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Gehaltsverzicht bei Geschäftsführertätigkeit


10.12.2005 00:42 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Guten Tag!

Ich bin als -Geschäftsführer- bei einer GmbH angestellt.
Diese Firma hat momentan massive finanzielle Probleme.
Aus diesem Grund konnte die Firma mir z.B. die letzten Monate kein Gehalt mehr zahlen.
Um trotzdem Geld, das ich zum Leben benötige, zu verdienen, gehe ich nebenher einer freiberuflichen Tätigkeit nach. Dies ist mit der GmbH abgesprochen und wurde genehmigt.
Es liegt nicht in meinem Interesse die GmbH in zusätzliche Zahlungsschwierigkeiten zu bringen. Es wird zur Zeit sogar über einen Insolvenzantrag nachgedacht.
Deshalb meine Frage:
Ist es erlaubt, daß ich trotz meiner Funktion als Geschäftsführer, vorübergehend die kommenden Monate und vielleicht auch rückwirkend zugunsten der GmbH auf eine Gehaltszahlung verzichte?
In dieser Zeit widme ich mich dann zeitlich überwiegend meiner freiberuflichen Tätigkeit.

Wäre es eventuell sogar möglich, wenn ich Arbeiten für die Firma ausführe, diese meine Arbeit im Rahmen meiner freiberuflichen Tätigkeit (derselbe Tätigkeitsbereich) der Firma in Rechnung zu stellen?
Das Einverständnis der Gesellschafter natürlich vorausgesetzt.

Mir geht es hier nur um den juristischen Standpunkt, also ob diese beiden Möglichkeiten rechtlich machbar wären oder ob es außerhalb der Firma irgendjemanden gibt, der das anfechten könnte.

Vielen Dank!

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Sehr geehrter Ratsuchender,

auf der Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen stellt sich die Rechtslage in groben Zügen wie folgt dar:

1.
Ein Verzicht auf Gehalt ist hier sowohl arbeitsrechtlich als auch nach allgemeinem Zivilrecht unbedenklich.
Allerdings sollten Sie im Auge behalten, dass die Rückzahlung der auflaufenden Gehaltsrückstände durch die mögliche Insolvenz der GmbH gefährdet ist.

2.
Parallel können und dürfen Sie auch – da das Einverständnis der GmbH vorliegt – auf selbstständiger Basis sowohl für die GmbH als auch auf eigene Rechnung in Ihrem anerkannten Beruf tätig werden.

Ich hoffe, Ihnen mit meinen Ausführungen weitergeholfen zu haben.

Sollten Sie noch etwas konkretere Auskünfte wünschen, können Sie zunächst die kostenlose Nachfragefunktion nützen.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 10.12.2005 | 02:28

Vielen Dank für Ihre kompetente Antwort. Hilft mir sehr!
Ich möchte nur nochmal klarstellen:
Ich beabsichtige -nicht-, der GmbH mein Gehalt zu stunden, ich möchte vollständig darauf verzichten (also praktisch zu schenken). Geht das?
So kann ich gewährleisten, daß ich mir meine Zeit überwiegend für meine freiberufliche Tätigkeit nutzen kann. Wenn ich in dieser Zeit dennoch für die GmbH tätig bin, würde ich dieser bei Bedarf eine Rechnung schreiben.

Ich möchte noch erwähnen, daß ich mich zur Zeit in einer Privatinsolvenz befinde. Ändert das was an Ihrer Darstellung?

Mein Insolvenzverwalter ist mit meiner freiberuflichen Tätigkeit einverstanden, sofern ich ihm das Einkommen über dem Pfändungsfreibetrag zur Verfügung stelle. Das werde ich auch tun - versteht sich von selbst!
Ich möchte nur verhindern, daß er Ansprüche gegen die GmbH stellt oder gegen diese vorgeht, weil ich auf Gehaltszahlung zu Gunsten der GmbH verzichtet habe. Ebenso möchte ich natürlich nicht meine Restschuldbefreiung gefährden.

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 11.12.2005 | 01:05

Sehr geehrter Ratsuchender,

die von Ihnen eingangs nicht erwähnte Privatinsolvenz ändert sehr wohl einiges an der rechtlichen Situation.

Obwohl Sie hier über das ursprüngliche Anliegen deutlich hinausgehen, möchte ich Ihnen in der gebotenen Kürze ein paar hoffentlich nützliche Hinweise geben:

Solange Sie Ihre wirtschaftlichen Verhältnisse offen legen, werden Sie strafrechtlich kaum belangt werden können.

Sie müssen dann aber damit rechnen, dass das Rechtsgeschäft (Verzicht auf Arbeitsentgelt) wegen Vorenthalten von zu erwirtschaftendem Einkommen von Insolvenzgläubigern angefochten wird.

Wenn Sie mit dem Insolvenzverwalter kein Einvernehmen erzielen können, sollten Sie vor Ort einen auf Insolvenzrecht spezialisierten Kollegen – gerne auch innerhalb unseres Teams – aufsuchen.

Mit freundlichen Grüßen

Wolfram Geyer
Rechtsanwalt

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