Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Gebrauchtwagen-Kauf - Nachhinein Unfall bekannt *Nicht im Kaufvertrag gekennzeichnet

18.01.2016 09:27 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwältin Stefanie Lindner, Dipl.-Jur.


Liebe Damen und Herren,

ich habe mir vor 3 Monaten (31.10.2014) bei einem kleinen Gebrauchtwagen-Händler ein Auto gekauft. Bmw 116 i Benzin (116 PS) für 5800 Euro (120.000 KM).

Da ich nun ab Februar umziehe, muss ich auf einen Diesel umsteigen. Ich war bei einem Groß-Händler, um mein Auto evtl. zu verkaufen. Dieser hat einen Lackierungsdichte-Messer eingesetzt.

Dabei wurde festgestellt, dass an den Bereichen des linken und rechten Hecks (über dem Rad) die Karrosserie lackiert wurde. Die Werte waren teils bei mindestens 200 bis zu 600 (Spachtelmasse).

(Die für einen Laien sehr schwer zusehenden Polierstellen sind bis zur Seite der Hintersitzers - für Experten - erkennbar)

-> Die Dichte-Werte weichen vom Standard-Lack bis dahin ab.

Der Verkäufer meint, er wusste es nicht - davon gehe ich auch aus. Nur nach meiner Recherche ist es seine Pflicht solch einen einfachen Fehler zu bemerken?! Und mir beim Kauf davon zu berichten.

Im Kaufvertrag steht nichts (weder unfallfrei, noch Anmerkungen, dass es einen Unfall gegeben hat). Mündlich habe ich ihn gefragt, ob es einen Schaden gegeben hat - dies hatte er damals verneint.

Das Formular war ein normales Standard-Formular aus dem Internet.

Welche Möglichkeiten habe ich? (Ich habe keine Rechtsschutzversicherung)

Vielen Dank und viele Grüße
Baris Er

Vielen Dank für Ihre Ergänzungen

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Vorab muss ich Ihnen mitteilen, dass ich den Sachverhalt ohne Einblick in den Kaufvertrag nicht abschließend beurteilen kann.

Bei der Beantwortung Ihrer Fragen gehe ich davon aus, dass Sie den Wagen als Privatperson gekauft haben. Sollte dies nicht der Fall sein, teilen Sie mir dies bitte im Rahmen der Nachfrage mit.

Wenn der Verkäufer im Kaufvertrag keine Angaben zu Unfällen gemacht und auch nicht reingeschrieben hat, dass laut Vorbesitzer keine Unfallschäden vorhanden sind, dann durften Sie bei Abschluss des Kaufvertrages davon ausgehen, dass der Wagen mangelfrei ist. Ob Sie die Aussage des Verkäufers, der Wagen hätte keinen Unfall gehabt, nachweisen können, hängt davon ab, ob Sie einen Zeugen benennen können, der die Aussage zur Unfallfreiheit mitgehört hat.

Abgesehen von dieser Aussage gelten für Sie die Mängelgewährleistungsrechte i.S.v. § 437 BGB.
Ein Wagen, der als unfallfrei verkauft wurde, ist mangelhaft i.S.v. § 434 BGB, wenn er doch einen Unfall hatte und es sich hierbei nicht mehr nur um einen Bagatellschaden handelte.
Ihren Aussagen nach wurden größere Spachtelarbeiten durchgeführt, so dass wohl nicht mehr von einem Bagatellschaden auszugehen ist. Dies kann ich jedoch nicht abschließend beurteilen, ohne den Wagen gesehen zu haben. Ggf. wäre hier auch ein Sachverständigengutachten erforderlich.

