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Geld verliehen - Chance auf Rückerstattung?

| 01.11.2008 01:02 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Lars Liedtke


Hallo,

ich möchte zunächst einmal kurz die sachlage schildern. und zwar habe ich einer inzwischen ehemaligen freundin in den jahren 2001 und 2002 geld geliehen, da diese zu dem zeitpunkt finanzielle probleme hatte. dabei handelt es sich einmal um 200 DM sowie um 400 + 100 Euro. für die 200 DM + 400 Euro habe ich auch belege in form von kontoauszügen auf denen die überweisungen nachvollziehbar sind. die 200 DM haben den titel "liebe geste von xxxx" und die 400 Euro wurden mit dem titel "dei geld für dei rechnung. leih ich dir doch gerne" überwiesen. die anderen 100 Euro wurden persönlich übergeben.
der kontakt zu dieser ehemaligen freundin ist aber schon seit längerer zeit nicht mehr vorhanden und sie ist wohl inzwischen auch verzogen. wobei soweit ich informiert bin ihre eltern noch im nachbarort wohnen und somit die jetzige adresse sicher ermittelbar wäre.

jetzt zu meiner frage:

habe ich denn überhaupt eine chance noch an das geld zu kommen oder kann/muss ich dieses geld abschreiben? ich gehe hier davon aus das diese freundin das geld nicht mehr freiwillig zurück zahlen würde.

und sollte die chance auf das geld vorhanden sein, wie sollte ich am besten vorgehen?

danke für ihre antwort.

mfg

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Zunächst möchte ich darauf hinweisen, dass dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben. Eine persönliche Beratung/Vertretung kann und soll hierdurch nicht ersetzt werden. Hinzufügen oder Weglassen wesentlicher Tatsachen kann zu einer anderen Beurteilung des Falles führen. Unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsangaben und des von Ihnen gebotenen Einsatzes beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Unabhängig von der Rechtslage ist Grundvoraussetzung dafür, dass Sie Ihr Geld zurückfordern können, dass der Wohnsitz der Gegenseite ermittelt werden kann, was ich im Weiteren unterstelle.

Da es sich hier offensichtlich um drei (zinslose) Darlehen handelt, haben Sie als Darlehensgeber grundsätzlich einen Rückzahlungsanspruch gegen die Darlehensnehmerin. Sollte Ihre ehemalige Freundin außergerichtlich nicht zur Zahlung bewegt werden können, müssen Ihre Rückzahlungsansprüche geltend machen.

Sie könnten eine Zahlungsklage erheben. Sie als Kläger wären dann jedoch in der Beweislast, falls die Beklagte behauptet, entweder überhaupt kein Geld von Ihnen bekommen zu haben oder das Geld geschenkt bekommen zu haben. Leider existiert kein schriftlicher Darlehensvertrag, was Ihre Position sehr begünstigen würde. Sie können sich jedoch auch anderer Beweismittel bedienen: Der Kontoauszug für die Zahlung über 400 € bestätigt den Darlehensvertrag, da ausdrücklich von geliehenem Geld die Rede ist. Hiergegen könnte sich die Gegenseite nur verteidigen, wenn sie beweisen könnte, dass sie das Geld entweder bereits zurückgezahlt hat oder dass Ihr Rückzahlungsanspruch verjährt ist. Für eine solche Forderung gilt eine 3-jährige Verjährung ab Fälligkeit des Anspruchs. Der Anspruch wird jedoch erst fällig, wenn das Darlehen (das wohl auf unbestimmte Zeit lief) gekündigt wird, wenn das Geld also erstmalig zurückgefordert wird. Ich gehe davon aus, dass das noch nicht geschehen ist. Diese anspruchshindernden Beweise wird die Gegenseite nicht erbringen können. Daher haben Sie realistische Chancen, eine Klage über diese Teilforderung zu gewinnen.

Bei den 200 DM wird dies schon schwieriger, da der Beleg von einer lieben Geste spricht. Sollte die Gegenseite behaupten, hierbei handele es sich um eine Schenkung, dürfte das Gericht nur schwer davon zu überzeugen sein, dass es ein Darlehen ist (es sei denn, dass es weitere Beweismittel, z.B. Zeugen gibt). Hinsichtlich der bar ausgezahlten weiteren 100 € ist die Lage noch schwieriger, da Sie nicht einmal die Zahlung selbst beweisen können.

