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Gehalt Arbeitnehmer im Vergleich zu Gehalt Einzelunternehmer - Fragen

01.02.2020 13:14 |
Preis: ***,00 € |

Steuerrecht


Beantwortet von


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich möchte kurz die Ausgangslage für meine Fragestellung schildern. Mein Vater und ich haben vor 5 Jahren ein Unternehmen im der sozialen Branche gegründet. Wobei er eigentlich der Gründer ist, da er als Freiberufler das Einzelunternehmen führ und ich angestellt bin. Wir sind damit ein Familienunternehmen und wollten uns immer als gleichberechtigt sehen, auch wenn ich noch als Angestellter gelte. Wir beide haben uns darauf geeinigt, dass wir seit den letzten zwei Jahren das gleiche Gehalt beziehen. In dem Fall entnimmt er sich monatlich über eine Privatentnahme 4200 EURO im Monat. Bei mir sieht das etwas anders aus, da meine 4200 EURO Netto sind und da ja noch Brutto + Arbeitgeberanteil dazukommen. Das war bis vor kurzem noch nie ein Problem und Thema gewesen. Für die zusätzlichen Kosten für mein Nettogehalt kann ich ja nicht wirklich was.

Ich arbeite hier mit leicht gerundeten Zahlen. Jetzt sagt er aber, dass er ja nur 4200 EURO + 800 Krankenversicherung entnimmt und damit 60.000 EURO im Jahr aus der Firma entnimmt bzw. diese Kostet. Jetzt stellt er als zusätzliche Firmenkosten mein Gehalt von 7800 EURO entgegen, also mit Brutto und Arbeitgeberanteil zusammen. Also nicht mehr die monatlichen 4200 EURO die ich Netto auf dem Konto habe, so wie es bei seinen 4200 EURO Privatentnahme auch ist. Er rechnet meine 7800 EURO auf 12 Monate hoch und kommt dann auf jährliche Kosten von 93.600 EURO für mich. Jetzt vergleicht er seine Jährlichen Kosten von 60.000 EURO mit meinen jährlichen Kosten von 93.600 EURO und ist damit jetzt der Meinung, dass ich die Firma deutlich mehr im Jahr kosten würde. Weiterhin zählt er noch das jährliche Gehalt meiner Frau (Arbeitet auch bei uns) dazu von 29.000 EURO. Er sagt jetzt, dass wir beide ihn 120.000 EURO in Jahr kosten und sein Entnahme von 60.000 EURO dagegen nichts ist. Meine Mutter selbst arbeitet nicht im Unternehmen.

E ist schlimm genug das wir hier von einem Familienunternehmen und hier tatsächlich so verglichen wird. Jetzt habe ich ihm aber entgegengehalten, dass er ja eigentlich mehr Ausgaben auf den Monat gerechnet hat. Soli, Kirchensteuer, Krankenversicherung hat er selbst schon dazugerechnet und Arbeitslosen-, Pflege- und Rentenversicherung zahlt er nicht freiwillig ein. Lohnt sich in seinem Falle nicht mehr, da er in 3 Jahren in Rente gehen wird. Weiterhin habe ich ihm gesagt, dass jeder Arbeitnehmer Lohnsteuer zahlen muss und er als Einzelunternehmer die Einkommenssteuer zahlen muss. Beide kann man doch miteinander vergleichen oder? Arbeitnehmer = Lohnsteuer und Unternehmer = Einkommensteuer. Er ist aber der Meinung, dass er als private Person nichts damit zu tun hat. Die Einkommensteuer betrifft nur die Firma und nicht ihn.

Worauf ich eigentlich hier hinaus will ist, dass er nicht nur die 4200 EURO Gehalt + 800 EURO für Krankenversicherung entnimmt, sondern genau wie ich, mit Brutto und Arbeitgeberanteil, mehr monatlich aus der Firma entnimmt. Er rechnet meiner Meinung nicht ganz fair meine zusätzlich Kosten für ihn zum Gehalt als weitere monatliche Ausgabe. Ich sehe das aber anderes, da ich für diese zusätzlichen Kosten doch nichts kann und sie als gegeben ansehe. Er ist der Meinung damit benachteiligt zu sein, da er auf den Monat die Firma wenig kosten als ich mit meiner Frau zusammen. Da unser Steuerberater 2 Wochen im Urlaub ist und mich dieses Thema einfach nicht loslässt, wende ich mich hier an das Forum und erbitte um Hilfe.

