Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Gebrauchtwagenkauf - Mängelreklamation

| 09.05.2009 20:45 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Hallo,

am 22.November 2008 kaufte ich bei einem Vertragshändler einen gebrauchten PKW. Da ich bereits eine geraume Zeit auf der Suche nach einem Gebraucht-PKW war und ich bis dahin schlechte Erfahrungen machte, entschied ich mich, bei einem Vertragshändler einer als solide geltenden Marke einen höheren Preis zu bezahlen im Sinne einer optimalen Gebrauchtwagenqualität. Ich erhielt dafür eine Gebrauchtwagengarantie, jedoch natürlich nicht auf Verschleißteile. Der Zustand des Autos wurde als "Bester Zustand" beschrieben, der Händler wirbt mit "Gebrauchtwagengarantie" und "Meistergeprüft". (Fotos und Beweise dazu sind vorhanden.) Der Kauf erfolgte etwa 150km von meinem Wohnort entfernt.

Als ich anschließend vergangenen Winter mit dem gekauften Auto unterwegs war, stellte ich Geräusche fest, die ich als Stoßdämpferprobleme einstufte. Daraufhin fragte ich einen Vertragshändler vor Ort, ob er einmal die Stoßdämpfer kontrollieren könnte. Aus Zeitgründen geschah das nicht, jedoch bestätigte mir dieser Vertragshändler, daß an diesem Typ die Stoßdämpfer eigentlich nicht kaputt gehen.

Später, als die Temperaturen wieder stiegen, hörte ich das verdächtige Geräusch nicht mehr bzw. nicht mehr so deutlich.

Vor zwei Wochen ließ ich dann bei dem Vertragshändler in meine Wohnort meine Reifen wechseln. Dabei erhielt ich u.a. schriftlich den Bescheid, daß meine Stoßdämpfer vorne und hinten defekt seien.

Nun kontaktierte ich den Verkäufer des Autos und wir trafen uns. Der Verkäufer sagte, ich hätte das Auto gekauft und hätte doch nichts bemerkt. Als jemand, der seit 20 Jahren Auto fährt, wäre ich Experte und hätte einen Schaden erkennen müssen, was nicht geschah. Wir einigten uns darauf, einen Blick auf die Stoßdämpfer zu werden. Es stellte sich heraus, daß die Gummimanschetten um die hinteren Stoßdämpfer defekt sind und daß die Stoßdämpfer hinten leicht Flüssigkeit verlieren. Nach Aussage des Vertragshändlers sei das aber bei diesem Alter normal, sie sind nicht defekt und nicht verkehrsunsicher. Da ich ja ohnehin bisher am Fahrverhalten nichts bemerkt hätte, empfiehlt er, die Stoßdämpfer nicht wechseln zu lassen.

Ich plane nun, die Stoßdämpfer von einem unabhängigen Gutachter begutachten zu lassen - ich dachte an eine ADAC-Prüfstelle.

Meine Frage nun dazu:
Wenn ich von der unabhängigen Prüfstelle ebenfalls bescheinigt bekomme, daß die Stoßdämpfer gewechselt werden müssen - welchen Chancen habe ich, den verkaufenden Vertragshändler dazu zu bringen, daß er die Kosten für die Stoßdämpferwechsel übernimmt bzw. daß er mir die Stoßdämpfer wechselt? Ist es richtig, daß ich bei reklamierten Mängeln innerhalb eines halben Jahres das Recht auf Rückgabe des Autos hätte?

09.05.2009 | 21:12

Antwort

von


(1215)
Aachener Strasse 585
50226 Frechen-Königsdorf
Tel: 02234-63990
Web: http://www.ra-raab.de
E-Mail:
Diesen Anwalt zum Festpreis auswählen Zum Festpreis auswählen

Sehr geehrter Fragesteller,

zu Ihrer Anfrage nehme ich wie folgt Stellung:


1.

Sie sprechen ein Problem der Sachmängelhaftung an.

Wenn Sie Ersatz der Stoßdämpfer verlangen, müssen die Stoßdämpfer bereits bei Vertragsschluß bzw. bei Übergabe des Fahrzeugs defekt gewesen sein. Ausreichend kann es auch sein, wenn der Schaden schon im Ansatz vorhanden gewesen ist.

Ob der Schaden an den Dämpfern, einen solchen unterstellt, bereits bei Vertragsschluß am 22.11.2008 vorhanden gewesen ist, läßt sich anhand des derzeitigen Erkenntnisstands nicht sagen.

D. h. wenn Ihnen z. B. eine ADAC-Prüfstelle bescheinigt, daß die Dämpfer defekt seien und gewechselt werden müßten, hilft Ihnen das wenig. Damit wäre nämlich noch nicht gesagt, daß der Defekt bereits bei Vertragsschluß vorhanden gewesen sei. Für den Händler bestünde also keine rechtliche Verpflichtung, die Dämpfer auszutauschen.


2.

Grundsätzlich bestehen die Gewährleistungsansprüche nach dem Gesetz 2 Jahre ab Vertragsschluß bzw. Übergabe des Fahrzeugs. Die Haftung kann allerdings au 1 Jahr begrenzt werden.

Mit der Sechsmonatsfrist hat es Folgendes auf sich: Innerhalb von 6 Monaten nach Vertragsschluß wird zugunsten des Käufers vermutet, daß der Mangel bereits bei Abschluß des Kaufvertrags vorgelegen hat. Damit liegt die Beweislast dafür, daß der Mangel erst später eingetreten ist, beim Verkäufer. Nach Ablauf von 6 Monaten muß der Käufer beweisen, daß der Mangel schon bei Vertragschluß vorgelegen hat.

Allerdings gilt diese Beweislastregel nicht oder nur eingeschränkt bei gebrauchten Sachen.


3.

Wenn Sie Ihre (vermeintlichen) Ansprüche durchsetzen wollten, müßte ein selbständiges Beweisverfahren bei Gericht eingeleitet werden, in dessen Rahmen durch Einholung eines Sachverständigengutachtens geklärt werden muß, ob der Stoßdämpferdefekt bereits bei Vertragsschluß vorhanden gewesen ist. Ob sich das jetzt noch klären läßt, ist zumindest zweifelhaft. Im Übrigen dürften Aufwand und Kosten dieses Verfahrens in keinem vernünftigen Verhältnis zum Schaden stehen.


Mit freundlichen Grüßen

Gerhard Raab
Rechtsanwalt


Bewertung des Fragestellers 12.05.2009 | 10:11

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

Mehr Bewertungen von Rechtsanwalt Gerhard Raab »
BEWERTUNG VOM FRAGESTELLER 12.05.2009
4,2/5,0

ANTWORT VON

(1215)

Aachener Strasse 585
50226 Frechen-Königsdorf
Tel: 02234-63990
Web: http://www.ra-raab.de
E-Mail:
RECHTSGEBIETE
Arbeitsrecht (Arbeiter und Angestellte), Erbrecht, Familienrecht, Straßen- und Verkehrsrecht, Miet und Pachtrecht, Vertragsrecht, allgemein, Kaufrecht, Strafrecht