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Geid geliehen beim Bruder

20.04.2005 10:41 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


sgdh!
Meine Ehefrau hat bei ihrem Bruder 1989 70.000 DM geliehen.
Nachdem eine Versicherung ausbezahlt wurde 2005 wurde es zurück-
bezahlt.
Es war keine Zinsvereinbarung getroffen und wurde auch nie von
dem Bruder in den ges. Jahren verlang.

Nun fordert er Zinsen, da das Verhältnis etwas wegen Erbschaft
getrübt.

Kann er Zinsen fordern und ab welchem Zeitpunkt und wie hoch?

mfg
claus Lösch

Sehr geehrter Ratsuchender,

die Verzinslichkeit eines Darlehens ist der gesetzliche Regelfall. Soll das Darlehen zinslos sein, so muss dies vereibart sein oder sich beim Fehlen einer Vereinbarung zumindest im Wege der Auslegung feststellen lassen. Problematisch ist auch die Beweislast: Sofern das Bestehen des Darlehensvertrages unstreitig oder bewiesen ist, muss nicht der Darlehensgeber die Verzinslichkeit beweisen, sondern der Darlehensnehmer die Unverzinslichkeit.

Für Sie spricht hier bei der Auslegung, dass die Zinsen ohne besondere Vereinbarung grundsätzlich jährlich fällig sind. Hat der Bruder füher keine Zinsen gefordert, sondern erst jetzt, so spricht die Auslegung dafür, dass das Darlehen von Anfang an als unverzinslich vereinbart sein sollte. Weiter kkann man daraus, dass bisher nie Zinsen gefordert worden sind, die Rechtsfolge abgeleitet werden, dass das Recht auf Zinszahlung verwirkt ist.

Im übrigen gilt für Zinsen die dreijährige Verjährungsfrist. Das heißt, wenn überhaupt Zinsen gefordert werden können, dann nur noch ab dem Jahr 2002. Ein Anspruch aus allen vorangegangenen Jahren ist verjährt.

Die Höhe von Zinsen bemisst sich ohne anderweitige Vereinbarung nach § 246 BGB und beträgt danach 4% jährlich.

Ich hoffe, ich konnte Ihre Anfrage damit ausreichend beantworten.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas J. Lauer
Rechtsanwalt

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