Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Bewertungen
509.068
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Gekauftes Auto nach 10 Tagen defekt

| 11.02.2012 20:31 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Guten Abend,

folgender Fall liegt vor:

ich habe bei einem deutschen Händler ein Auto gekauft, Kaufpreis 7200€, VW Golf 5, Internetschätzwert 5900€. Am 13.01. haben wir den Vertrag unterschrieben (Gewährleistung und Garantie inkl.) und das Auto am 21.01. abgeholt und bar bezahlt. Am 27.01. informierte ich den Händler, dass das Auto Mängel beim Starten (1. Mangel) aufweist und ich es in eine Werkstatt zur Ursachensuche bringen werde. Am 31.01. machte das Fahrzeug bei Fahren komische Geräusche (2. Mangel)und ich ging direkt nach der Arbeit in eine VW-Autohaus. Nach der Untersuchung stellten die fest, dass das Auto einen Getriebeschaden sowie defekte Einspritzanlage hat. Hinzu ist nicht sicher welche weitere Mängel das defekte Getriebe verursacht hat. Schaden von ca. 6000€. Ich informierte den Händler sofort und wir einigten uns, dass er das Auto zurücknimmt und mir den Kaufpreis zurückerstattet.

Ich telefoniere schon seit Wochen mit ihm und er schiebt es die ganze Zeit hinaus, vorbei zu kommen und das Auto zurückzunehmen (7000€ hat er nicht sofort da, er braucht noch Zeit usw.). Diese Woche bat ich ihn drum, die Vereinbarung festzuhalten weil mir alles sehr merkwürdig erscheint. Folgender Text ist der Mailverkehr:

Guten Tag Frau P

da das bei uns gekauft Auto Mängel an der Kupplung und am Getriebe hat, wie von Ihnen durch eine KFZ Werkstatt festgestellt wurde, werde ich das Auto wie bereits telefonisch besprochen von Ihnen zurück kaufen.

Diese Bestätigung erfolgt ohne Anerkennung einer Rechtspflicht.



Mfg.


R...


AUTOMOB!L...

An-/ Verkauf und Vermittlung von Fahrzeugen

R

www.automobil...

-----Ursprüngliche Nachricht-----
Von: M
Gesendet: Dienstag, 7. Februar 2012 10:27
An: automobil...
Betreff: Schriftliche Bestätigung der Rücknahmevereinbarung VW Golf V

Hallo Herr Schmidt,

senden Sie mir bitte wie telefonisch am 31.01.2012 vereinbart die Rücknahmevereinbarung für das Fahrzeug VW Golf V, Kaufpreis 7.200€, erhalten am 21.01.2012, per Mail.

Bitte um Rückmeldung.

Dankeschön und herzliche Grüße
__________________________________________
Wir vereinbarten für heute einen Termin. Er meldete sich gestern überhaupt nicht, rief heute morgen an und meinte, er ruft in einer Stunde an, wann er da ist. Seitdem unerreichbar.

Wie ist hier die Rechtslage und welche Rechte habe ich? Kann ich hier ohne Bedenken einen Anwalt nehmen und über diesen Weg die Sache klären. Das möchte icht natürlich nicht, aber ich sehe keine andere Möglichkeit mehr. Hinfahren und drohen bringt auch nichts. Ich besitze auch die Advocard.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung
MP

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Sie machen Gewährleistungsanspruche wegen Sachmängeln geltend. Dabei ist in rechtlicher Hinsicht folgendes zu beachten:

Die Gewährleistungsfrist, innerhalb der der Verkäufer für Sachmängel haftet, beträgt gemäß § 438 Abs. 1 Nr. 3 BGB 2 Jahre. Diese Frist beginnt mit der Übergabe des Fahrzeugs an den Käufer. Da es sich hier um einen sog. Verbrauchsgüterkauf handelt (davon spricht man, wenn ein gewerblicher Verkäufer eine Sache an einen privaten Käufer verkauft), kann die Gewährleistungsfrist bei Gebrauchtwagen auf 1 Jahr verkürzt werden. Hier wäre also der Kaufvertrag zu prüfen.

Als Käuferin haben Sie die Beweislast. D. h., Sie müssen beweisen, daß überhaupt ein Mangel vorliegt und daß der Mangel bereits bei Übergabe des Fahrzeugs vorhanden war. In Ihrem Fall gibt es aber in den ersten 6 Monaten nach Übergabe des Fahrzeugs die Beweislastumkehr nach § 476 BGB. Danach muß der Verkäufer innerhalb dieses Zeitraums die Mängelfreiheit zum Zeitpunkt der Übergabe beweisen. Nach Ablauf der ersten 6 Monate geht die Beweislast auf Sie als Käuferin über.


2.

Der Händler betreibt nach Ihrer Schilderung also eine Verzögerungstaktik. Er will Zeit gewinnen und erreichen, daß 6 Monate verstreichen, damit Ihnen die Beweislast für die Mängel bei Fahrzeugübergabe obliegt.

Deshalb ist jetzt rasches Handeln geboten, da der Händler derzeit den Beweis erbringen müßte, daß der Wagen bei Übergabe in Ordnung gewesen sei. Dieser Beweis dürfte dem Händler jedoch nicht gelingen.


3.

Hier liegt ein Mangel vor, so daß dem Verkäufer zunächst die Möglichkeit der Nachbesserung (Reparatur) zu geben ist. Der Verkäufer hat nach § 440 BGB das Recht, selbst (mindestens) zwei Nachbesserungsversuche vorzunehmen. Sollte derselbe Mangel nach der Reparatur nach wie vor vorhanden sein oder sollte der Verkäufer die Nachbesserung verweigern, können Sie vom Kaufvertrag zurücktreten.


4.

Sie sehen, die Rechtslage ist nicht ganz unkompliziert. Deshalb sollten Sie schnellstens einen Rechtsanwalt konsultieren, zumal Sie rechtsschutzversichert sind.

Selbstverständlich kann ich für Sie tätig werden, da per E-Mail alle erforderlichen Unterlagen und Informationen ausgetauscht werden können.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Raab, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 13.02.2012 | 08:12

Hallo Herr Raab,

können Sie kurz den Satz "Diese Bestätigung erfolgt ohne Anerkennung einer Rechtspflicht." aus der Mail kommentieren? Was schließt er hiermit aus?

Dankeschön für kompetente Beratung
MP

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 13.02.2012 | 08:48

Sehr geehrte Fragestellerin,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:

Mit der Formulierung "ohne Anerkenntnis einer Rechtspflicht" soll klargestellt werden, daß man freiwillig handele und daß mit der Handlung nicht etwa eine bestimmte rechtliche Konsequenz anerkannt werde.

In Ihrem Fall will der Händler also sagen, daß er mit seinem "Angebot" das Vorliegen eines Sachmangels und die sich daraus ergebenden Folgen der Sachmängelhaftung nicht anerkenne.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 13.02.2012 | 11:07

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 13.02.2012 5/5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 66475 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
4,8/5,0
Schnelle und verständliche Information, besten Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Sehr zufrieden passt ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Alles wie gesagt - verständlich - ausführlich - freundlich - weiter so vielen Dank ...
FRAGESTELLER