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Geldanlage futsch Regress gegen Steuerberater möglich?

| 09.10.2013 15:55 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Dr. Elke Scheibeler


Zusammenfassung: Erhält ein Steuerberater einen Auftrag, Gelder anzulegen, ist er nach Auftragsrecht zur Auskunft darüber verpflichtet, was mit den Beträgen geschehen ist. Wurden mit dem Geld Anteile an einen Unternehmen gekauft, könnte das Geld aufgrund schlechter wirtschaftlicher Entwicklung verloren sein.

Mein früherer Steuerberater hat 1998, 2003 und 2004 Geld von mir in einer Ltd. angelegt. Der Steuerberater wollte die Konten im Auge haben. Gelegentlich bekam ich Auszüge zugeschickt. Seit 3 Jahren versuche ich, diese Konten aufzulösen. Meine Post wurde nie beantwortet. Der Steuerberater schrieb mir zur 1. Geldanlage, diese Ltd. gäbe es nicht mehr. Da sei nichts zu machen. Zur 2. und 3. Geldanlage gibt er mir keine Auskunft. Er schickte mir eine Aufrechnung von angeblich vom damaligen Steuerbüro offen stehenden Beträgen und rechnet diese gegen die Geldanlage auf. Eine von ihm angekündigte Restsumme erschien plötzlich heute auf meinem Tageskonto - wohl bar eingezahlt. Ich habe das Gefühl, hier stimmt etwas nicht. Nach jetziger Auskunft meines Bruders gibt es diese Ltd. schon seit 2010 nicht mehr.
1. Frage: Welche Möglichkeit habe ich, meine angelegten Gelder zurück zu bekommen?
2. Frage: Welchen Anwalt würden Sie mir ggf. in Ostholstein/Kiel/Lübeck empfehlen? Ich weiß, dass mein früherer Steuerberater einen Topanwalt hat.
3. Frage: Kann ich jetzt noch eine Rechtschutzversicherung abschließen und die Klage erst nach der 3monatigen Sperrfrist einreichen? Gibt es zu diesem Thema eine bestimmte Art der Rechtschutzversicherung?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegeben Informationen verbindlich wie folgt beantworten:


1. Frage: Welche Möglichkeit habe ich, meine angelegten Gelder zurück zu bekommen?

Das hängt davon ab, was Sie seinerzeit mit dem Steuerberater vereinbart hatten. Die Anlage in einer Ldt, also die Beteiligung an einem Wirtschaftsunternehmen, ist ja normalerweise mit dem Risiko verbunden, dass man sein Geld verliert. Es handelte sich offenbar auch nicht um Papiere einer Bank, die dem Sicherungssystem der deutschen Banken angeschlossen war.

Wenn die erste Ltd. nicht mehr existiert und liquidiert wurde, dürfte ihre dort angelegten Gelder verloren sein. Anderenfalls hätten Sie wohl die Gelegenheit, die Gelder zurückzuholen, wobei in den Gesellschaftsvertrag eingesehen werden müsste um zu entscheiden, wie dies geschehen muss. Ggf. ist eine Kündigungsfrist einzuhalten.

Ihr Steuerberater ist aber jedenfalls aus dem mit Ihnen geschlossenen Auftrag verpflichtet, Ihnen Auskunft über den Verbleib der Gelder zu erteilen. Wenn sich herausstellt, dass er diese entgegen der Absprache nicht angelegt, sondern etwa für sich selbst verbraucht hat, haftet er ihn persönlich. Inwieweit dieser Anspruch werthaltig ist, kann ich nicht beantworten. Seine Haftpflichtversicherung dürfte bei einer solchen vorsätzlichen Straftat - es läge dann ja ein Betrug vor - aller Voraussicht nach nicht greifen.


2. Frage: Welchen Anwalt würden Sie mir ggf. in Ostholstein/Kiel/Lübeck empfehlen? Ich weiß, dass mein früherer Steuerberater einen Topanwalt hat.

Hierzu kann ich Ihnen leider keine Auskunft geben. Sie müssen verstehen, dass Sie einen Vertrag nicht mit dem bundesweit tätigen Betreiber dieses Portals schließen, sondern jeweils mit einer einzelnen Anwaltskanzlei, in diesem Fall mit mir. Ich empfehle hier die Anwaltssuche auf der hiesigen Homepage oder auf der Seite der schleswig-holsteinischen Anwaltskammer:

http://www.rak-sh.de/index.php

Schwerpunkt sollte Steuerrecht und Bank- und Kapitaltmarktrecht sein.

