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Gehört der fiktive Ertrag einer Eigentumswohnung zur Erbmasse?

| 22.05.2012 20:36 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Gerhard Raab


Folgender Fall:

Eheleute haben ein Berliner Testament. Einer der Ehepartner starb Ende 2009. Es existieren zwei Kinder die durch das Berliner Testament aber vorerst vom Erbvorgang ausgeschlossen waren.
Eines der Kinder erhebt fristgemäß innerhalb der 3-Jahres-Frist Anspruch auf Auszahlung des ihm zustehenden Pflichtteils.

In der Erbmasse befand sich zum Todestag des einen Ehepartners: Eine Eigentumswohnung (selbst bewohntes Wohneigentum in bester Lage), diverse Geldanlagen.

Der noch lebende Ehepartner hat die Wohnung seit dem Tod weiterhin bewohnt.

der Pflichtteilsanspruch des Kindes von 12,5 % bestünde quasi zum einen aus dem Anteil an den Finanzen die zum Todeszeitpunkt vorhanden waren plus zum zweiten einer Auszahlung von 12,5 % des Verkehrswertes des Wohungseigentums zum Wertermittlungsstichtag.

Nun das Problem: Der verbliebene Ehepartner hat ja in dem Fall keine Miete gezahlt, allerdings ist der Ertragswert den die Wohnung erzielt hätte seit dem Todestag des anderen Ehepartners nicht unerheblich. Laut Mietspiegel der betreffenden Gemeinde erzielt man in der Lage einen Mietpreis von 6 € / m². was insgesamt eine Kaltmiete von 600 € monatlich wäre. Über die 34 Monate gerechnet in der der Verbliebene in der Wohnung weiter gelebt hat macht das eine Summe von 20400 €.

Gehört dieser fiktive Ertragswert der Wohnug zur Erbmasse? Da ich selbst Verkehrswertermittlung studiere bin, interessiert mich das sehr.

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt Stellung:


1.

Der Pflichtteilsanspruch ist ein Geldanspruch gegen den Erben. Er beläuft sich auf die Hälfte des Werts des gesetzlichen Erbteils.


2.

Wenn Immobilien zum Nachlaß gehören, ist deren Verkehrswert zu ermitteln, um die Höhe des Pflichtteilsanspruchs berechnen zu können. Der Verkehrswert einer Immobilie hängt von einer Vielzahl von Faktoren, wie z. B. Alter, Größe, Zustand, Ausstattung, Lage und auch Mietertragswert ab. Aus diesen maßgeblichen Parametern ist der Verkehrswert zu ermitteln.

Sie können also nicht einen fiktiven Mietertragswert "herauspicken" und diesen Geldbetrag dem Nachlaß (fiktiv) hinzurechnen. Zum Nachlaß gehört die Immobilie. Deren Wert ist Grundlage für die Berechnung des Pflichtteils.


Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Raab, Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 23.05.2012 | 17:44

Hallo.

Aber werden nicht Zinsen von Geldanlagen auch zur Erbmasse gezählt?

Beispiel: zum Todestag existiert eine feste Geldanlage die erst 4 Jahre später von der Bank ausgezahlt wird. die Geldanlage lief insgesamt 10 Jahre. Dann ist doch auch der Gesamtwert der Geldanlage am Ende ausschlaggebend, oder liege ich da falsch?
kurz gesagt: das Geld erwirtschaftet ja Mehrwert, der gehört ja zur Erbmasse, würde man eine solche Geldanlage vor Vertragsablauf kündigen entstünden ja Verluste.

Übertragen: Immobilie erwirtschaftet Mehrwert (in Form von Miete), Man spricht ja nicht umsonst von Mietzins. Wie kann man das so rigoros trennen, dann hätte der Erbe (der noch lebende Ehegatte) der bisher in der Wohnung weiterhin kostenfrei gewohnt hat einen entscheidenden finanziellen Vorteil gegenüber den Pflichtteilsberechtigten, die ihren Anspruch ja fristgemäß, aber erst nach - beispielsweise - 2Jahren und 11 Monaten stellen. Das erscheint mir nicht logisch. Denn das Pflichteilsrecht soll doch Pflichteilsberechtigte schützen. Können sie mir entscheidende Urteile benennen und verlinken in denen das so entschieden wurde wie sie es erklärt haben?

Denn Fakt ist ja das Zinsen mindestens den Wert um den es eigentlich geht gleichbleibend halten sollen, eben um die Zinsen erhöht um Inflation etc. auzugleichen. Im Falle einer Immobilie ist das eben der Mietertrag / -zins. auch wenn er nur fiktiv angenommen wird, da real keine Miete gezahlt wurde.

MfG

Gilbert Pfalz

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 23.05.2012 | 17:54

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Nachfrage nehme ich wie folgt Stellung:


Wenn z. B. ein Sparbuch zum Nachlaß gehört, werden die Zinsen, die aufgelaufen sind, selbstverständlich gutgeschrieben.

Hier ist aber eine Immobilie Nachlaßgegenstand. Diese Immobilie hat einen Wert, den sog. Verkehrswert. Dieser Verkehrswert ist im Streitfall von einem Sachverständigen zu ermitteln. Maßgebend für die Höhe des Verkehrswerts sind eine Vielzahl von Faktoren, u. a. der mögliche Ertrag aus Vermietung. Diesen möglichen Ertrag kann man aber nicht "herausnehmen" und gewissermaßen als Barnachlaß ansehen.

Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 23.05.2012 | 18:21

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

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"Die Antwort war sehr oberflächlich, ich hatte nach Urteilen gefragt die seine Erläuterungen belegen. Diese habe ich nicht genannt bekommen. Letztendlich hat er nach der Nachfrage nochmal das gleiche erzählt wie in der ersten Antwort. Für 5 Minuten Arbeit des Herren war das Geld definitiv nicht gut angelegt, denn was er geschrieben hat, entsprach auch meinen Gedanken, ich wollte ja aber letztndlich eine fundierte, nachweisbare Einschätzung mit Urteilen zur nachgefragten Situation. Leider keine Urteile genannt bekommen. Sehr Schade."
Stellungnahme vom Anwalt:
Die Rechtslage entspricht offenbar nicht dem Wunschdenken des Fragestellers. Nur so ist die abwertende Beurteilung zu erklären. Dabei ist die Sach- und Rechtslage für jedermann einfach zu erfassen und auch zu verstehen. Besonderer intellekueller Fähigkeiten bedarf es hierzu nicht. Umso mehr muß es daher verwundern, daß der Fragesteller daran geradezu absurd scheitert. Daß der Fragesteller dieses persönliche Unvermögen noch in einer als "Bewertung" bezeichneten Kommentierung untermauert, verdeutlicht einmal mehr, daß man gut beraten ist, nicht etwas zu bewerten, was man nicht zu bewerten in der Lage ist. Aber das zu erkennen erfordert neben der nötigen Auffassungsgabe auch die Fähigkeit, sich beraten zu lassen.
FRAGESTELLER 23.05.2012 3,2/5,0
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