Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Gebot zurückziehen

| 29.08.2009 16:47 |
Preis: ***,00 € |

Zwangsvollstreckung, Zwangsversteigerung


Beantwortet von

Rechtsanwalt Steffan Schwerin


Bei einer Zwangsversteigerung habe ich ein Gebot abgegeben und den vorläufigen Zuschlag erhalten.
Auf Antrag der Gläubigerbanken wurde der Zuschlag zwei Wochen ausgesetzt, um die Finanzierung nachzuweisen.
Das Gebot wurde ohne Sicherheitsleistung akzeptiert.

Die Finanzierung ist jetzt wider Erwarten gescheitert. Kann ich mein Gebot zurückziehen? Mit welchen Folgen/Kosten ist zu rechnen?

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

die von Ihnen gestellten Fragen beantworte ich unter Berücksichtigung des geschilderten Sachverhaltes sowie Ihres Einsatzes wie folgt:

Hier gilt grundsätzlich, dass der Meistbietende an sein Gebot gebunden ist und dieses nicht zurücknehmen kann.

Abgegebene Gebote sind also bindend und können auch nicht zurückgenommen werden.

Hier kommt unter Umständen eine Anfechtung der Willenserklärung zur Gebotsabgabe in Betracht. Als Willenserklärung kann dem Höchstbietenden jedoch ein Mangel anhaften, z.B. bei Irrtum. Es muss also ein Anfechtungsgrund vorliegen. Hier kann insoweit ein Irrtum über die Finanzierung in Betracht kommen. Allerdings stellt dies keinen Grund dar, der hier die Anfechtung zu begründen vermag. Die Finanzierung hätte vor der Gebotsabgabe geklärt sein müssen.

Ein weiterer die Anfechtung begründender Grund könnte hier dann vorliegen, wenn insoweit kein Gebot abgegeben werden sollte; wenn Sie sich also über die rechtliche Verbindlichkeit der Wirkung der Gebotsabgabe im Irrtum befanden. Ob hier aber tatsächlich ein solcher Irrtum vorlag, ist allerdings im Bestreitensfalle zu beweisen und kann zu Schadensersatzansprüchen gegen Sie führen.

Hier besteht daher nur dann die Möglichkeit, das Gebot zurückzunehmen, wenn die Gegenseite dem zustimmt. Ein solches Entgegenkommen kann hier aber wohl nicht erwartet werden.

Nach den Sachverhaltsangaben liegt noch kein Zuschlag vor. Wenn hier innerhalb der ausgesetzten Zeit die Finanzierung nicht nachgewiesen werden kann, wird Ihnen im Zweifel auch der Zuschlag nicht erteilt.

Unter Berücksichtigung der Anträge verkündet das Gericht seine Entscheidung über den Zuschlag. Es ist auch möglich, dass das Gericht hierfür einen gesonderten Zuschlagstermin anberaumt. Über die Erteilung oder Versagung des Zuschlags entscheidet das Vollstreckungsgericht durch Beschluss.

Unter Umständen kommt das Gericht dann zu der Entscheidung, dass Ihnen der Zuschlag nicht erteilt wird. Es kann auch helfen, einen formlosen Antrag zu stellen, dass das Gebot zurückgenommen wird bzw. auf den Zuschlag verzichtet wird. Rechtsverbindlich ist dieses Vorgehen allerdings nicht.

Es besteht hier eventuell auch die Möglichkeit, aus der Angelegenheit herauszukommen, wenn Sie als Ersteher das (Bar-)Gebot nicht rechtzeitig zahlen und sich damit aus der Verpflichtung lösen.

Die Forderungen gegen Sie werden dann auf die früheren Gläubiger übertragen, im Grundbuch werden entsprechende Sicherungshypotheken eingetragen und anhand des Zuschlagsbeschlusses kann die Wiederversteigerung angeordnet werden. Dann wären Sie aber der Schuldner in dem Verfahren.

Diese Vorgehensweise ist daher also auch nicht unbedingt ratsam.

Kosten für die Teilnahme an dem Versteigerungstermin fallen grundsätzlich nicht an, sondern werden dem Erlös entnommen. Hier können gegebenenfalls Strafgebühren anfallen, wenn Sie das Gebot zurückziehen wollen bzw. das Gebot nicht rechtzeitig bezahlen. Weiterhin können im Falle der Anfechtung auch Schadensersatzansprüche auf Sie zukommen.

Zusammenfassend und abschließend muss ich Ihnen mitteilen, dass hier nicht ohne Weiteres die Möglichkeit besteht, das Gebot zurückzuziehen.

Bewertung des Fragestellers 29.08.2009 | 18:44

Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

FRAGESTELLER 29.08.2009 5/5,0