In unserer letzten BWA von September kann ich genau sehen, wie hoch die Privatentnahmen von Januar 2019 bis September 2019 waren. Mehr BWA's für 2019 habe ich noch nicht und habe deshalb diese 9 Monate für ihn als Beispiel herangezogen. Mein Beispiel für seine monatlichen Kosten sieht dann so aus:

1. Gehalt 4200 Netto auf sein Konto
2. 800 EURO KV
3. 90 Lebensversicherung
4. Alles was er über die Firma laufen lässt
5. Weitere Privatentnamen
Die waren bis September 2019 72.000 EURO. Davon ziehe ich natürlich das Gehalt bis September ab. Das sind dann 72.000 EURO Privatentnahmen abzüglich 37.800 EURO Gehälter bis September = eine Differenz an weiteren Privatentnahmen von 34.200 EURO bis September. Rechne ich runter als Monatsdurchschnitt der neuen Monate runter, dann komme ich auf eine zusätzliche monatliche Summe von 3.800 EURO
6. Einkommenssteuer

Die Umsatzsteuer entfällt in unserem Fall, da es sich um eine soziale Einrichtung handelt.

Das ist eine sehr grobe Berechnung und sicherlich ist da auch nicht alles wirklich richtig. Jetzt kommen wir aber zu meinem Anliegen hier. Ich möchte dieses Thema am Montag nochmal mit ihn besprechen, da es mich einfach nicht loslassen will. Da wir ja mehr Kosten als er verursachen, will er sein Gehalt nach oben korrigieren, damit er wie wir mehr Geld monatlich zur Verfügung hat. Ich brauche eine vernünftige Argumentation für unser Gespräch. In ganz einfachen Worten, eine Argumentation die ihm zeigt, dass er monatliche eben nicht nur 4200 EURO die Firma kostet, sonder auch für ihn auf die 4200 EURO monatlich weitere Kosten oben drauf kommen. Meine Frau und ich haben unser Geld Netto auf dem Konto und haben kein Auto über die Firma laufen, Tanken nicht darüber, Versicherung zahlen wir selbst und entnehmen auch aus der Firma kein weiteres Geld.

Damit ich in Zukunft das Unternehmen selbst leiten kann ist ein Studium erforderlich. Ich studiere zur Zeit und diese Kosten von 300 EURO im Monat bezahlt die Firma. Für mich eigentlich selbstverständlich. Diesen Betrag hat er aber auch noch als zusätzliche Kosten von 3600 EURO dazugerechnet. Da fehlen mir einfach die Worte. Unser Steuerberater meinte mal vor längerer Zeit, dass er im Jahr um die 120.000 Kostet. Das wäre ja vergleichbar mit dem was meine Frau und ich im Jahr ihn kosten. Ich finde es schon in der Familie schlimm von Kosten zu reden.

Können Sie mir hier helfen für das Gespräch am Montag? Argumente, ein paar grobe Zahlen, was ist an seiner Rechnung falsch. Oder liege ich da nicht richtig? Da ich nur Angestellter bin und er der Einzelunternehmer ist, dessen bin ich mir ganz bewusst. Nur haben wir das Ding zusammen nach oben gebracht und ich sollte ja irgendwann in die Firma rein. Seine Berechnung empfinde ich sehr verletzend.

Freundliche Grüße

Luphan

Einsatz editiert am 02.02.2020 11:50:52

03.02.2020 | 08:05

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

Ich beantworte Ihre Frage gerne wie folgt:

Ihre Argumente sind alle zutreffend und denklogisch, bis auf die Annahme, dass die Lohnsteuer gleich der Einkommensteuer sei. Auch Arbeitnehmer müssen ggf. Einkommensteuer zahlen.

Ich würde bei dem Gespräch besonders folgende Punkte hervorheben:

- Sie haben sich damals so geeinigt
- Ihr und das Gehalt Ihrer Frau sind Betriebsausgaben, welche die Steuerlast ggf. mindern. ( neues Argument)
-Er entnimmt privat nach eigenem Ermessen, das können Sie nicht.
- Er hat einen Dienstwagen und kann seine Tankrechnungen und KfZ Kosten absetzen, so dass das seine Steuerlast mindert ( allerdings muss er den Dienstwagen versteuern)
- Anschaffungen für die Firma möglich.
- Er kann froh sein, dass Sie und Ihre Frau sozial abgesichert sind.
- Bei Krankheit erhält die Firma einen Ausgleich der Lohnfortzahlung im Krankheitsfall über das AAG ( 65-70%)
( neues Argument)

Ich hoffe Ihnen weiter geholfen zu haben und verbleibe mit freundlichen Grüßen und wünsche Ihnen viel Erfolg bei dem Gespräch.

Draudt
Rechtsanwältin
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