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Geld von Sparbüchern meiner Kinder genommen - Urkundenfälschung


29.11.2011 13:51 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

hilfe... ich habe einen fehler gemacht... ich habe aus geldmangel -auch weil der unterhaltspflichtige vater nicht zahlte- geld von den sparbüchern meiner kinder genommen. da kommt man nur mit unterschrift von BEIDEN eltern ran. da der vater dies nie unterschrieben hätte, habe ich diese nachgemacht.. nun habe ich eine anzeige wg urkundenfälschung am hals und bin in ein paar tagen vorgeladen zur vernehmung... was soll ich tun???????????
29.11.2011 | 14:39

Antwort

von


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Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Gemäß § 267 StGB könnten Sie im Falle einer Verurteilung wegen Urkundenfälschung zu einer Geldstrafe oder aber auch zu einer Freiheitsstraße von bis zu 5 Jahren verurteilt werden. In einem besonders schweren Fall, wenn Sie beispielsweise einen besonders großen Vermögensverlust herbeigeführt hätten, könnten Sie unter Umständen auch zu einer Freiheitsstrafe bis zu zehn Jahren verurteilt werden. http://dejure.org/gesetze/StGB/267.html

Sie haben als Beschuldigte eine Vorladung zur Vernehmung bekommen. Hierzu ist anzumerken, dass Sie als Beschuldigte das Recht haben, die Aussage zu verweigern. Sie müssen nichts sagen, was Sie selbst belasten würde. Daraus darf Ihnen auch kein Nachteil entstehen!


Da es für eine Verurteilung notwendig ist, dass man Ihnen den Vorwurf der Urkundenfälschung auch nachweisen kann, rate ich generell eher dazu, mit vorschnellen Geständnissen vorsichtig zu sein. Allerdings gilt auch zu berücksichtigen, dass je nach genauen Umständen der Nachweis eines Vorwurfes auch sehr leicht gelingen kann. Inwiefern dies bei Ihnen zutreffend ist, kann hier nicht genau beurteilt werden, da ich die genaue Faktenlage nicht kenne. Sollte es sich aber zum Beispiel so verhalten, dass man Sie auf der Bank, bei der Sie die Unterschrift vorgezeigt haben, gut kennt und sollten Sie auch selbst gesagt haben, der Vater habe dies unterschrieben, dürfte es für den Staatsanwalt verhältnismäßig einfach sein, dass der Richter seinen Ausführungen Glauben schenkt. In diesem Fall würde die Aussageverweigerung wenig bringen, da man Ihnen den Vorwurf ja doch vermutlich zweifelsfrei nachweisen könnte. Hier gilt es dann zu bedenken, dass ein entsprechendes Geständnis sich in der Regel strafmildernd auswirkt.

Sofern man Ihnen den Vorwurf der Urkundenfälschung nachweisen kann, wovon hier ja tendenziell auszugehen ist, wird es sehr wahrscheinlich zu einer Verurteilung kommen, damit müssen Sie rechnen. Ich gehe aber nicht realistisch davon aus, dass Sie zu einer Freiheitsstrafe ohne Bewährung vorurteilt werden - heißt, ich gehe davon aus, dass Sie nicht ins Gefängnis müssen. Hierbei setze ich voraus, dass Sie nicht vorbestraft sind und dass der Vermögensschaden, den Sie verursacht haben, nicht in die Extreme geht. Bei einer Ersttäterin kommt eine Freiheitsstrafe ohne Bewährung meistens nicht realistisch in Betracht - schon gar nicht dann, wenn diese Kinder hat, sich geständig zeigt und vor allem auch Reue und Einsicht in ihr Fehlverhalten zeigt.

