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Gegenseitiges Vererben


30.03.2005 15:08 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Sylvia True-Bohle



Sehr geehrte Damem und Herren,

meine Schwiegereltern ( Sie-A, Er-B ) haben 3 eheliche Kinder C, D und E. A hat jedoch noch einen unehelichen Sohn F, der nichts erben soll, da er sich nicht um seine Mutter kümmert bzw. noch nie gekümmert hat.
Mir geht es nun darum, das A und B nach dem Tod des anderen gegenseitig abgesichert sind. Sie besitzen ein schuldenfreies Grundstück mit Haus ( Wert ca. 100 000,- € ). Ich möchte verhindern, das das Haus vielleicht verkauft werden muß, weil eines der Kinder unbedingt Geld braucht ( danach sieht es im Moment leider aus)und A oder B dann in eine kleine Wohnung ziehen müssen. Dafür haben sie nicht jahrelang gespart und geschufftet.
Nun zu meiner Frage
Was müssen sie tun, das nach dem Tod von A oder B der jeweilig Überlebende alles erbt und weder C, D, E oder F etwas von ihrem Erbe verlangen können?
Steht F überhaupt etwas zu ( Pflichtteil ) und wenn ja, wie rechnet sich das und von wem erbt er?
Kann F auch vollständig enterbt werden?
Wie geht man am Besten vor?
Muß so etwas auf alle Fälle schriftlich bei einem Notar gemacht werden und wonach berechnet sich dessen Honorar? Nach dem Wert des Grundstücks / Haus ?
Ich bedanke mich jetzt schon für Ihre Antwort
Mit freundlichem Gruß

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Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Fragen möchte ich wie folgt beantworten:

Hier besteht für A und B die Möglichkeit im Wege der sogenannten Vor- und Nacherbschaft testamentarisch festzuhalten, dass die Kinder erst nach Ableben des zweiten Elternteil (dem zunächst Überlebenden) erben sollen. Auch kann eine Klausel verfasst werden, wonach jedes Kind, das sein Erbe verlangt (vom Überlebenden A oder B) auf sein Pflichtteil herabgesetzt wird.

Dieses kann bei einen Notar gemacht werden, wobei das Honorar sich nach dem Wert des gesamten Vermögens richtet (Haus; Sparbücher; Versicherungen; wertvolle Gegenstände). Es besteht aber auch die Möglichkeit, ein handschriftliches Testament selbst aufzusetzen und dieses beim Amtsgericht zu hinterlegen.

Aber auch dabei sollten sich A und B rechtlich von einem Rechtsanwalt beraten lassen (dafür braucht man kein Notar) wobei für einen solchen Entwurf - so wie wir es hier machen - dann eine Honorarvereinbarung im Vorfeld geschlossen werden sollte und alle Beteiligten dann wissen, was es kosten wird.

F wird Erbe der A; sollte er von der Erbschaft ausgeschlossen werden, beträgt sein Pflichtteil nur noch 1/2 des gesetzlichen Erbes, d.h. sein Anteil wird halbiert. Wie hoch der Anteil im Einzelnen ist, hängt von einigen Faktoren (Zugewinngemeinschaft zwischen A und B oder Ehevertrag) ab und kann so nicht in diesem Forum genau beantragt werden.

Es ist auch grundsätzlich möglich, F auch das Pflichtteil zu entziehen, wobei es hierzu im Testament einer ausdrücklichen Klausel bedarf, die aber an sehr strenge Voraussetzungen geknüpft ist.

Das alles sollte dann mit dem Rechtsanwalt (oder Notar, wenn es denn sein muss) im Einzelnen besprochen werden, da hierzu Ihre Informationen nicht ausreichen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwältin
Sylvia True-Bohle

Nachfrage vom Fragesteller 30.03.2005 | 15:47

Es besteht Zugewinngemeinschaft zwischen A und B.Wenn ich das mit dem Pflichtteil richtig verstanden habe, bedeutet das, das bei einem Erbe von 100000,-€ für F der Betrag von 50000,-€ ( Erbe von A ) zählt, der bei der gesetzlichen Erbschaft durch alle 4 Kinder geteilt wird (für jeden 12500.-€) aber bei Ausschluss für F dann nur noch davon die Hälfte der Pflichtteil wäre. Ist das so korrekt? habe ich das richtig verstanden?
Was für Vorraussetzungen sind es, die es möglich machen, F auch das Pflichtteil zu entziehen?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 30.03.2005 | 16:04

Wenn Zugewinngemeinschaft besteht, erbt der überlebende Ehegatte 1/2 plus 1/4, insgesamt also 3/4 des Vermögens. Das restliche Viertel wird zwischen den Kindern geteilt einschließlich F, wenn A stirbt. Jedes Kind würde dann 1/16 erhalten, der Pflichtteil beträgt dann noch 1/32. Wenn das Gesamterbe also 100.000,-- EUR beträgt, wäre der Pflichtteil 3.125,oo EUR.

Der Entzug des Pflichtteils ist in § 2333 BGB (nachzulesen über unsere homepage) geregelt, wobei nach Ihrer Schilderung die Ziffer 4 in Betracht kommen könnte, nämlich die Verletzung der Unterhaltspflicht des F gegenüber A oder auch die Ziffer 5, dem ehrlosen und unsittlichen Lebenswande.

Das alles muss in einem Testament auber ausführlich beschrieben werden.

Lassen Sie sich vorsorglich lieber beraten.

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