Im Rahmen einer Zahlungsklage rate Ihnen daher dazu, 400 € einzuklagen und den Rest nicht geltend zu machen, da das Risiko einer teilweisen Klagabweisung relativ hoch ist.

Sie können jedoch auch anders vorgehen, indem Sie zunächst ein gerichtliches Mahnverfahren über die volle Summe betreiben. Ein Mahnverfahren läuft schneller ab als ein Klageverfahren und ist günstiger (bei dem vorliegenden Streitwert würden die Gerichtskosten hierfür nur 23 € betragen). Im Mahnverfahren kommt es auf Beweismittel nicht an, da das Gericht Ihren Anspruch als wahr unterstellt. Es liegt dann an der Antragsgegnerin, sich zu verteidigen. Hier besteht eine Chance, dass sie dies nicht tun wird, da Sie ja selbst weiß, dass Ihre Ansprüche berechtigt sind und zudem merkt, dass Sie ernst machen. Sollte Sie sich jedoch verteidigen, müssen Sie das Mahnverfahren in eine Zahlungsklage überleiten. Dies kann dann auf die Teilforderung von 400 € beschränkt werden. Sollte es hierzu kommen, sind die Gerichtskosten nicht höher, als hätten Sie vorher kein Mahnverfahren betrieben. Auch die Anwaltskosten des Mahnverfahrens werden auf das anschließende streitige Verfahren angerechnet.

Sofern Sie sich das Geld nicht sofort abschreiben wollen, sollten Sie einen Rechtsanwalt damit beauftragen, ein entsprechendes Mahnverfahren (bzgl. des vollen Betrags) einzuleiten und Sie auch in einem ggf. erforderlichen streitigen Verfahren (bzgl. 400 €) vertreten.

Sollten Sie einen Rechtsanwalt mit der Wahrnehmung Ihrer Interessen beauftragen wollen, können Sie sich gern an mich wenden. Nehmen Sie dann bitte per Email Kontakt mit mir auf, Sie erhalten dann zuvor eine genaue Kostenprognose.

Ich hoffe, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage gegeben zu haben. Ansonsten nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion.

Abschließend möchte ich Sie bitten, die Antwort zu bewerten, um dieses Forum für andere Nutzer transparenter zu gestalten.

Nachfrage vom Fragesteller 01.11.2008 | 15:44

hallo,

vielen dank erst einmal für ihre sehr ausführliche und informative antwort. jetzt habe ich noch eine kleine nachfrage.

und zwar welche möglichkeiten zur klärungen des aktuellen wohnsitzes habe ich wenn mir die eltern der freundin die aktuelle adresse nicht geben wollen? kann ich die eltern dazu bringen die adresse mitzuteilen? oder könnten die behörden hier helfen bzw sind sie in irgendeinerweise zur auskunft verpflichtet?

danke für die antwort im voraus.

mfg

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.11.2008 | 16:35

Sehr geehrter Fragesteller,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, die ich wie folgt beantworten möchte:

die günstigste Möglichkeit besteht darin, bei der Post eine Anschriftenprüfung zu beantragen. Diese führt zum Erfolg, falls Ihre ehemalige Bekannte einen Nachsendeantrag gestellt hat.

Ansonsten können Sie, da Sie ein berechtigtes Interesse haben, beim Einwohnermeldeamt des letzten bekannten Wohnsitzes eine Einwohnermeldeamtsanfrage vornehmen. Diese führt zu einem Ergebnis, falls sie ihren Meldepflichten nachgekommen ist und sich umgemeldet hat.

Es ist wahrscheinlich, dass eine von beiden Möglichkeiten zum Erfolg führt. Ansonsten bleiben nur kostenintensivere Maßnahmen, wie die Beauftragung eines Detektivs. Ob sich solche Kosten im vorliegenden Fall lohnen, erscheint jedoch zweifelhaft.

Ich hoffe, Ihre Nachfrage zur Zufriedenheit beantwortet zu haben und wünsche Ihnen ein schönes Rest-Wochenende.

Mit freundlichen Grüßen,

Lars Liedtke
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 03.11.2008 | 07:19

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"Eine super antwort, sehr ausführlich und informativ! dazu sehr netter anwalt mit freundlicher schreibweise. kann ich nur weiter empfehlen :)"
Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 03.11.2008 5/5,0
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