Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
479.887
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Gebrauchtwagen Gewährleistung bei Verschleißteil?


| 05.01.2005 16:48 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht



Sehr geehrter Anwalt

Ich habe am 28.12.2004 über ebay ein 7 Jahre altes Auto ersteigert.
Daten: Nissan Micra 1.0; 106tkm; Tüv/AU neu; scheckheftgepflegt; 1800.-€
Der Verkäufer war ein Händler aus Frankfurt. Ich habe den Wagen vor der Ersteigerung Probegefahren und die Unterlagen eingesehen – Da war mir noch kein Schaden aufgefallen.

Erstes (kleineres) Problem:
Der Wagen war als scheckheftgepflegt ausgeschrieben. Die letzte Inspektion (großer Kundendienst) wäre aber vor einem Jahr bzw. vor 1000km fällig gewesen. (Das hatte ich leider bei der Durchsicht der Unterlagen übersehen)
Ich bin um jegliches Risiko für den Motor auszuschließen (weil das Fahrzeug ein Jahr gestanden war) direkt nach der Fahrzeugübergabe zu einer freien Werkstatt gefahren und habe das Öl und alle Filter erneuern lassen. Das hat 120.- € gekostet.
1) Kann ich diesen Betrag vom Verkäufer einfordern?

Zweites Problem:
Schon nach kurzer Zeit fiel mir vor Allem bei niedrigen Geschwindigkeiten ein penetranter Abgasgeruch im Fahrzeug auf.
In einer Nissanwerkstatt wurde dann am 4.01.2005 festgestellt dass der Krümmer gerissen ist und dass das Flammrohr undicht ist. Kostenvoranschlag 830.-€!
Als ich den Händler telefonisch wegen der Mängel kontaktierte meinte dieser: Der Auspuffkrümmer und das Flammrohr zählen zur Abgasanlage; die Abgasanlage gilt als Verschleißteil und ist deshalb von der Gewährleistung ausgenommen.

2a) Hat der Händler recht?

2b) Wenn ich ihn schriftlich zur Nachbesserung auffordere und er willigt ein – muss ich dann 300km nach Frankfurt fahren und das Auto in einer Werkstatt seiner Wahl reparieren lassen?

2c) gibt es eine Möglichkeit eine Abschlagszahlung (vielleicht 700.-€) vom Händler zu verlangen wenn ich nicht noch mal nach Frankfurt fahren will?

P.s.: Eine Wandlung des Vertrages bzw. eine Rückgabe des Fahrzeuges sind für mich sehr ungünstig weil ich schon für 240.- Winterreifen montiert habe und mir die Zeit für eine weitere Gebrauchtwagenrecherche fehlt.

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Guten Abend,

Ihr Verkäufer haftet dafür, daß der Wagen bei Übergabe die übliche Beschaffenheit aufweist. Dies bedeutet, daß der Wagen frei sein muß von solchen Mängeln, die die Fahrtüchtigkeit des Fahrzeuges beeinträchtigen. Ihr Verkäufer hat grundsätzlich recht, daß er nicht für Verschleißteile haftet. Dies betrifft aber sicherlich nicht eine nur zwei Monate nach der Übergabe auftretende Reparatur, die fast 50 % des Kaufpreises kosten soll.

Typische Verschleißteile, für die ein Käufer nicht haftet, sind die Beleuchtungsanlage etc. Ihr Käufer muß also grundsätzlich auch für den jetzt auftretenden Mangel haften.

Dies gilt allerdings nur, wenn dieser Mangel bereits bei Übergabe des Fahrzeuges vorhanden war. Dies läßt sich zur Not wohl durch einen Sachverständigen klären. Ihnen kommt allerdings eine gesetzliche Beweiserleichterung zugute: wenn der Mangel binnen sechs Monaten ab der Übergabe aufgetreten ist, wird vermutet, daß er bei Übergabe schon vorhanden war. Ihr Verkäufer müßte also das Gegenteil beweisen.

Grundsätzlich müssen Sie Ihrem Verkäufer zunächst eine Nachbesserung einräumen. Die Kosten hierfür -also auch die Transportkosten nach Frankfurt hat nach § 439 II BGB der Verkäufer zu tragen. Erst wenn Ihr Verkäufer sich endgültig weigert, den Mangel nachzubessern, können Sie dies auf seine Kosten tun und Schadensersatz verlangen. Setzen Sie Ihrem Verkäufer eine Frist von zwei Wochen, innerhalb derer er den Mangel beheben soll und fordern Sie ihn auf, mit Ihnen einen Abgabetermin zu vereinbaren.

Natürlich kann es aus wirtschaftlichen Gründen auch sinnvoll sein, sich mit dem Verkäufer zu einigen. Hier sind Sie völlig frei, leider gehören zu einer Einigung immer beide Seiten. Sie sollten die Zahlung aber jedenfalls Ihrem Verkäufer vorschlagen und dann die Reaktion abwarten.

Noch ein Wort zu dem Scheckheft: wenn das Fahrzeug als scheckheftgepflegt verkauft wird, muß natürlich auch ein Scheckheft geführt sein. Wenn dieses allerdings nicht auf dem neuesten Stand ist und dies von Ihnen hätte erkannt werden können, sind Sie mit Ansprüchen ausgeschlossen. Die 120,- € werden Sie deshalb leider nicht erstattet bekommen.

Ich hoffe, ich habe Ihnen weitergeholfen. Für Rückfragen stehe ich gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß
Rechtsanwalt und auch Fachanwalt für Arbeitsrecht
Esenser Straße 19
26603 Aurich
Tel 04941 60 53 47
Fax 04941 60 53 48
e-mail: info@fachanwalt-aurich.de

Nachfrage vom Fragesteller 05.01.2005 | 19:54

Kleine Nachfrage:

Wenn der Verkäufer nicht nachbessert und ich nach der Frist den Schaden reparieren lasse: reicht es wenn die Werkstatt die kaputten Teile aufbehält oder muss man sonst noch etwas beachten?

Sie schreiben, dass ich Schadensersatz verlangen kann. Wie geht das? Mit einem gerichtlichen Mahnverfahren?


Vielen Dank und freundliche Grüße Martin.MS

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.01.2005 | 22:49

Guten Abend,

die Werkstatt sollte die ausgetauschten Teile aufbewahren, da an diesen Teilen voraussichtlich festgestellt werden kann, wann der Schaden aufgetreten ist.

Wenn Sie unter den Voraussetzungen, die ich Ihnen bereits beschrieben habe, Schadensersatz geltend machen wollen, sollten Sie den Wagen reparieren lassen und dann zunächst außergerichtlich die Summe beim Verkäufer einfordern. Wenn dieser nicht zahlt, bleibt Ihnen dann nur der Weg über einen Mahnbescheid oder direkt eine Klage.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Weiß

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Danke für die schnelle ausführliche Antwort!"
FRAGESTELLER 4/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60065 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Der Anwalt hat meine Fragen ausführlich beantwortet und mir weitere Aspekte aufgezeigt, die ich dringend mit meinem Anwalt besprechen muss. Vielen Dank. Dass mein Rechtsempfinden leider ein anderes ist, als die tatsächliche ... ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Ausführliche Beantwortung aller Fragen. Keine Allgemeinplätze, sondern konkrete Informationen und Erläuterungen. Ich bin sehr zufrieden mit der Art und Weise der Bearbeitung! Danke! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
RA war sehr deutlich und sehr gut verständlich ...
FRAGESTELLER