Sie haben daher folgende Möglichkeiten:

1. Sie können vom Kaufvertrag zurücktreten, vgl. § 437 Nr.2, 346 BGB
Hierbei ist zu beachten, dass Sie Wertersatz leisten müssen, weil Sie den Wagen bereits einige Monate benutzt haben.
2. Sie können den Kaufpreis mindern, vgl. § 437 Nr.2, 441 BGB
Hierbei fordern Sie vom Verkäufer die Differenz zwischen Ihrem Kaufpreis und dem tatsächlichen Wert des Wagens. Es ist davon auszugehen, dass ein Unfallfahrzeug deutlich weniger wert ist.
3. Alternativ können Sie auch Schadensersatz fordern, weil der Wagen mit dem Unfallschaden weniger wert ist

Dass der Verkäufer von dem Unfallschaden angeblich nichts wußte, ist für Sie unbedeutend.
Der Verkäufer haftet Ihnen gegenüber für Mängel. Er kann Ihnen als Verbraucher gegenüber die Gewährleistung innerhalb des ersten Jahres nicht ausschließen, vgl. § 475 Abs.2 BGB.

Eine abschließende Beurteilung kann allerdings erst getroffen werden, wenn der Kaufvertrag eingesehen wurde.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei weiteren Fragen benutzen Sie gerne die kostenlose Nachfragefunktion.

Mit freundlichen Grüßen
Stefanie Lindner

Nachfrage vom Fragesteller 20.01.2016 | 10:46

Hallo Frau Lidner,

vielen Dank für diese erste sehr kompetente Einschätzung. Die Frage die sich mir noch stellt ist, wie mache ich meine Ansprüche geltend? Das heißt, wie gehe ich vor? Ich habe den Verkäufer darauf angesprochen und ihre Aussage wiedergegeben.

Es liegt kein Gutachten vor, sondern der Lack wurde mit dem Gerät gemessen (wie bereits beschrieben). Er meinte, er spricht mit seinem Anwalt und gibt mir Bescheid. Ich habe ihm bis zum 21.01.2016 (4 Tage) eine Frist gesetzt. Was passiert, wenn er auf keines meiner Ansprüche eingehen möchte?

Welche Schritte muss ich jetzt unternehmen, sodass ich meine Ansprüche geltend machen kann? Anwalt, Gerichtsklage?

Viele Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 20.01.2016 | 14:03

Sehr geehrter Fragesteller,

es kommt darauf an, für welche Art der Mängelgewährleistung Sie sich entscheiden. Diese gewünschte Art machen Sie gegenüber dem Verkäufer geltend. Wenn Sie z.B. den Wagen zurückgeben wollen, dann senden Sie dem Verkäufer ein Schreiben und fordern ihn hiermit auf, den Wagen zurückzunehmen und Ihnen den Kaufpreis zu erstatten. Hierfür sollten Sie eine angemessene Frist von ca. 10 Tagen setzen. Das Schreiben an den Verkäufer versenden Sie als Einschreiben, damit Sie den Zugang des Schreibens bei diesem nachweisen können.

Nach Ablauf der Frist können Sie einen Anwalt beauftragen, den Verkäufer anzuschreiben. Häufig reagieren die Autoverkäufer erst auf ein Anwaltsschreiben. Die Schreiben der Kunden werden ignoriert. Sollte der Verkäufer auch auf dieses Schreiben nicht reagieren oder die Rücknahme des Wagens verweigern, wäre Klage zu erheben.

Ansprüche bis zu 5.000 Euro können Sie beim Amtsgericht geltend machen. Hierfür benötigen Sie keinen Anwalt. Wenn Sie aber mehr als 5.000 Euro fordern, müssen Sie Ihren Anspruch vorm Landgericht geltend machen, so dass Sie diesbezüglich einen Anwalt brauchen.

Meiner Ansicht nach sollten Sie zuerst versuchen, sich mit dem Verkäufer außergerichtlich zu einigen, ggf. mit Hilfe eines Anwalts.

Bei weiteren Fragen hierzu können Sie sich gerne an mich wenden.

Mit freundlichen Grüßen

Stefanie Lindner

FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 71334 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
alles Bestens, meine Fragen wurden hinreichend beantwortet. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Klare Beantwortung meiner Fragen. Danke. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Die Antwort kam sehr schnell und alles wurde nachvollziehbar und ausführlich beantwortet. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER