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Geldtransfer - was tun?

05.10.2013 17:00 |
Preis: ***,00 € |

Internetrecht, Computerrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Anwälte,

bei dem Sportwettenabieter Tipico (Sitz in Malta) stellte ich fest, dass von meinem Wettkonto plötzlich 530 € in den Bereich "Casino" transferiert wurden und mein Konto jetzt leer ist. Auf Nachfrage, wie so was passieren könne bekam ich die Antwort:

'Wir müssen Sie bitten, dass die Chips von Ihrem Wettkonto gekauft und genutzt wurden. Eine Rückbuchung ist somit nicht möglich. Bitte beachten Sie diesbezüglich auch unser AGB I. 15.: "Für missbräuchliche Verwendung eines Wettkontos bei Angabe des Benutzernamens und des Passwortes durch unbefugte Personen übernimmt Tipico keinerlei Haftung. Der Wettkunde ist für die Geheimhaltung seines Benutzernamens und Passwortes selber verantwortlich."

Da jedoch niemand außer mir Zugriff auf meinen Laptop hat und ich auch niemandem mein Benutzername und Passwort weitergegeben habe, kann ich mir einen Missbrauch seitens Dritter nicht vorstellen. Ich selber habe bisher ausschließlich Sportwetten getätigt und niemals im "Casino" gespielt und schließe deshalb ein Versehen von mir ebenfalls aus.

Haben Sie hierfür eine Erklärung bzw. was kann man tun?

05.10.2013 | 18:46

Antwort

von


(2004)
Brandsweg 20
26131 Oldenburg
Tel: 0441-7779786
Web: http://www.jan-wilking.de
E-Mail:
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Sehr geehrter Ratsuchender,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes wie folgt:

Neben einer fehlerhaften Buchung des Wettanbieters kommt als eine weitere Erklärung stets auch eine unbefugte Nutzung der Kontodaten durch Dritte in Frage, die z.B. durch Phishing an die Daten gelangt sind.

Grundsätzlich muss Ihnen der Wettanbieter zunächst nachweisen, dass tatsächlich mit Ihrer Zustimmung der Betrag transferiert bzw. die Chips gekauft wurden. Hierzu müsste der Anbieter darlegen (z.B. durch entsprechende nachvollziehbare Protokollaufzeichnungen), dass der Transfer unter Verwendung des von Ihnen gewählten Benutzernamens und Passwortes geschehen ist.

Kann er diesen Nachweis erbringen, spricht der so genannte Anscheinsbeweis dafür, dass der Transfer entweder mit Ihrer Zustimmung geschah oder aber die Daten nicht ausreichend von Ihnen geschützt wurden und Sie daher für einen Datenmissbrauch haften. Diesen Anscheinsbeweis müssten Sie dann widerlegen, z.B. durch Nachweis, dass niemand Zugang zu Ihrem Computer hat und die Daten ausreichend gegen Phishing oder Hacker etc. geschützt sind.
Dieser Gegenbeweis ist in der Praxis leider meist schwierig zu führen. Daher ist zumindest in der deutschen Rechtsliteratur und Rechtsprechung der oben genannte Anscheinsbeweis bei Nutzung der korrekten Zugangsdaten auch durchaus umstritten. Nach deutschem Recht dürfte daher auch der sehr weitreichende Haftungsausschluss in den AGB des Wettanbieters unwirksam sein.

Damit kommen wir aber zum nächsten Problem, nämlich der Frage des anwendbaren Rechtes. Da der Anbieter seinen Sitz in Malta hat, kann fraglich sein, ob überhaupt deutsches Recht anwendbar ist. Zwar ist das Recht in den EU-Staaten relativ weitgehend angeglichen, es ist aber nicht auszuschließen, dass nach maltesischem Recht der Haftungsausschluss wirksam ist. Da der Wettanbieter meines Wissens nach aber seine Dienstleistungen ausdrücklich auch auf dem deutschen Markt anbietet, dürfte deutsches Recht anwendbar sein, wenn Sie als Verbraucher gehandelt haben und in Deutschland Ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben, vgl. Art.6 Verordnung (EG) Nr. 593/2008.

Sie sollten daher zunächst den Anbieter auffordern, Ihnen den Nachweis zu erbringen, dass die Chips tatsächlich ordnungsgemäß von Ihrem Wettkonto gekauft wurden (unter Nutzung des korrekten Passwortes etc.). Kann der Anbieter dies nicht nachvollziehbar belegen, sollten Sie eine Rückbuchung auf Ihr Wettkonto fordern. Bei Verweigerung des Anbieters sollten Sie dann einen Anwalt einschalten, der Ihre Rechte notfalls gerichtlich geltend macht.


Ich hoffe, Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben. Bei Unklarheiten benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bedenken Sie bitte, dass ich Ihnen hier im Rahmen einer Erstberatung ohne Kenntnis aller Umstände keinen abschließenden Rat geben kann. Sofern Sie eine abschließende Beurteilung des Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem bei Einsicht in sämtliche Unterlagen konkret zu erörtern.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Jan Wilking

ANTWORT VON

(2004)

Brandsweg 20
26131 Oldenburg
Tel: 0441-7779786
Web: http://www.jan-wilking.de
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RECHTSGEBIETE
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