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Geerbtes Haus - wir können Miterben nicht auszahlen, müssen wir verkaufen?


28.12.2005 22:50 |
Preis: ***,00 € |

Erbrecht



mein mann und meine schwaegerin haben zusammen ein haus geerbt,das noch nicht aufgeteilt ist.meine schwaegerin will mit dem haus nichts zu tun haben.wir sollen sie ausbezahlenoder sie will das haus verkaufen.ausbezahlen koennen wir sie nicht.muessen wir dashaus nun verkaufen.wir wohnen seit 30 jahren darin.

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Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Diese beantworte ich auf Grundlage Ihrer Sachverhaltsschilderung gerne wie folgt:

1.

Ihr Mann und Ihre Schwägerin bilden eine Miterbengemeinschaft. Bis zur Auseinandersetzung wird der Nachlass gemeinschaftliches Vermögen der beiden Erben (§§ 2032 ff. BGB), wie Sie wahrscheinlich auch wissen.

Die Auflösung der Erbengemeinschaft hinsichtlich eines Grundstück ist einiges schwieriger als bei Mobilareigentum – was, um das Ergebnis vorwegzunehmen, aber nicht Ihr Problem, sondern das der Schwägerin ist. Denn „einfach verkaufen“ kann Sie das Haus gegen Ihren Willen nicht.

In dem von Ihnen beschriebenen Fall kommt für die Schwägerin nur eine sog. Teilungsversteigerung in Betracht. Diese ist immer dann ins Auge zu fassen, wenn sich die Erben nicht einvernehmlich auf eine Auseinandersetzung der Erbengemeinschaft bzgl. einer Liegenschaft einigen können.

2.

Ich möchte Ihnen kurz das Procedere der Teilungsversteigung schildern:

Eine Teilungsversteigerung kann jeder Miterbe beim örtlich zuständigen Amtsgericht beantragen, solange nicht der Erblasser testamentarisch eine Teilungsversteigerung ausschloss (BGH, FamRZ 85, 278, dort hieß es: „Das Grundstück darf nicht in falsche Hände fallen“, was dem BGH für die Annahme eines entgegenstehenden Willens genügte).

Der Antrag ist unabhängig von der Anteilsgröße oder der Zustimmung der anderen Miteigentümer. Die anderen Miterben können die Teilungsversteigerung also nicht verhindern. Sie können die Versteigerung lediglich hinauszögern.

Dies kann mit einem Antrag auf einstweilige Einstellung des Verfahrens erfolgen. Die Teilungsversteigerung kann dabei unter der Voraussetzung aufgeschoben werden, dass die Versteigerung zur Unzeit erfolgt, beispielsweise wenn eine Wertsteigerung des Grundstücks unmittelbar bevorsteht.

Jeder kann mitbieten, natürlich auch einer der Miteigentümer selbst.

Vorangestellt ist das sogenannte Wertfestsetzungsverfahren, in welchem der Verkehrswert des Grundstücks ermittelt und festgesetzt wird. Hier werden regelmäßig Sachverständige eingesetzt, die den Wert des Grundstückes einschätzen. Nach dem Wertsetzungsverfahren bereitet das Gericht den Versteigerungstermin vor, macht diesen bekannt und stellt diesen zu. Danach findet der Zwangsversteigerungstermin statt.

Bei der dann folgenden Teilungsversteigerung darf nur ein Gebot zugelassen werden, durch welches die dem Aufhebungsanspruch des Antragstellers vorhergehenden Rechte sowie die aus dem Versteigerungserlös zu entnehmenden Kosten des Verfahrens gedeckt werden. Insoweit gilt der sogenannte Deckungsgrundsatz. Erreicht das Meistgebot 50 % des Verkehrswertes nicht, so muss der Zuschlag an den Meistbietenden von Amtswegen versagt werden.

3.

Ihr längerfristiges Wohnrecht stünde dann natürlich auf tönernen Füssen. Allerdings ist die Teilungsversteigerung wirtschaftlich häufig unbefriedigend, so dass ich erhebliche Zweifel habe, ob Ihre Schwägerin diesen Weg einschlagen wird – schon weil auch Ihr Mann zu einem günstigen Preis den Zuschlag erhalten könnte.

Ein anderer Weg als die Teilungsversteigerung steht Ihrer Schwägerin nicht offen, sie kann –nochmals- das Haus auf jeden Fall nicht gegen den Willen Ihres Mannes als Miterben „freihändig“ verkaufen.


Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort zunächst einmal weitergeholfen zu haben. Für Rückfragen stehe ich Ihnen im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion von „Frag einen Anwalt“ gerne zu Verfügung.


Ich wünsche Ihnen ein glückliches und erfolgreiches Jahr 2006 und verbleibe mit freundlichen Grüssen.


Dr. Thomas Schimpf
- Rechtsanwalt -

ra.schimpf@gmx.de
www.anwalt.de/rechtsanwalt_schimpf

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