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Geld geliehen ohne Schuldschein, Gläubiger verstorben

06.10.2008 11:16 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Andreas M. Boukai


Hallo,

ich habe folgendes Problem. In den Jahren 2005 - 06 habe ich von einem sehr guten Bekannten Geld geliehen bekommen. Dies erfolgte nach Absprache und ohne schriftliche Erfassung auf Wunsch des Gläubigers. Ich erhielt sporadische Zahlungen per Überweisung auf mein Konto mit Verwendungszweck: bekannt. Das Geld sollte ich ihm zu Lebzeiten irgendwann einmal zurückzahlen. Geld spielte bei meinem Bekannten keine Rolle.

Auf die Frage was passieren soll, falls ihm einmal etwas zustößt, meinte dieser nur:"Meine Nachkommen sind versorgt." Nun verstarb mein Bekannter dieses Jahr und seine Verwandschaft möchte nun das Geld (ca. 10.000 EUR) zurück, da sie von den Außenständen nachträglich über seine private Tabelle erfahren haben, in der er für sich seine Ausgaben organisierte. Sonst wussten diese auch nichts davon, was auch im Sinne meines Bekannten war. Es war wie gesagt ein Angelegenheit unter uns.

Wir hatten mündlich vereinbart, dass er auch Zinsen bekommt. Diese wurden ihm schon für zwei Jahre mit dem Betreff: Zinsen per Überweisung zurückgezahlt. Ein Zehntel des Betrages erhielt er auch schon zurück, da ich einmal etwas Geld zur Verfügung hatte. Darüber zeigte er sich erstaunt und meinte, das wäre doch nicht nötig gewesen. Die Vereinbarung über die Rückzahlung sollte irgendwann zu seiner Lebenszeit erfolgen.

Nun kam einer der Erben und erkundigte sich nach dem Betrag und wir erläuterten die Sachlage. Er verstand den Sachverhalt und wollte sich nochmals nach einer Besprechung mit den anderen Erben melden. Nach geraumer Zeit meldet sich nun ein anderer Erbe aus der Familie und schlägt eine monatliche Rückzahlung des Betrages in Raten vor.

Wer ist nun im Recht? Dürfen die Erben das Geld unter diesen Umständen einfordern? Das war auf jedem Fall so nicht im Sinne des Verstorbenen...

Sehr geehrte(r) Fragensteller(in),

aufgrund des von Ihnen geschilderten Sachverhaltes beantworte ich Ihre Frage wie folgt.

Mit dem Todeszeitpunkt geht das Erbe automatisch auf die Erben über. Diese treten im Rahmen der Gesamtrechtsnachfolge in die Rechte und Pflichten des Erblassers ein.

Sofern der Erblasser als Gläubiger Außenstände hatte, sind damit die Erben Gläubiger.

Grundsätzlich können die Erben daher schon das Darlehen einfordern. Allerdings nur zu den mit dem Verstorbenen vereinbarten Konditionen.

Es stellt sich anhand Ihrer Schilderung aber die Frage, auf welcher Basis die Erben nun die Forderung begründen wollen. Ein schriftlicher Darlehensvertrag existiert nach Ihrer Schilderung nicht. Auch sind Zinsen damit nicht schriftlich fixiert. Es besteht zwar nicht das Erfordernis der Schriftform, allerdings würde diese die Begründung der Forderung seitens der Erben erleichtern. Sofern die Erbengemeinschaft das Darlehen zurückfordert, müsste sie die Forderung im Streitfalle begründen (beweisen). Allenfalls könnte nach Ihrer Schilderung der Text aus den Überweisungen (Zinsen) herangezogen werden.
Sofern Sie die bereits geleisteten Zahlungen anführen, müssten diese dann durch Sie nachgewiesen werden. Gleiches gilt für den von Ihnen angeführten „Verzicht für den Todesfall“.
Sie sollten in keinem Fall jedes Mal mit einem anderen der Erben die Sache verhandeln. Man soll einen der Erben benennen, der in der Sache bindend für die ganze Erbengemeinschaft mit Ihnen die Sache löst.
Ich hoffe Ihre Fragen zufrieden stellend beantwortet zu haben.
Bei Unklarheiten nutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bitte beachten Sie, dass die Antwort auf Ihren Angaben beruht und sich die rechtliche Beurteilung des Sachverhaltes nur bei Kenntnis aller Details der Sache vollumfänglich und sicher treffen lässt.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas M. Boukai
- Rechtsanwalt -

Nachfrage vom Fragesteller 07.10.2008 | 10:06

Hallo,

ich hätte noch drei kurze Fragen...

Der Verstorbene hinterlässt 3 Erwachsene Kinder und eine Frau. Das erste Gespräch einem der Kinder war recht vielversprechend, da er sogar meinte, dass man die Rückzahlung vielleicht auch einfach lässt, da sein Vater das so sicher nicht gewollt hätte. Nach Absprache mit den Anderen kam jetzt ein anderes seiner Kinder, der sich in Namen der Anderen um das Eintreiben der Schulden kümmert. Dieser meinte, er braucht Geld und deswegen, hat er keine Wahl. Hätte ich nun anrecht darauf mir einen Gesprächspartner auszusuchen?

Bei dem Gespräch, in dem geklärt wurde, dass die Zahlung eine Sache zwischen ihm und mir sei, war auch meine Mutter anwesend. Ich glaube Sie würde nicht als Zeugin zählen (Befangenheit) oder etwa doch?

Es wurden mir Konditionen von Zahlungen zu 50 EUR monatlich verteilt auf mehrere Jahre angeboten. Das ganze ohne Zinsen. Prinzipiell finde es allerdings nicht in Ordnung, das überhaupt von der Familie etwas eingefordert wird, da diese davon überhaupt nichts wissen sollten und das Ganze eine "Sache unter uns" war. Ich weiß über den Verstorbenen schon zu Lebzeiten, dass die Erben schon ausreichend berücksichtigt wurden. Wer legt diese Konditionen nun fest und woran orientiert man sich dabei?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.10.2008 | 12:06

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

Sie sollten nur mit einem der Erben sprechen, der verbindlich für die Erbengemeinschaft entscheiden darf. Klären Sie das mit dem Erben, der Ihnen gegenüber sympathisch war.

Selbstverständlich ist die Mutter als Zeuge heranzuziehen. Unabhängig von der Verwandschaft wird im streitigen Prozess jeder Zeuge auf Glaubhaftigkeit und Zuverlässigkeit hin überprüft. Dies macht das Gericht für sich nach der Einvernahme der Zeugen. Hierbei wird die Aussage, das Verhalten, etc. gewertet.

Sofern keine feste Laufzeit für das Darlehen vereinbart wurde, kann dieses auch ganz zurückgefordert werden. Wichtig ist allerdings die von Ihnen angeführte Äußerung des Erblassers, die auf einen Verzicht hindeuten könnte. Die Ratenzahlung ist einfach nur Vereinbarungssache.

Wie gesagt, im Streitfall wären die Erben dafür, dass es sich überhaupt um ein Darlehen handelt, dass zurück bezahlt werden muss, beweispflichtig.

Mit freundlichen Grüßen

Andreas M. Boukai
Rechtsanwalt

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