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Geldabfindung bei Schenkung

31.12.2006 18:31 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Hallo,
meine Eltern besaßen einen landwirtschaftlichen Betrieb mit einem hälftig regelnden Ehevertrag, dessen Felder, Wiesen und Wirtschaftsgebäude sie 1998 einer meiner Schwestern per Schenkung vermacht haben. 1999 ist mein Vater verstorben und hat nach dem Berliner Modell meiner Mutter einen Wald und ein Zweifamilienwohnhaus auf einem 1 ha großen Grundstück hinterlassen. Der landwirtschaftliche Betrieb wird, entgegen ursprünglicher Absicht, nicht weitergeführt, mehrere Felder wurden bereits verkauft, eines als Bauerwartungsland.Die Beträge werden von meiner Schwester einbehalten.
Meine Mutter hat nach dem Tod meines Vaters den Wald verkauft, um Pflichtteilansprüche zu befriedigen, die jedoch nichts mit dem landwirtschaftlichen Teil des Besitzes zu tun hatten.
Besteht das Recht auf Geldabfindung bezüglich der Schenkung noch oder ist es verfallen?
Kann die Beschenkte einfach den Besitz veräußern und individuell verkonsumieren?

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Sehr geehrte Fragestellerin,

Vielen Dank für Ihre Anfrage.
Sie haben nach Ihrer Schilderung Ihren Pflichtteil nach dem Tod des Vaters nur aus dem
Wald erhalten,den die Mutter verkauft hat.

Ihnen steht im Hinblick auf die Schenkung an die Schwester(=Ehevertrag,ich nehme an,notariell)ein sogenannter Pflichtteilsergänzungsanspruch zu,(d.heißt,auch insoweit haben Sie ergänzend Anspruch auf den Pflichtteil,soweit das Erbe des Vaters betroffen ist).
Dieser verjährt innerhalb von drei Jahren ab dem Zeitpunkt,in welchem Sie von dem Inhalt des Ehevertrages(=Schenkung) und dem Tod des Vaters erfahren haben.

Danach könnte Ihr Pflichtteilsergänzungsanspruch nach dem von Ihnen bisher Mitgeteilten verjährt sein.
Die Schwester kann,da eine Schenkung vorliegt,verkaufen.
Allerdings steht Ihnen dann aus dem Surrogat(=erzielter Kaufpreis) der o.g.Pflichtteilsergänzungsanspruch zu,soweit nicht verjährt.


Ich wünsche Ihnen ein gesundes Jahr 2007.


Mit freundlichen Grüßen

Dorothee Mertens

Rechtsanwältin

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