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Gehaltskürzung da vom Sachbearbeiter zur Assistentin


| 03.07.2006 20:45 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Guten Tag,

ich arbeite seit einem halben Jahr bei einer Krankenkasse.Ich bin als Sachbearbeiterin im Bereich Leistungen eingestellt.

Die Einarbeitung war nicht besonders gut. So hatte ich große Schwierigkeiten, die ganzen neuen Programme und die Arbeitsweise so schnell duch "learning by doing" zu lernen, denn die Kollegen hatten selten Zeit, mir etwas in Ruhe zu erklären.

Als ich dann nach 5 Wochen meine eigenen Buchstaben hatte, bestellte mich die Teamleitung zu sich und sagte, ich sollte als Einarbeitung erstmal zu den Assistenskräften gehen. Ich sollte das als Chance und nicht als Degradierung verstehen. Diese "Einarbeitung" war zunächst befristet bis 30.04.06.

Ich bin über diesen Zeitpunkt hinaus bei den Assistenten geblieben, ohne das jemand auf mich zukam, um daran etwas zu ändern.

Nun wurde ich zum Gespräch gebeten. Dort wurden mir gesagt, dass ich für die Sachbearbeitung nicht geeignet sei, dabei wurden mir Sachen unterstellt, die einfach nicht wahr sind. Das sei auch der Grund, dass sie mir das Gehalt um 100 Euro kürzen wollten, da ich ja nicht mehr als Sachbearbeiterin sonders als Assistenkraft arbeite.

Nachdem ich das alles habe sacken lassen, habe ich mich dazu entschlossen, nochmal das Gespräch mit der Abteilungsleitung zu suchen und sachlich darzulegen, wie meine "Einarbeitung" abgelaufen ist und es nicht meine Schuld ist, dass es am Anfang nicht so gut lief.Ich habe auch gesagt, dass ich bereit bin Sachbearbeitung zu machen, da ich meine, das jetzt zu können. Dabei stellte sich heraus, dass es organisatorischen Gründen nicht möglich ist ab sofort Sachbearbeitung zu machen. Ich sollte noch mindestens 3 Monate Assistens machen.

Zunächst war von meiner Gehaltskürzung keine Rede mehr, denn die Abteilungsleitung hatte anscheinend keine Ahnung, was in unserer Abteilung so los ist.

Nun kam meine Teamleitung auf mich zu und fragte nach dem geänderten Vertrag. Wenn ich das nicht unterschreiben würde, müsste ich kündigen. (Wieso ich????)

Meine Fragen sind:

Womit muss ich rechnen, wenn ich das nicht unterschreibe?

Dürfen sie mein Gehalt kürzen, nur weil ich nicht mehr Sachbearbeitung sondern Assistenstätigkeiten mache?

Vielen Dank schon mal für die Antwort.
03.07.2006 | 21:25

Antwort

von


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Sehr geehrte Rechtssuchende,

Sie sollten auf keinen Fall selber kündigen. Dazu kann man Sie weder zwingen, noch gibt es irgend einen rechtlichen Grund hierfür. Sollte man Ihnen dagegen einen abgeänderten Vertrag anbieten, dann haben Sie natürlich die Möglichkeit diesen zu unterschreiben. Dann würde Sie zu dem niedrigeren Gehalt weiterarbeiten. Tun Sie dies nicht, dann hat Ihr Arbeitgeber eigentlich nur zwei Möglichkeiten. Er kann Sie verhaltensbedingt kündigen oder Ihnen eine sog Abänderungskündigung zukommen lassen. Bei der verhaltensbedingten Kündigung besteht für Ihren Arbeitgeber voraussichtlich das Problem, dass Sie unter das Kündigungsschutzgesetz fallen( wenn im Unternehmn mehr als 10 Arbeitnehmer tätig sind und Sie mindestens 6 Monate im Betrieb tätig waren.). Hier müsste der Arbeitgeber ihre angebliche Schlechtleistung nachweisen. Das kann er am besten, wenn er Sie zuvor schriftlich abgemahnt hat. Im Übrigen ist eine Abmahnung auch erforderlich, da die Kündigung nur die ultima ratio, also das letzte Mittel sein darf. Andererseits kann er Ihren alten Vertrag kündigen und Ihnen den Abschluss des neuen Vertrages anbieten. Diese Kündigung können Sie dann unter dem Vorbehalt annehmen, dass dieser sozial gerechtfertigt sein muss. D.h. sie arbeiten zu den neuen Konditionen weiter, legen gegen die Abänderungskündigung aber sofort Kündigungsschutzklage vor dem Arbeitsgericht ein. Wenn Sie im Falle der Abänderungskündigung die Klage verlieren, müssen Sie zu den neuen Konditionen weiterarbeiten. Gewinnen Sie, gelten weiterhin die alten Konditionen. Auch bei einer Abänderungskündigung hätte der Arbeitgeber wohl Probleme die Schlechtleistung zu beweisen. Im Falle der vorgenannten endgültigen Kündigung würden Sie im Unterliegensfall Ihre Arbeitsstelle leider ganz verlieren. In beiden Fällen sollten Sie auf jeden Fall sofort einen Anwalt mit der Prüfung beauftragen.

Mit freundlichen Grüßen
Marcus Alexander Glatzel
Rechtsanwalt

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Rechtsanwalt Marcus Alexander Glatzel, Dipl.-Jur.

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