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Gebrauchtwagen - verschwiegener Unfall

05.07.2008 22:42 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von


Guten Tag!
Ich habe am 07.07.07 bei einem AUDI-Händler einen gebrauchten PKW (Kaufpreis: 20.490 €) erworben. Ich habe ausdrücklich (vor Zeugen) nach Unfallschäden und möglicherweise ersetzten Teilen gefragt. Der Verkäufer gab an, dass der linke Kotflügel, die beiden Türen links und die Motorhaube neu lackiert worden seien. Dies ist auch so im Kaufvertrag festgehalten.
Der Verkäufer wußte aber nicht, warum die Neulackierung erforderlich war (Annahme: zerkratzt durch Fremdeinwirkung oder Kollision mit einem Dornenbusch / -hecke). Jedenfalls wurde kein Teil ausgetauscht!!!
Am 03.07.08 war ich bei einem anderen AUDI-Händler, um ein anderes Fahrzeug zu erwerben und wollte meinen PKW in Zahlung geben. Beim Überprüfen der Wekstatthistorie (Danke AUDI!!!) meines PKW stellte sich heraus, dass nicht nur Lackierarbeiten vorgenommen wurden, sondern auch der linke Kotflügel ersetzt wurden.
Die Reperatur wurde fachmännisch durchgeführt und es ist auch nichts zu sehen. Allerdings hätte ich den PKW nie gekauft, wenn ich vorher von dem ersetzten Kotflügel gewusst hätte.
Der Händler hat mich bewußt angelogen, weil die Lackierarbeiten und der ersetzte Kotflügel zum gleichen Zeitpunkt durchgeführt wurden. Da er von den Lackierarbeiten wußte, wußte er auch von dem Kotflügel!
Für mich stellt dieser Schaden einen Wertverlust beim Wiederverkauf dar. Und ich muß zudem private Käufer darüber informieren.

Jetzt meine Fragen:
Kann ich eine Rückabwicklung nach einen Jahr Nutzung (gefahrene km ca. 8.000 / Startwert: 58.000km) verlangen?
Wenn nicht - welche anderen Optionen habe ich?

Vielen Dank für die Hilfe!!!

Mit freundlichen Grüßen

06.07.2008 | 00:45

Antwort

von


(310)
Marie-Juchacz-Straße 17
40470 Düsseldorf
Tel: 0211 911 872 43
Web: http://www.ra-mauritz.de
E-Mail:

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Frage möchte ich anhand der mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

Sie können grds. auch nach einem Jahr den Rücktritt erklären. Voraussetzung hierfür ist zum einen, dass Sie dem Verkäufer den Mangel anzeigen und ihn zur Nachbesserung auffordern. Diese könnte hier faktisch nur in der Lieferung eines mangelfreien Wagens bestehen. Dies wird und darf der Verkäufer wegen Unzumutbarkeit ablehnen. Dann ist der Weg frei, um den Rücktritt erklären zu können.
Voraussetzung ist zum anderen, dass die Gewährleistungsfrist noch nicht abgelaufen ist. Diese kann beim Kauf gebrauchter Sachen auf ein Jahr begrenzt werden; allerdings gilt dies nicht, wenn der Mangel arglistig verschwiegen wurde - wofür hier einiges spricht.
Erklären Sie den Rücktritt, wird der Vertrag rückabgewickelt. D.h., Sie erhalten den Kaufpreis zurück, müssen neben dem PKW aber auch die gezogenen Nutzungen herausgeben, also einen Wertersatz dafür leisten, dass Sie den PKW ein Jahr lang genutzt haben.
Alternativ können Sie auch eine Minderung des Kaufpreises verlangen, was ggf. dann sinnvoll ist, wenn Sie trotz des Mangels gute Chancen sehen, den PKW anschließend zu einem guten Preis weiter zu verkaufen.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen hilfreichen ersten Überblick verschaffen und stehe Ihnen im Rahmen der Nachfragefunktion sowie zur weiteren Interessenvertretung zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Mauritz
Rechtsanwalt


Rückfrage vom Fragesteller 06.07.2008 | 06:47

Guten Morgen Herr Mauritz!

Danke für die schnelle Antwort!

Sie haben meine bisherigen Recherchen bestätigt.

Ich möchte eine Rückabwicklung des Kaufvertrages anstreben, dem Händler aber erst eine aussergerichtliche Einigung anbieten.

Die Fragen, die sich hier stellen:
- Wie berechne ich den Wertverlust aus dem gezogenen Nutzen? Es gibt hier verschiedene Ansätze!
- Kann ich auch die damialigen Anfahrtkosten zum Händler (mein Wohnort liegt einige hundert Kilometer entfernt) ansetzen? Wie hoch wäre der Satz pro gefahrenen Kilomter?
- Kann ich zudem die Kosten für die Zulassung (Kennzeichen, Brief umschreiben, KFZ-Steuer) ansetzen?

Danke nochmals für die Hilfe!!!

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 07.07.2008 | 15:36

Sehr geehrter Fragesteller,

1. Die Nutzungsentschädigung wird gem. der höchstrichterlichen Rspr. nach der sog. linearen Wertschwundberechnung ermittelt. Dabei besteht der herauszugebende Gebrauchsvorteil in dem Bruttokaufpreis x zurückgelegter Fahrstrecke dividiert durch die voraussichtliche Restlaufleistung.

2. Kosten, die dem Käufer eines Kraftfahrzeugs für dessen Überführung und Zulassung entstehen, sind ersatzfähige Aufwendungen im Sinne des § 284 BGB: Ersatz vergeblicher Aufwendungen [BGH, Entscheidung v. 20.07.2005; Az.: <a href="http://dejure.org/dienste/vernetzung/rechtsprechung?Text=VIII%20ZR%20275/04" target="_blank" class="djo_link" title="BGH, 20.07.2005 - VIII ZR 275/04: Aufwendungsersatzanspruch beim Kauf eines mangelhaften Kraftf...">VIII ZR 275/04</a>]. Wird der Kauf wegen Mangelhaftigkeit des Fahrzeugs rückabgewickelt, nachdem der Käufer das Fahrzeug zeitweise genutzt hat, so mindert sich der Anspruch auf Ersatz auch dieser Aufwendungen entsprechend der Nutzungsdauer oder der Laufleistung des Fahrzeugs. Sie können daher auch die konkreten Kosten für die Überführung und die Zulassung im Rahmen der Rückabwicklung, entsprechend gemindert, herausverlangen.

Im Rahmen einer außergerichtlichen Einigung wird es hierbei nicht auf den solchermaßen exakt errechneten €-Betrag ankommen. Spielraum zu Ihren Gunsten besteht hier natürlich möglicherweise insoweit, als Sie entsprechendes Verhandlungsgeschick zeigen.

Mit freundlichen Grüßen

Christian Mauritz
Rechtsanwalt

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