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Gebrauchtwagen mangelhaft trotz zweimaliger Nachbesserung

08.07.2008 16:15 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Sehr geehrte Damen und Herren,

ich habe bei einem Autohändler einen Golf IV gekauft. Bei der Probefahrt gab es keine feststellbaren Mängel. Als ich dann den Wagen abholte, ging der Motor zeimal beim Herunterschalten einfach aus.
Darauf hin habe ich den Händler um Überprüfung bzw. um Behebung des Fehlers gebeten. Kurz nachdem ich das Auto wieder geholt hatte, trat das gleiche Problem wieder auf.
Also noch mal zurück zum Händler.Lt. Verkäufer wurde das Auto nun in einer Werkstatt ausgemessen und überprüft und der Fehler wäre behoben.

Wieder mußte ich feststellen, das der Fehler nicht beseitigt wurde.
Der Händler hatte nun zweimal die Gelegenheit zur Mängelbeseitigung.

Was kann ich jetzt tun ? Kann ich einen Preisnachlaß verlangen ?
Kann ich eine Werkstatt beauftragen und dies dem Autohändler in Rechnung stellen ?

mit freundlichen Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller/in,
vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzten kann, sondern ausschließlich den Zweck hat, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.
Nun zu Ihrer Frage, welche ich unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworte:

Vorliegend gehe ich davon aus, dass Ihre Mängelansprüche gem. § 438 BGB noch nicht verjährt sind. Ihre Mängelansprüche im Kaufrecht sind grundsätzlich nach zwei Jahren verjährt. Die Gewährleistungsdauer beträgt danach bei Neufahrzeugen mindestens zwei Jahre. Bei Gebrauchtfahrzeuge kann das Gewährleistungsrecht auf ein Jahr begrenzt werden. Des Weiteren gehe ich davon aus, dass Sie als Verbraucher (privat) das Auto von einem Händler gekauft haben.

Zu was kann ich jetzt tun ?

In Ihrem Fall haben Sie als Käufer die Rechte aus den §§ 434, 437 BGB.
Demnach können Sie als Käufer vom Verkäufer:
1. Weiterhin Nacherfüllung verlangen
2. vom Kaufvertrag zurücktreten
3. den Kaufpreis mindern
4. Schadensersatz oder Aufwendungsersatz verlangen

In Ihrem Fall gilt zudem § 440 S. 2 BGB:

Danach gilt eine Nachbesserung nach dem erfolglosen zweiten Versuch als fehlgeschlagen, wenn sich nicht insbesondere aus der Art der Sache oder des Mangels oder den sonstigen Umständen etwas anderes ergibt. Vorliegend ist daher Ihr Nacherfüllungsanspruch als fehlgeschlagen anzusehen. Insoweit können Sie ohne Fristsetzung vom Vertrag zurücktreten und gegebenenfalls Schadensersatz verlangen. Ferner haben Sie die Möglichkeit erneut Nacherfüllung zu verlangen.

Die Möglichkeit vom Kaufvertrag zurückzutreten haben Sie aber nur unter den Voraussetzungen, dass überhaupt ein Mangel vorliegt, dieser nicht unerheblich ist und dieser bei Gefahrübergang vorlag.
Nach Ihren Schilderungen ist davon auszugehen, dass es sich vorliegend um einen nicht unerheblichen Mangel handelt. Sie müssten auch beweisen, dass dieser bei Gefahrenübergang vorlag. Haben Sie Ihr Fahrzeug vor einem halben Jahr gekauft, wird vermutet, dass das Fahrzeug bereits bei Gefahrenübergang mangelhaft war, vgl. § 476 BGB.

Zu kann ich einen Preisnachlass verlangen ?

Statt des Rücktritts können Sie gemäß § 437 Nr. 2, § 441 BGB den Kaufpreis mindern und somit Preisnachlass verlangen.

Zu kann ich eine Werkstatt beauftragen und dies dem Autohändler in Rechnung stellen ?

Zuletzt haben Sie zudem die Möglichkeit Ihren Wagen in eine andere Werkstatt zu geben. Allerdings müssten Sie zunächst die Reparaturkosten gegenüber der Werkstatt begleichen. Anschließend könnten Sie die Reparaturkosten als Schadensersatz von dem Händler zurückfordern. Dies hätte den Nachteil, dass Sie unter Umständen in Vorleistung gehen müssten.

Ich hoffe Ihnen weiter geholfen zu haben und stehe Ihnen gerne im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion, zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

André Neumann

Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 08.07.2008 | 18:50

Das Auto habe ich vor etwa 10 Wochen für 6450,00 Euro gekauft.
Um wieviel kann ich den Kaufpreis mindern bzw. Schadenersatz verlangen ?

Vielen Dank für Ihre Unterstützung.

mfG.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 08.07.2008 | 19:21

Sehr geehrter Fragesteller/in,

Gerne beantworte ich die Nachfragen wie folgt:

Da Sie das Auto vor zehn Wochen gekauft haben, wird vermutet, dass das Auto bei Gefahrenübergang bereits mangelhaft war. Gegenteiliges muss somit der Verkäufer beweisen.

Bezüglich der Kaufpreisminderung kann ich Ihnen keine verlässlichen Angaben machen. So kann eine zuverlässige Aussage nur von einem Sachverständigen getroffen werden. Ich rate Ihnen daher, sich zunächst ein entsprechendes Angebot von dem Händler machen zu lassen. Diesbezüglich kann dann reagiert werden.
Schadensersatz können Sie in Höhe der Reparaturkosten verlangen.

Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt André Neumann

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