzuziehen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Bewertung des Fragestellers 16.10.2019 | 09:39

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