3. Frage: Kann ich jetzt noch eine Rechtschutzversicherung abschließen und die Klage erst nach der 3monatigen Sperrfrist einreichen? Gibt es zu diesem Thema eine bestimmte Art der Rechtschutzversicherung?

Das dürfte sehr schwierig werden, da die Versicherer darauf abstellen, dass die Versicherung auch zur Zeit der Vertragsverletzung durch die Gegenseite bestanden hat. Wenn es wirklich so war, dass Ihr Steuerberater 2003 und 2004 Gelder veruntreut hat, was sich nach Ihrer Schilderung durchaus aufdrängt, müsste die Versicherung in diesen Jahren bestanden haben. Eine Versicherung aus 2013 nützt Ihnen nichts. Sie sollten eher einmal darüber nachdenken, ob Sie seinerzeit eine inzwischen gekündigte Versicherung hatten.

Eine kostengünstige Alternative wäre es sich an die zuständige Steuerberaterkammer zu wenden, die bei Streitigkeiten mit Mandanten vermittelt. Ggf. können Sie so erfahren, was mit Ihrem Geld geschehen ist. Den Link zur vermutlich zuständigen Steuerberaterkammer Schleswig-Holstein finden Sie hier:

http://www.stbk-sh.de/Wir-ueber-uns/Aufgaben

Alternativ können Sie natürlich auch Strafanzeige stellen, wobei ein Strafverfahren Ihnen das Geld nicht zurückbringt, hierfür ist eine Klage vor den Zivilgerichten erforderlich.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Elke Scheibeler, Rechtsanwältin

Nachfrage vom Fragesteller 09.10.2013 | 20:42

Aus der Aussage, dass ich gelegentlich Kontoauszüge erhielt, geht doch hervor, dass das Geld angelegt war. Im Juni 2013 schrieb der Steuerbarater auch, dass er die Depotkündigung veranlasst hat und ich die Auszüge über das Guthaben erhalte, was eben nicht geschieht. (Und nach Aussagen von meinem Bruder, dass es diese Ltd. schon seit 2010 nicht mehr gibt, kann ich ja auch damit gar nicht rechnen) So stelle ich noch einmal die Frage, auf welchem Wege kann ich zu meinem Geld kommen?
Und was eine Haftpflichtversicherung des Steuerberaters hier zu bedeuten hat, verstehe ich nicht?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 10.10.2013 | 08:54

Sehr geehrte Fragestellerin,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Wie bereits erläutert, ist Ihnen der Steuerberater zur Auskunft verpflichtet. Diese bezieht sich auch darauf, welche Summe nach der Kündigung des Depots ausgezahlt wurde. Wenn eine der Gesellschaften nicht mehr existiert und ggf. sogar insolvent wurde, ist es gut möglich, dass das dort angelegte Geld verloren ist. Aber auch dies müsste Ihnen der Steuerberater dann sagen.

Der Weg um an Ihr Geld zu kommen ist natürlich die von Ihnen bereits in der Ausgangsfrage angesprochene Klage. Eine kostengünstigere Variante, sich außergerichtlich zu einigen und den Fall weiter aufzuklären, ist das bereits angesprochene Schlichtungsverfahren vor der Steuerberaterkammer, da Sie ja offenbar über keine Rechtsschutzversicherung verfügen und ansonsten das Prozessrisiko eingehen müssten.

Gerne erläutere ich auch meinen Hinweis auf die Haftpflichtversicherung: Diese deckt Ansprüche gegen den Steuerberater wegen eines fahrlässigen, nicht aber wegen eines vorsätzlichen Fehlverhaltens ab. Ich kenne einen Steuerberater, der hat Mandantengelder nicht wie besprochen angelegt und wurde letztlich zu einer Haftstrafe verurteilt. Bei einer solchen vorsätzlichen Straftat greift die Haftpflichtversicherung nicht, und der Steuerberater hatte dann irgendwann auch kein Geld mehr. Diese Mandanten haben dann ihr Geld verloren. Sollte Ihrem Steuerberater lediglich Fahrlässigkeit vorzuwerfen sein, wären Ihre Forderungen durch die Versicherung gedeckt, und Sie wären von seihem Vermögen / Einkommen unabhängig. Ich weiß ja nicht, wie hoch die Beträge sind, die Sie ihm seinerzeit anvertraut hatten.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Scheibeler

Bewertung des Fragestellers 29.10.2013 | 20:42

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FRAGESTELLER 29.10.2013 3,6/5,0
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