Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.463
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Geldforderung vom AG wg.unbeabsichtigter Beschädigung d.Computerkasse


13.08.2007 19:31 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von



Sehr geehrte Damen und Herren,

seit ca. 1,5 Jahren bin ich in einem Gastronomiebetrieb als Kellner fest angestellt.

Nun ist mir folgendes passiert:

Unbeabsichtigt habe ich nach einem 17-stündigen Arbeitstag aus Versehen die Tastatur der Computerkasse beschädigt.Dieses ist jedoch in der Zeit passiert,in der ich bereits die Abrechnung gemacht hatte u.mich umgezogen auf den Weg vom Umkleideraum zum Ausgang (der an der Kasse vorbeiführt) begab.

Beim Zusammensuchen meiner persönlichen Arbeitsutensilien bin ich dummerweise u.völlig unbeabsichtigt mit dem Ellenbogen auf die Tastatur der Touch-Screen-Kasse gestoßen.

Diese Kasse war dann zum täglichen Einsatz nicht mehr zu gebrauchen,sondern musste zur Reparatur gebracht werden.Die Rechnung beträgt ca.650,-€ ,welche mein AG vorerst ausgelegt hat und nun von mir einfordert.

Die Begründung lautet:Die Haftpflicht vom AG zahlt nicht,angeblich nur bei Schäden durch Außenstehende(z.B.Gäste).Bei Schäden,die durch das Personal entstehen,zahlt die Versicherung nicht.

Da ich nicht in der Lage bin,diesen hohen Betrag zu begleichen,bietet mir mein AG an,meine Überstunden (ca.350,-€)zusammen mit einer "angeblichen" Lohnerhöhung (ist schon seit 4 Monaten fällig,habe aber davon erst vor 2 Wochen von meinem "Glück" erfahren) mit diesem Betrag auszugleichen.Dadurch wäre ich lt.meines AG in 2 Monaten "schuldenfrei".

Erwähnen möchte ich noch,dass ich weniger als 800,-€ netto im Monat verdiene und mit meinen Eltern zusammen in einem Haushalt wohne.Ausgelernt habe ich übrigens erst vor ca.2 Jahren und ich arbeite bei meinem jetzigen AG seit ca.1,5 Jahren als festangestellte Restaurantfachfrau.

Ist mein AG wirklich berechtigt,den gesammten Betrag von mir einzufordern?Finanziell bin ich nicht in der Lage diese Summe aufzubringen!

Vielen Dank für Ihre Mühe!

Mit freundlichen Grüßen
13.08.2007 | 21:41

Antwort

von


86 Bewertungen
Kurfürstendamm 173-174
10707 Berlin
Tel: 030-80929728
Web: www.jspartner.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen
Sehr geehrte Fragestellerin,

aus meiner Sicht müssen Sie nicht den gesamten Schaden tragen.

Nach den Grundsätzen der schadengeneigten Arbet kommt den Arbeitnehmern bei der Verrichtung ihrer Tätigkeit eine Haftungserleichterung zu Gute.

Nach der Entscheidung des Großen Senats des Bundesarbeitsgerichts (Beschluß vom 27. September 1994 - GS 1/89) gelten die Grundsätze über die Beschränkung der Arbeitnehmerhaftung für alle Arbeiten, die durch den Betrieb veranlaßt sind und aufgrund eines Arbeitsverhältnisses geleistet werden, auch wenn die Arbeiten nicht gefahrgeneigt sind. Auch bei nicht gefahrgeneigter Arbeit gilt, daß ein mit normaler Fahrlässigkeit verursachter Schaden vom Arbeitnehmer nur anteilig zu tragen ist, wobei sich die Haftungsquote nach den Umständen des Einzelfalls bestimmt.

Nur bei grober Fahrlässigkeit müssen Sie voll haften, bei leichtester Fahrlässigkeit hingegen gar nicht. Nach Ihrer Schilderung scheint es sich um einen vermeidbaren Vorfall aus Unachtsamkeit zu handeln. Hierbei würde ich einfache Fahrlässigkeit annehmen. Da Ihr Einkommen recht gering ist, würde ich eine Haftungsquote von ca. 200 Euro allenfalls 30 % des Schadens für angemessen halten. Ich würde jedenfalls nicht empfehlen, den Gesamtschaden zu begleichen.

Möglicherweise deckt auch eine Haftpflichtversicherung den Schaden, da Sie noch bei Ihren Eltern wohnen, kommt vielleicht auch eine Haftpflichtversicherung der Eltern in Betracht.

Mit freundlichen Grüßen

Eckart Johlige, Rechtsanwalt
Fachanwalt für Arbeits- und Verwaltungsrecht


ANTWORT VON

86 Bewertungen

Kurfürstendamm 173-174
10707 Berlin
Tel: 030-80929728
Web: www.jspartner.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Gesellschaftsrecht, Sozialversicherungsrecht, Fachanwalt Arbeitsrecht, Fachanwalt Verwaltungsrecht, Baurecht
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60176 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Kompetent und verständlich besten Dank ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Besten Dank!!! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Vielen herzlichen Dank für die ausführliche Beantwortung meiner Frage! ...
FRAGESTELLER