Hierzu sei noch angemerkt, dass Sie, falls Sie ein Geständnis ablegen möchten, natürlich auch erwähnen können und sollen, dass Sie sich in einer Notlage befanden und aus der Not heraus gehandelt haben. Sie sollten aber bitte keinesfalls versuchen, Ihr Handeln damit zu rechtfertigen oder schönzureden, dass der Kindesvater offensichtlich nicht zahlt. Eine Straftat kann man nicht mit dem Fehlverhalten anderer rechtfertigen, zumal es auch in Deutschland entsprechende Behörden gibt, die dafür sorgen, dass Unterhalt usw. auch gezahlt werden. Sofern es hier öfter zu Problemen finanzieller Art kommt, sollten Sie sich an das Jugendamt wenden, die den Sachverhalt entsprechend weiterleiten können.


Generell ist es natürlich sinnvoll, dass Sie zu einer solchen Vernehmung, sofern Sie denn dort erscheinen möchten, nicht alleine gehen, sondern in Begleitung eines Anwalts. Dieser kann Sie auch, sofern Sie dies wünschen, vor Gericht vertreten. Natürlich werden Ihnen auch daraus Kosten entstehen, ein Anwalt kann und darf nicht umsonst arbeiten. Da aber ein erfahrener Anwalt vor Gericht in der Regel das Optimum für die Mandantin herausholen kann, sollten Sie darüber nachdenken. Es ist in jedem Fall der sicherste Weg, sich anwaltlich vertreten zu lassen.



Abschließend weise ich Sie darauf hin, dass im Rahmen dieser Plattform nur eine erste Einschätzung des Sachverhalts, basierend auf Ihren Angaben, möglich ist. Sollten hier wichtige Angaben hinzugefügt oder weggelassen worden sein, kann die rechtliche Beurteilung unter Umständen auch völlig anders aussehen. Bei eventuellen Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Ich wünsche Ihnen alles Gute in dieser Angelegenheit!

Thomas Zimmlinghaus
Rechtsanwalt


Nachfrage vom Fragesteller 29.11.2011 | 15:25

vielen dank für ihre schnelle antwort. das ist ja in der tat eine böse sache, ich die ich mich da reingeritten habe.

ein paar fragen hätte ich dazu noch:
1) es handelt sich um einen betrag von 2400€, gilt das als großer vermögensverlust??

2)in falle einer verurteilung zu einer geldstrafe, gelte ich dann als vorbestraft?

3)verjährt eine vorstrafe irgendwann mal, oder hat man das ewig in seinem register oder wo auch immer??

Ich habe mir noch nie in meinem leben etwas zu schulden kommen lassen, ziehe 4 kinder alleine groß, und arbeite regelmäßig. ich habe dummerweise nur einen ex-mann, der nichts unversucht läßt. ich habe mich nämlich in bezug auf den tatbestand mit den kindern bereits dahingehend geeinigt, dass ich das geld zurücklege, sobald der ausstehende unterhalt nachgezahlt wurde.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.11.2011 | 17:29

Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne beantworte ich Ihre Nachfrage wie folgt:

Bei dem von Ihnen beschriebenen Betrag von Euro 2400,00 handelt es sich nicht um einen großen Vermögensverlust.

Im Falle einer Verurteilung zu einer Geldstrafe würde die Verurteilung in jedem Fall in das Bundeszentralregister eingetragen werden. Davon zu unterscheiden ist das so genannte Führungszeugnis. Hat man einen Eintrag im Führungszeugnis, so gilt man umgangssprachlich gesehen als vorbestraft. Die Verurteilung zu einer Geldstrafe wird dann in das Führungszeugnis eingetragen, wenn sie mehr als 90 Tagessätze beträgt. Sollten Sie nicht vorbestraft sein, so halte ich es nach erster Einschätzung für wahrscheinlich, dass eine Geldstrafe von weniger als 90 Tagessätzen verhängt werden würde. Demzufolge wären Sie umgangssprachlich gesehen nicht vorbestraft.

Eine Geldstrafe von mehr als 90 Tagessätzen würde nach drei Jahren aus dem Führungszeugnis gelöscht werden.

Ich hoffe, Ihre Nachfrage erwartungsgemäß beantwortet zu haben und wünsche Ihnen nochmals alles Gute.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Zimmlinghaus
Rechtsanwalt

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