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Gebrauchtwagenkauf - Defekt

12.08.2020 21:08 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


in unter 1 Stunde

Ich habe vor rund 6 Wochen einen Gebrauchtwagen eines Händlers mit rund 192.000 KM aufgrund der aktuellen Coronasituation per Videocall angesehen und im selben Zuge gekauft. Laut Händler sollte das Fahrzeug bis auf ein paar Schönheitsflecken (gerissene, geklebte und nachlackierte Frontstoßstange, kleinere Roststellen über das Fahrzeug verteilt) Mängelfrei sein. Sonstige bekannte Schäden an Getriebe, Motor und Bremsen wurden mündlich verneint - lediglich ein kleiner Parkrempler sei bekannt, der auch die beschädigte Frontstoßstange erklären soll. ebenfalls hatte der Wagen mit seinem Kilometerstand einen frisch bestandenen, mängelfreien Tüv. Nach diesem Videocall willigte ich mündlich dazu ein, das Fahrzeug beim Händler über einen Zeitraum von 3 Jahren zu finanzieren - daraufhin sendete mir der Händler per E-Mail einen Kaufvertrag zu, den ich aber aufgrund der fehlenden Persönlichkeit der Situation so nicht unterzeichnete.

Einige Tage später kam es dann so, dass ich das Fahrzeug kaufte (Strecke von Zuhause zum Händler rund 220 KM). Nach einem kurzen Gespräch kaufte ich das Fahrzeug nun, ohne noch einmal genauer alles anzusehen und ohne die Finanzierung. Als ich Zuhause ankam musste ich allerdings schon auf dem Hof feststellen, dass das Fahrzeug Öl verliert und die Bremsen einen augenscheinlich sehr gebrauchten Zustand aufweisten.

Um der Sache genauer auf den Grund zu gehen, war meine erste logische Reaktion natürlich die Fahrt zur nächstgelegenen Werkstatt (Circa 1-2 Wochen nach dem Kauf.) Auf dem Weg dorthin fiel mir ebenso auf, dass der linke Frontscheinwerfer flackert. Bei der Werkstatt stellte sich bei einer ersten Durchsicht heraus, dass der Ölkühler undicht sei und die Bremsen so weit abgefahren waren, dass alle rund um das Fahrzeug unverzüglich getauscht werden müssen, da laut Aussage der Werkstatt sonst Lebensgefahr bestände.

Da ich in beidem natürlich Verschleißteile sehe - und es nicht besser wusste - habe ich den Händler kontaktiert, er bot mir nur an, gegen einen Aufpreis von 300€ an Materialkosten Ölkühler und Bremsen zu tauschen. Aufgrund des weiten Wegs und nicht-besser-wissens entschied ich mich stattdessen die Bremsen aus eigener Tasche reparieren zu lassen. Die Reperatur des undichten Ölkühlers steht weiterhin aus.

Somit gab ich also das Fahrzeug zur Reperatur ab. (Zu diesem Zeitpunkt war ich mit dem Fahrzeug rund 2200 KM gefahren.) Am nächsten Tag holte ich das Fahrzeug wieder ab und traute meinen Ohren nicht, als der Ansprechpartner dort mir erzählte, dass die Bremsbeläge und Scheiben allesamt mehr als über dem üblichen Verschleiß abgefahren waren. Die rechte Bremse der hinteren Achse war so festgefahren, dass der Gleitstift dieser nur durch massiv erhöhtem Aufwand und herausschweißen zu entfernen war. Weiterhin wurde mir erzählt, der linke Frontscheinwerfer sei aus seiner Halterung gebrochen und flackerte aufgrunddessen, der Luftkühler ist verbogen und Die Motorhaube schließe nicht mehr richtig.

Aufgrund dieses Schadensbildes schließe ich also darauf, dass mir der Verkäufer einen evtl größeren Frontschaden verschwiegen hat. Ebenso lässt sich für mich das Zustandsbild der Bremsen nicht mit den Kilometern vereinbaren, die ich mit dem KfZ zurücklegte. Weiterhin stellt sich mir die Frage, wie ein Fahrzeug mit solchem Bremsenzustand die Tüv-Prüfung
besteht. Für die Reperatur der Bremsen zahlte ich rund 1400€.

Mit meinen neugewonnen Infos sprach ich natürlich den Händler an und bat ihn darum, die Reperatur der Bremsen und die anfallenden Kosten der restlichen Mängel zu übernehmen. Dies verneinte er. Eine Anfrage, ob wir den Kaufpreis senken können (in Worten 3000€ an mich zurück zu überweisen) lehnte er ebenfalls ab.

Natürlich frage ich mich nun, ob ich bei dieser Geschichte nun noch irgendeinen Spielraum habe - oder ob ich nun ohne schriftlichen Kaufvertrag auf einem Fahrzeug sitzen bleibe, das schlichtweg nicht dem mir angepriesenem Zustand entspricht. Gibt es in der Situation noch irgendwas, dass ich erwirken kann?

12.08.2020 | 21:36

Antwort

von


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Sehr geehrter Fragesteller,

der Händler muss nur für solche Mängel aufkommen, die keinen normalen Verschleiß darstellen und Sie Mangelbeseitigung vorher fruchtlos aufgefordert haben.

Sie sollten in Ihrer Situation und zum Herausfinden von eventuellen Vorschäden, das Fahrzeug mittels eines Lackschichtentests überprüfen und auch eine HIS Anfrage absenden. Sollte sich dann herausstellen, dass es ein Unfallfahrzeug gewesen ist, können Sie davon ausgehen, dass der Händler dies auch wusste, sodass Sie vom Kaufvertrag zurücktreten können.

Andernfalls sollten Sie dem Händler wegen der Nicht-Verschleißteile eine Frist zur Nachbesserung setzen. Erfüllt er nicht, können Sie auf seine Kosten alles reparieren lassen.

Lediglich Mängel, die normalen Verschleiß darstellen und zu deren Behebung Sie vorher nicht aufgehört haben. Können Sie nicht ersetzt verlangen.

Bei weiteren Fragen oder wenn Sie bei diesem Fall Hilfe brauchen sollten, stehe ich Ihnen selbstverständlich jederzeit zur Verfügung, da unsere Kanzlei auch auf bundesweite Mandate ausgerichtet ist, ohne dass Ihnen dadurch Mehrkosten entstehen. Falls Sie eine Rechtsschutzversicherung besitzen sollten, könnten wir für Sie eine kostenfreie Deckungsanfrage durchführen.

Mit freundlichen Grüßen


Dr. Hoffmeyer, LL.M.
Rechtsanwalt


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