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Gegnerische Versicherung erkennt Kfz Gutachten nicht an

| 04.02.2009 18:11 |
Preis: ***,00 € |

Verkehrsrecht


Hallo!

Ich bin Geschädigter in einem Verkehrsunfall. Die Rechtslage ist eindeutig und anerkannt.

Mein Fahrzeug, ein alter Opel Omega, hat einen Reparaturwert knapp unter dem Wiederbeschaffungswert. Da Folgereparaturen nicht ausgeschlossen werden können möchte ich als Totalschaden abrechnen (Wiederbeschaffung - Restwert).

Nun mein Problem. Mein Fahrzeug wurde von einem unabhängigen und von mir beauftragtem Gutachter begutachtet. Nach meinem Verständniss ist das Gutachten fair, schlüssig und über jeden Zweifel erhaben.

Die gegnerische Versicherung erkennt jedoch den Wiederbeschaffungswert lt. Gutachten nicht an, und hat diesen um fast 20% reduziert.

Mein Gutachter hat das Gutachten lt. DAT Liste erstellt, und einen 25%igen Mehrwert aufgrund "Marktlage" berechnet. Dieser wurde zusätzlich mit Nachweisen belegt von Internet-Automobilbörsen und liegt bei allen angezeigten Ergebnissen im "Mittelfeld". "Marktlage" ist in diesem Fall der Raum Frankfurt / Main.

Der von der Versicherung bestellte gegnerische Gutachter erkennt diesen Mehrwert lt. Marktlage nicht an. Er behauptet sogar das einzelne Ausstattungsmerkmale wie Alufelgen auf den Fotos "nicht eindeutig" zu erkennen seien und macht Abzüge, obwohl die Fotos eindeutig sind. Der gegnerische Gutachter ist ebenso unabhängig vereidigt (lt. dessen Homepage). Ferner führt er an das er das Auto in anderen Internet-Automobilbörsen auch günstiger gefunden hätte. Eigene Recherchen von mir führen aktuell leider zu keinen Treffern mehr, sodas aktuell nur noch auf "ähnliche" Suchen zurückgegriffen werden kann.

Ich war bisher immer der Ansicht, das ein freies unabhängiges Gutachten anerkannt werden muß. Auch wenn ich in vielen Internet Foren Bestätigung gefunden habe konnte ich jedoch keine eindeutige Rechtsprechung oder BHG Urteil hierzu finden.

Meine Frage ist nun: Kann das Gutachten angefochten werden, oder kann der Korrekturfaktor Marktlage angefochten werden, oder muß mein Gutachten anerkannt werden?

Muß ich mich auf Spiele wie "Alufelgen ja/nein" einlassen und nun mitdiskutieren, oder kann dies durch ein eindeutiges Urteil beantwortet werden?

Gibt es nicht sogar ein Urteil daß die Wiederbeschaffung auf einen zumutbaren Umkreis einschränkt, ggf sogar auf seriöse Händler; sonst könnte die Versicherung ja argumentieren ein günstigeres Auto in Osteuropa gefunden zu haben, vielleicht sogar von privat?

Jede Hilfe und jeder Verweis auf ein BGH Urteil ist höchst Willkommen!

Vielen Dank!

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage beantworte ich im Hinblick auf Ihren Einsatz wie folgt:

Hinsichtlich der örtlichen Begrenzung und der Eingrenzung auf den regionalen Markt ist die Entscheidung des Bundesgerichtshofes vom 12.07.07 zu Az. VI ZR 132/04 einschlägig. Diese finden Sie in Volltext auf der Seite des Bundesgerichtshofs (www.bundesgerichtshof.de) veröffentlicht. Dort hat der Bundesgerichtshof ausdrücklich den Restwert des regionalen Marktes für maßgeblich erklärt.

Diese Entscheidung ist auf die Wiederbeschaffung eines Fahrzeugs entsprechend anwendbar, d.h. Sie müssen sich nicht auf ein osteuropäisches Fahrzeug verweisen lassen.

Der Wiederbeschaffungswert ist der Betrag, der auf dem Gebrauchtwagenmarkt unter Berücksichtigung aller wertbildenden Faktoren beim Erwerb eines gleichwertigen Fahrzeugs gezahlt werden muss. Der Geschädigte wird durch die Zahlung dieses Betrags durch die Versicherung in die Lage versetzt ein wirtschaftlich gleichwertiges Fahrzeug zu erwerben (z.B. OLG Zweibrücken VersR 1989, 1159).

Feste Kilometergrenzen gibt es allerdings nicht. Da hier aber dann zusätzliche Kosten für die Anreise, Besichtigung und die Abholung (2 Personen + Zusatzfahrzeug oder Bahnanreise + Verdienstausfall in dieser Zeit) anfallen, kann über eine Wirtschaftlichkeitsbetrachtung durchaus eine räumliche Eingrenzung vorgenommen werden.

Die Erhöhung um 25% aufgrund Marktlage erscheint mir abstrakt (ohne die Details zu kennen) etwas hoch.

Grundsätzlich ist es so, dass Sie Ihren Schaden durch ein von Ihnen in Auftrag gegebenes Sachverständigengutachten unter Beweis stellen. Wenn Sie Ihren Schaden auf diese Weise nachgewiesen haben, kann die Versicherung versuchen, den Gegenbeweis anzutreten.
Wenn der Sachverständige das Fahrzeug AUCH günstiger gefunden hat, dann muß er dies auch mit den Angeboten untermauern.
Die vom Versicherungs-Sachverständigen gefundenen Fahrzeuge müssen nach Ausstattung, Alter und Laufleistung dann auch mit Ihrem beschädigten Fahrzeug vergleichbar sein. Wenn lediglich ein pauschaler Hinweis (ohne Ausdruck der Angebote mit den Kfz-Details) vorhanden ist, dann haben Sie gute Aussichten Ihren Anspruch (zumindest weitestgehend), wenn nötig gerichtlich durchzusetzen.
Es ist dann Sache des Gerichts hierüber zu entscheiden (und möglicherweise ein weiteres Sachverständigengutachten einzuholen).

Falls Sie noch keinen Rechtsanwalt eingeschaltet haben, dann empfiehlt sich das nach der Sachlage . Die Kosten hierfür muss die gegnerische Versicherung tragen.
Gerne stehe ich hier für eine Übernahme der Regulierung zur Verfügung.

Bewertung des Fragestellers 08.02.2009 | 11:20

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