Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Gebrauchtwagenkauf (Kaufpreisminderung, Nachbesserung)

22.02.2014 11:57 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Lorenz Weber


Guten Tag,
letzte Woche Samstag habe ich bei einem Gebrauchtwagenhändler (deutsches Unternehmen) einen Gebrauchtwagen, Audi A4, 3,5 Jahre alt, Kaufpreis 18900 € besichtigt. Nach einer Probefahrt und Begutachtung des Fahrzeuges habe ich mit dem Händler einen Vertrag abgeschlossen. Im Vertrag steht laut Vorbesitzer Unfallfrei. Das Fahrzeug ist übrigens ein Leasingrückläufer, welches vorher von einem deutschen Unternehmen unter Leasingvertrag stand.
Ich habe mit dem Händler vereinbart, das dieser bis spätestens den darauffolgenden Donnerstag eine Anzahlung erhält (15% vom Kaufpreis). Die Anzahlung habe ich dann auch entsprechend getätigt. Nach Übergabe der Anzahlung habe ich das Fahrzeug auf dem Hinterhof nochmals angesehen (hätte ich am besten eher vorher machen sollten). Da sind mir kleine 3 Lackerhebungen (ca. 0,5 cm groß) auf der Motorhaube aufgefallen. Ich habe den Händler darauf aufmerksam gemacht und Ihn gefragt, was das ist. Er sagte, dass wären Harz, oder Vogelkotverätzungen. Ich habe dem Händler gesagt, dass ich für den Kaufpreis so etwas nicht akzeptiere und forderte Ausbesserung oder eine Minderung des Kaufpreises. Der Händler lässt sich jedoch nicht darauf ein und meint es sei ja auch nur Gebrauchtfahrzeug, da wären Gebrauchsspuren am Lack auch normal und ausserdem hätte ich das Fahrzeug ja schon besichtigt und auch so gekauft. Nur sind mir da diese Lackerhebungen nicht aufgefallen. Ich bin mir jedoch nicht sicher, ob es evtl. doch Rostblasen sind, evtl. durch schlechte Nachlackierung der Motorhaube nach einem Unfall. Der Händler bestätigt mir aber, dass dem nicht so sei, sondern eben nur Harz - das Auto ist unfallfrei! Am Dienstag nächster Woche ist der Abholtermin des Autos fixiert und die Restzahlung des Kaufpreises. Welche Möglichkeiten habe ich, evtl. doch noch die von mir gewünschte Nachbesserung oder Wertminderung zu erlangen? Kann ich womöglich auch noch vom Vertrag zurücktreten, unter Berücksichtigung der geleisteten Anzahlung von 3000 € und unter Abschluss des Kaufvertrages.
Vielen Dank für eine Antwort.


Einsatz editiert am 22.02.2014 15:43:19

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen und unter Berücksichtigung des ausgelobten Honorars wie folgt beantworten:

Nach Ihrer Schilderung ist fraglich, ob tatsächlich ein Sachmangel vorliegt. Der Kaufvertrag selbst ist schon geschlossen worden, sodass Sie an sich auch Gewährleistungsrechte geltend machen können. Das an sich ist nicht das Problem.

Hier wird es lediglich problematisch, ob die Flecken bereits bei Vertragsschluss sichtbar waren und daher ggf. die vereinbarte Beschaffenheit dargestellt haben oder nicht. Selbst wenn nicht wäre zu prüfen, ob das Fahrzeug die Beschaffenheit aufweist, die man üblicherweise bei einem Fahrzeug dieses Alters und der Laufleistung erwarten kann.

Dass bei einem wenn auch jungen gebrauchten Schäden am Lack zu erwarten sind, liegt jedenfalls nicht außerhalb jeder Lebenserfahrung. Handelt es sich daher tatsächlich um Harzflecken oder Vogelkotflecken sind es nur übliche Abnutzungserscheinungen.

Im Hinblick auf einen etwaigen Unfallschaden wäre das Fahrzeug hier allerdings auch nicht mangelhaft. Zwar kann auch der Käufer eines Gebrauchtwagens, wenn keine besonderen Umstände vorliegen, erwarten, dass das Fahrzeug keinen Unfall erlitten hat, bei dem es zu mehr als „Bagatellschäden" gekommen ist. „Bagatellschäden" sind bei einem Pkw nur ganz geringfügige, äußere (Lack-)Schäden, nicht dagegen andere (Blech-)Schäden, auch wenn sie keine weitergehenden Folgen hatten und der Reparaturaufwand nur gering war. OLG Brandenburg, Urteil vom 22.03.2011 – 11 U 25/10

Selbst wenn also ein Unfallschaden vorläge, würde es sich um einen unbeachtlichen Bagatellschaden handeln. Allerdings spricht das Schadensbild nicht für einen Unfallschaden, sondern eher für eine wenn dann mangelhafte Lackierung.

Hier bräuchte man jedoch eine sachverständige Meinung um den Grund der Flecken beurteilen zu können. Stellt sich nach der Übernahme des Fahrzeugs raus, dass es sich um Rostblasen handelt, können Sie den Händler immer noch in Anspruch nehmen.

Nehmen Sie das Fahrzeug hingegen nicht ab, laufen Sie Gefahr auf Abnahme und Zahlung in Anspruch genommen zu werden.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 68332 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Erst anfängliche Schwierigkeiten, am Ende jedoch sehr klar und stets sehr freundlich erklärt. Sehr zu empfehlen. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
War verständlich und ausführlich, vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
3,8/5,0
Das nächste Mal bevorzuge ich eher eine persönliche Beratung. Das liegt wohl eher an der Plattform, als an der beratenden Person. Aus diesem Grund hat sich für mich jetzt keine Handlungsoption ergeben, bzw. etwas, was ich tun ... ...
FRAGESTELLER