Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Gebühren Inkassounternehmen und Verjährung von Zinsen

| 27.08.2020 07:08 |
Preis: 55,00 € |

Inkasso, Mahnungen


Beantwortet von


Es geht um die Frage, wann Zinsen und Zinseszinsen auf einem Kontekorrentkonto/Girokonto verjähren und wann die Gebühren eines Inkassounternehmens zu übernehmen sind.

Im Jahar 1997 habe ich ein Kontokorrentkonto mit einem Depo bei einer Bank abgeschlossen, um Aktien kaufen zu können. Es wurde eine monatliche Rechnung erstellt, die ich dann durch Überweisung von meinem privaten Girokonto auf das Konto bei der Bank beglichen habe. Von mir wurden wenige Transaktionen durchgeführt und nach meiner Erinnerung etwa seit 2000 (wenn nicht früher) keine mehr. Im Jahr 2000 bin ich umgezogen und habe dabei vergessen die Bank von dem Umzug zu informieren, vermutlich weil ich zu dem Zeitpunkt länger schon keine Umsätze getätig hatte. Einmal jährlich gab es eine schriftliche Abrechnung, die ich seit meinem Umzug im Jahr 2000 nicht mehr erhalten habe. Seit dem Jahr 2004 wohne ich unter der selben Adresse.

Nun habe ich im Jahr 2020 eine Aufforderung zur Zahlung von etwa 230 € (Hauptforderung) zuzüglich Gebühren eines Inkassounternehmens erhalten. Eine Aufstellung ab dem Jahr 2010 war beigefügt, wonach es sich nur um Überziehungszinsen und Sollzinsen handelt. Wie hoch die ursprüngliche Forderung war, weiß ich nicht (vermutlich etwa 50 €). Erst im Jahr 2018 hat die Bank das Konto von Ihrer Seite aus Konto gekündigt. Dabei ging die Kündigung auch an die alte Adresse, so dass ich die Kündigung nicht erhalten habe. Eine Aufforderung zur Zahlung vorher habe ich an meine Adresse nicht erhalten.

Fragen:
Kann bei den Sollzinsen oder den Überziehungszinsen eine Verjährung eingetreten sein bzw. was sind die Voraussetzungen?

Erstmalig durch das Inkassounternehmen habe ich von der Gesamtforderung erfahren. Muss ich die Gebühren des Inkassounternehmens bezahlen?

Wenn keine Verjährung vorliegt, kann man durch das Warten der Bank (18 Jahre) denen ein „Mitverschulden" anrechnen?

27.08.2020 | 08:50

Antwort

von


(741)
Wrangelstrasse 16
24105 Kiel
Tel: 0431-895990
Web: http://www.kanzlei-steidel.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie sollten auf jeden Fall gegenüber dem Inkassounternehmen schriftlich die Einrede der Verjährung erheben und die Kosten des Inkassounternehmens mit der Begründung zurückweisen, Sie befänden sich nicht in Verzug, da Sie zu keiner Zeit eine Abrechnung oder Mahnungen erhalten hätten.

Zinsen verjähren 3 Jahre nach Ihrer Entstehung, wobei der Zinsbeginn mit Ablauf des betreffenden Kalenderjahres erfolgt. Das heisst, Zinsen bis einschliesslich 2016 sind verjährt.

Was die Hauptforderung anbetrifft, so kommt es darauf an, ob diese tituliert ist, also ab ein Vollstreckungsbescheid oder ein gerichtliches Urteil vorliegt. Dann wäre die Hauptforderung nicht verjährt. Anderenfalls erheben Sie bitte die Einrede der Verjährung auch hinsichtlich der Hauptforderung.

Ist Ihnen nicht bekannt, ob eine Titulierung erfolgt ist, dann lassen Sie sich eine Kopie des vermeintlichen Titels vom Inkassounternehmen vorlegen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Sascha Steidel
Fachanwalt für Familienrecht

Rückfrage vom Fragesteller 27.08.2020 | 16:08

Nachfrage:
Ihre Aussage: Zinsen verjähren 3 Jahre nach Ihrer Entstehung, wobei der Zinsbeginn mit Ablauf des betreffenden Kalenderjahres erfolgt. Das heisst, Zinsen bis einschliesslich 2016 sind verjährt.

Gilt die Verjährung bei den Soll/Verzugszinsen auch bei einem Kontekorrentkont/Girokonto? Ich dachte, erst wenn das Konto gekündigt sei würde die Verjährung beginnen?

(z. B. AG München, Az.: <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=212%20C%20534/16" target="_blank" class="djo_link" title="AG München, 07.06.2016 - 212 C 534/16: Kontokorrentkonto: Verjährung des Ausgleichsanspruch">212 C 534/16</a>, Urteil vom 07.06.2016

Streitfall handelt es sich um die geschuldete Rückführung eines infolge geduldeter Überziehung entstandenen negativen Kontokorrentsaldos. Vorliegend handelt es sich nicht um Ansprüche auf Darlehensrückzahlungen und Zinsen im Sinne des § 497 BGB: Verzug des Darlehensnehmers . Vielmehr entsteht mit Fälligwerden des Gesamtanspruches ein neuer Anspruch, der der dreijährigen Regelverjährung nach § 195 BGB: Regelmäßige Verjährungsfrist , § 199 BGB: Beginn der regelmäßigen Verjährungsfrist und Verjährungshöchstfristen unterliegt. Die Neubegründung des Anspruchs ergibt sich schon daraus, dass die Kontokorrentabrede, die gleichzeitig mit dem Girovertrag und dem Kreditvertrag eingegangen worden ist, bis zur Kündigung und Gesamtfälligstellung eine Geltendmachung des Darlehensanspruchs ausgeschlossen hat. Mit Zustandekommen der Kontokorrentabrede stehen die von ihr erfassten Forderungen zur Verrechnung, können also nicht selbständig geltend gemacht oder eingeklagt werden.)


MfG
Anfrager

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 28.08.2020 | 08:24

Guten Morgen,

so wie ich Ihre Schilderung verstehe, handelte es sich bei der Forderung nicht um einen Kontokorrentsaldo infolge geduldeter Überziehung, so dass die Fallgestaltung aus dem zitierten Urteil nicht zutrifft.

Sie schildern, es sei eine monatliche Rechnung erstellt worden, die Sie dann von Ihrem privaten Girokonto beglichen hätten. Mit Rechnungsstellung dürfte die Forderung dann also fällig gestellt worden sein. Dies ist bei der Forderung aus einem Kontokorrent gerade nicht der Fall, da wie das Urteil beschreibt, erst mit Kündigung und Gesamtfälligstellung ein neuer Anspruch entsteht, der dann erst den Lauf der Verjährungsfrist in Gang setzt. Bei monatlichen Abrechnungen Ihres "Depotkontos" ist die Sachlage meines Erachtens anders zu bewerten.

Ich würde daher auch weiterhin empfehlen, wie vorgeschlagen zu verfahren. Für eine abschliessende Prüfung wären die zugrundeliegenden Vertragsunterlagen für das Konto zu prüfen.

Bewertung des Fragestellers 30.08.2020 | 07:48

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Sascha Steidel »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 30.08.2020
4,6/5,0

ANTWORT VON

(741)

Wrangelstrasse 16
24105 Kiel
Tel: 0431-895990
Web: http://www.kanzlei-steidel.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht, Miet und Pachtrecht, Internet und Computerrecht, Verkehrsrecht, Erbrecht, Vertragsrecht, Fachanwalt Familienrecht, Grundstücksrecht