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Gebrauchtwagen Garantie...


| 06.08.2009 00:37 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


in unter 2 Stunden

Hallo,

ich habe vor 3 Wochen einen Gebrauchtwagen (Peugeot 206) in einem mehr als 250km entfernten Ort bei einem Händler gekauft.

Nun leuchtete ein gelbes Lämpchen, die Anzeige der Öl-Temperatur funktioniert ebenfalls nicht. Also bin ich zum freundlichen Peugeot Händler in der Nähe gefahren. Der hat das Auto durchgecheckt und festgestellt, dass das Steuergerät für den Seitenairbag defekt ist, der Sensor für die Öl-Temperatur ebenfalls. Kosten inklusive Einbau ca 400 €.

Habe mich dann mit dem Gebrauchtwagenhändler in Verbindung gesetzt und ihm die Sache geschildert. Er sagte, dass die beiden Teile als "Verschleißteile" gelten und somit nicht in die Garantie fallen. Sprich: Er will die Reperatur nicht bezahlen.

Peugeot hat mir versichert, dass die beiden Teile mit Sicherheit keine Verschleißteile sind, wie z.B. Bremsen oder Reifen, und der Händler die Reperatur übernehmen muss. Ein Verkäufer in einem Fachgeschäft für Auto Ersatzteile hat mir dies bestätigt.

Nun meine Frage:

Wie muss ich mich jetzt verhalten, um mein Recht durchzusetzen? Einfach reparieren lassen und dem Händler die Rechnung schicken? An die Kfz-Schiedstelle wenden?

Bin dankbar für alle antworten.

Mit freundlichen Grüßen
06.08.2009 | 01:23

Antwort

von


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Sehr geehrter Ratsuchender,

vorab sei darauf hingewiesen, dass die Beantwortung der Frage allein auf Ihrer Sachverhaltsmitteilung beruht. Das Weglassen oder Hinzufügen einer auch noch so "kleinen" Information kann zu einer gänzlich anderen rechtlichen Betrachtung führen!

Ihre Frage beantworte ich Ihnen wie folgt:

Zunächst gehe ich davon aus, dass Sie Verbraucher sind, also dass Auto als Privatperson gekauft haben. Dadurch kommen Sie in den Genuss einiger Vorteile.
Es handelt sich dann nämlich um einen sog. Verbauchsgüterkauf im Sinne des § 474 BGB mit der Folge, dass § 475 BGB Anwendung findet.
§ 475 Abs. 1 BGB regelt, dass sich ein Unternehmer auf eine vor Mitteilung eines Mangels getroffene Vereinbarung mit dem Verbraucher nicht berufen kann.
Das bedeutet, selbst wenn in Ihrem Kaufvertrag ein allgemeiner Ausschluss der Gewährleistungs- und Garantierechte enthalten sein sollte, kann sich der Unternehmer (Händler) nur auf den Ausschluss berufen, wenn er Ihnen die Mängel (defektes gelbes Lämpchen und defekt Anzeige der Öl-Temperatur) vorher mitgeteilt hat. Offensichtlich wussten Sie aber nichts von den Mängeln zum Zeitpunkt des KAufs, so dass ich davon ausgehe, dass diese Mängel auch nicht im Vertrag festgehalten wurden.

Die Konsequenz daraus ist regelmäßig, dass der Händler sehr wohl dafür haftet.

Ich rate Ihnen folgendermaßen Vorzugehen:

Zunächst teilen Sie dem Verkäufer schriftlich mit (als Einschreiben mit Rückschein), dass Sie einen Anspruch auf Mängelbeseitigung im Rahmen der Nacherfüllung geltend machen gemäß § 439 BGB. Hierzu setzen Sie ihm eine angemessen Frist von ca. zwei Wochen, dass heißt Sie fordern Ihn auf die Mängel innerhalb einer Frist von zwei Wochen (oder evt. auch mehr) zu beseitigen.
Erst wenn er dem nicht nachkommt und die Mängelbeseitigung ablehnt können Sie die Mängel selbst beseitigen lassen und die Ihnen dadruch entstanden Kosten als Schadensersatzanspruch gegen den Verkäufer geltend machen.

Kurz gesagt: Sie müssen dem Verkäufer erst die Möglichkeit bieten die Mängel selbst beseitigen zu lassen bevor Sie Schadensersatz verlangen.

Ich rate Ihnen also, dass Sie den Verkäufer in oben beschriebener Weise unter Fristsetzung schriftlicht zur Mängelbeseitigung nach § 439 BGB auffordern. Sie können das Schreiben auch selbst formulieren. Wenn Sie das erste Schreiben nämlich selbst formulieren und die Frist verstreicht oder der der Verkäufer die Nacherfüllung ernsthaft und endgültig ablehnt, können Sie den Rest über einen Anwalt laufen lassen. Denn wenn Sie im Recht sind, setzen Sie den Verkäufer mit Ihrem ersten (selbstgeschrieben) Schreiben in Verzug. Die Anwaltskosten können Sie dann ebenfalls als Verzugsschaden gegen den Verkäufer geltend machen. Dies können Sie ruhig im ersten Schreiben bereits androhen.

Für eine Mandatsübernahme stehe ich Ihnen gern zur Verfügung!

Ich hoffe Ihnen einen ersten Überblick über dir Rechtslage verschafft zu haben und verbleibe

mit freundlichem Gruß
Rechtsanwalt Mansour


Bewertung des Fragestellers 23.06.2012 | 10:49


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