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Geerbtes Vermögen bei Scheidung

10.01.2011 08:54 |
Preis: ***,00 € |

Familienrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tobias Rösemeier


Sehr geehrte Damen und Herren,

meine Eltern (Mutter 71, Vater 69) werden sich nach mehr als 40 Jahren Ehe wahrscheinlich scheiden lassen.
Es besteht kein Ehevertrag sondern eine Zugewinngemeinschaft.

1988 hat alleine meine Mutter aus Ihrer Familie eine Immobilien geerbt. Diese wurde veräußert und davon wurde dann 1989 u. a. das Einfamilienhaus gekauft, in dem meine Eltern seitdem wohnen. Ebenso wurden umfangreiche Renovierungsarbeiten in dem EFH von diesem Geld bezahlt. Auf das EFH war zu keinem Zeitpunkt eine Grundschuld eingetragen, es ist seit dem Erwerb schuldenfrei. Meine Eltern sind beide im Grundbuch als Eigentümer eingetragen.

Meine Frage:
Erhält mein Vater im Falle einer Scheidung von diesem schuldenfreien Einfamilienhaus 50% des Verkehrswertes, obwohl das Haus nachweislich von dem Erbe meiner Mutter gekauft und renoviert wurde?

Im vorab vielen Dank für Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne wie folgt beantworte. Das Hinzufügen bzw. Weglassen von wesentlichen Sachverhaltsbestandteilen kann zu einem völlig anderen rechtlichen Ergebnis führen. Dieses Forum dient dazu, Ihnen eine erste rechtliche Orientierung zu verschaffen, kann und soll keinesfalls eine Beratung bei einem Kollegen vor Ort ersetzen.

Dies vorausgeschickt, beantworte ich Ihre Frage wie folgt:

Zunächst einmal bleibt Ihr Vater Miteigentümer zu 50 % in die Immobilie. Insoweit ist die Vermögensauseinandersetzung an der Immobilie vom Zugewinnausgleich abzugrenzen.

Es wäre vorliegend zunächst der Zugewinn Ihrer Eltern zu ermitteln. Als Endvermögen wird hier das vorhande Vermögen unter Abzug etwaig vorhandener Verbindlichkeiten zum Zeitpunkt des Scheidungsantrages herangezogen. Bei Ihren Eltern steht hier also jeweils der hälftige Wert der Immobilie neben unter Umständen noch anderen vorhandenen Vermögenswerten im Endvermögen.

Die Erbschaft Ihrer Mutter ist in deren Anfangsvermögen einzustellen. Hierbei ist der Wert der ererbten Immobilie zum Zeitpunkt der Erbschaft heranzuziehen und darüber hinaus nach dem Lebenshaltungsindex zu indexieren. Hierdurch wird der Kaufkraftschwund, der während der Ehe eingetreten ist, ausgeglichen.
Dies bedeutet, dass der Wert des Erbes einer Art Verzinsung unterliegt und höher ist, als zum damaligen Zeitpunkt.

Dieses Anfangsvermögen wird auf Seiten Ihrer Mutter vom Endvermögen in Abzug gebracht, so dass sie aller Voraussicht nach keinen oder nur einen geringen Zugewinn erwirtschaftet hat. Wohingegen Ihr Vater im Endvermögen die lastenfreie hälftige Immobilie hat.

Derjenige Ehegatte, der den höheren Zugewinn erwirtschaftet hat, hat dem anderen Ehegatten hiervon die Hälfte auszugleichen.

Einmal angenommen, die Immobilie hätte einen Wert von 200.000 €. Dann hätte Ihr Vater einen Zugewinn in Höhe von 100.000 € und müsste Ihrer Mutter dementsprechend 50.000 € ausgleichen.

Damit Ihre Mutter allerdings Alleineigentümerin der Immobilie nach der Scheidung werden kann, müsste sie Ihrem Vater dessen hälftiges Miteigentum in Höhe von 100.000 € übernehmen. Hier kann dann eine Verrechnung mit dem Zugewinn stattfinden, allerdings müsste Ihre Mutter anhand des diesseitigen Beispiels noch einen Ausgleich für die Immobilie in Höhe von 50.000 € an Ihren Vater bezahlen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen eine erste rechtliche Orientierung verschaffen, sollte etwas unklar geblieben sein, nutzen Sie bitte die kostenlose Nachfragefunktion des Portals.

Mit freundlichen Grüßen


Tobias Rösemeier
- Rechtsanwalt -

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