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Gebrauchtwagen: Getriebeschaden nach 8 Monaten

| 21.10.2014 14:22 |
Preis: ***,00 € |

Kaufrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Torsten Vogel


Zusammenfassung: Gewährleistungsansprüche beim Gebrauchtwagenkauf

Sehr geehrte Damen und Herren,

Fahrzeug: BMW 3er, EZ 2003, Automatikgetriebe. Privat bei Händler gekauft in 02/2014, Kilometerstand bei Kauf: 108.000km.
In 10/2014 bei km-Stand 118.000 ist das Automatikgetriebe defekt bzw. die Wandlerüberbrückungskupplung innerhalb des Getriebes. D.h. das Auto fährt noch, allerdings stellt das Getriebe keinen vollständigen Kraftschluss mehr her.
Laut Spezialwerkstatt ist die Kupplung verschlissen und es ist eine Generalüberholung des Getriebes notwendig da sich Metallspäne im gesamten Getriebe verteilt haben. Kosten: ca. EUR 2100,00.
Der Händler bei dem das Fahrzeug gekauft wurde ist ca. 600km entfernt.

Fragen:
- Da ich nach 8 Monaten nach Vertragsabschluss dem Händler nachweisen muss, dass der Mangel bei Kauf bestanden hat, wie beurteilen Sie ob es sich dabei um einen Mangel oder um gewöhnlichen Verschleiss im Getriebe handelt?
- Wie beurteilen Sie meine Chancen, den Fall zu gewinnen?
- Ist es notwendig, einen externen Gutachter zu bestellen?
- Kann der Händler verlangen, dass ich das Fahrzeug zu ihm bringe zur Reparatur (600km einfache Strecke)?

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Nach den Gewährleistungsregelungen für den Kauf müden sie dem Händler die Möglichkeit der Nacherfüllung einräumen. Die Entfernung zwischen Händler und Standort des KfZ ist hierfür unerheblich. Gem. § 439 II BGB hat die Kosten der Nacherfüllung, hierzu zählen auch eventl. Transportkosten der Verkäufer zu tragen. Ihnen obliegt es aber das KfZ zum Händler zurück zu bringen. Diese Verpflichtung wurde zunächst vom EuGH und sodann vom BGH bestätigt und entfällt nur in besonderen Ausnahmefällen. Sie sollten daher den Verkäufer zunächst auffordern zu erklären, dass er eine Nacherfüllung vornehmen wird, wenn sie das KfZ zu Ihm verbringen. Alternativ können sie Ihm anbieten auf seine Kosten die Nacherfüllung vor Ort von einer Werkstatt vornehmen zu lassen. Geht er auf Letzteren Vorschlag nicht ein und lehnt er die Nacherfüllung nicht ab, müssen sie das KfZ zu ihm verbringen um ihm die Möglichkeit der Nachbesserung einzuräumen.

Sollte der Verkäufer eine Nacherfüllung ablehnen, so sollten sie ein selbstständiges Beweisverfahren zur Frage ob der Mangel bereits bei Übergabe bestand oder nicht anstrengen. Hierzu sollten sie einen Kollegen vor Ort beauftragen. Der Gutachter wird dann vom Gericht bestellt.

Die Frage ob Ihnen der Nachweis gelingt, dass der Mangel bereits bei Übergabe bestand, hängt vom Gutachten ab. Sie haben richtig erkannt, dass in Ihrem Fall die Beweislastumkehrregelung des § 476 BGB nicht greift, da der Mangel nicht in den ersten 6 Monaten nach Übergabe auftrat, wobei es auf die Übergabe, nicht auf den Abschluss des Kaufvertrages ankommt.

Für den Mangel an der Kupplung würde ich Ihrer Erfolgsaussichten als nicht sehr hoch einschätzen. Eine Kupplung ist ein Verschleißteil ähnlich wie Reifen oder Bremsen. Ein Austausch hängt von vielen Faktoren bsw. auch dem Fahrverhalten des jeweiligen Fahrers ab.
Bei dem weiteren Mangel am Getriebe verbietet sich für mich eine Einschätzung aus der Ferne.



Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 21.10.2014 | 15:30

Sehr geehrter Herr Vogel,

vielen Dank für Ihre Antwort. Eine kurze Nachfrage in Bezug auf Verschleiß/Mangel:
Anders als bei einem Schaltgetriebe ist bei einem Automatikgetriebe die "Kupplung" ein Teil des Getriebes und ist eigentlich auf die Fahrzeuglebensdauer ausgelegt. Mich hat diese Liste des ADAC etwas Hoffnung gemacht: http://www.adac.de/_mmm/pdf/2014-52-Mangel-Verschlei%C3%9F-Liste-2014_141982.pdf (Seite 3 ff), da dort scheinbar oft auf "Mangel" entschieden wurde.

Hat diese zusätzliche Information einen Einfluss auf Ihre Meinung in Bezug auf meine Erfolgschancen?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 21.10.2014 | 16:28

Eine interessante Quelle, welche ich noch nicht kannte.

Wenn man die dort unterstellten Laufleistungen von Automatikgetrieben ansetzt, wäre in Ihrem Fall bei ca. 120.000 km eher von einem Mangel als von Verschleiß auszugehen, aber ich bin Anwalt kein KfZ-Sachverständiger.

Sie sollten in Ihre Überlegungen auch einbeziehen, dass eine gerichtliche Auseinandersetzung zunächst mit einem nicht unerheblichen Kostenrisiko einher geht. Sie als Antragsteller im selbstständigen Beweisverfahren wäre vorschusspflichtig für die Verfahrenskosten zu denen auch der Vorschuss für den Sachverständigen gehört. Diese belaufen sich bei derartigen Mangelfällen, erfahrungsgemäß auf ca. 1500 - 2500 €, es sei denn ihr Risiko wird durch eine Rechtsschutzversicherung getragen.

In jedem Fall würde ich Ihnen empfehlen sich an einen Fachkollegen vor Ort zu wenden, auch um die Aufforderung zur Nachbesserung gegenüber der Gegenseite möglichst so formulieren zu lassen, dass diese die Nacherfüllung ablehnt. Dies erspart ihnen den Transport des KfZ zum Verkäufer.

Bewertung des Fragestellers 21.10.2014 | 16:47

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FRAGESTELLER 21.10.2014 5/5,0
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