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Gebäudeversicherungsschaden Schadensermittlung


25.08.2006 16:21 |
Preis: ***,00 € |

Versicherungsrecht, Privatversicherungsrecht



Wie hatten vor einigen Wochen einen erheblichen Leitungswasserschaden im Haus. Gebäudeversicherung ist die Axa. Die Axa hat uns eine Sanierungsfirma empfohlen, die einen Kostenvoranschlag erstellt hat. Durch die Axa wurde bereits eine Freigabe der Arbeiten gemäß Angebot erteilt. Diese Firma teilte uns mit, dass sie einen Rahmenvertrag mit ausgehandelten Einheitspreisen mit dem Versicherer hat.
Da wir mit dem erstellten Angebot sowie der Arbeitsweise der Firma nicht einverstanden sind, lehnen wir eine Beauftragung dieser Firma ab und wollen stattdessen für einige Gewerke Handwerker unseres Vertrauens beauftragen sowie zwei Gewerke in Eigenleistung erbringen und diese auf Angebotsbasis abrechnen.

Hierzu haben wir weitere Angebote von Fachfirmen eingeholt, die zum Teil jedoch erheblich über dem Angebot der Vertragsfirma der Axa liegen.
Die Axa teilte uns mit, dass sie nur die Kosten gemäß dem Angebot ihrer Vertragsfirma akzeptiert.
Bei Abrechnung nach Angebot will die Axa 4% Rabatt vom Angebot abziehen, da die Versicherung hier eine entsprechende Rabattvereinbarung mit der Sanierungsfirma hat.

Nun die Fragen:

Nachdem die erforderlichen Maßnahmen nach Art und Umfang mit der Versicherung abgestimmt wurden (durch Freigabe des Angebotes), können wir nun die Arbeiten an andere Firmen unseres Vertrauens zu marktüblichen Preisen beauftragen (Bei einer Beauftragung mehrerer Einzelfirmen fallen natürlich auch zusätzliche Anfahrtskosten an) ?

Müssen wir eine Abrechnung der Schadenshöhe auf Grundlage der Versicherung gewährten Sonderkonditionen unterhalb der üblichen Marktpreise akzeptieren ?

Wir möchten natürlich nunmehr schnell den Schaden behoben haben. Wie sollen wir uns hier verhalten ?
P.S.: Im Versicherungsvertrag ist geregelt, dass im Zweifelsfall jede Partei das Recht auf ein Schiedverahren hat, wobei jeder seine Kosten selber zu tragen hätte.


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Sehr geehrter Fragesteller,

grundsätzlich kommt Ihnen als VN die "Pflicht zur Schadensminimierung" zu. Dies bedeutet, dass Sie bei der Behebung des Schadens im Rahmen Ihrer Möglichkeiten und des Ihnen Zumutbaren den günstigsten Weg der Schadensbehebung wählen müssen. Sie kennen diese Pflicht vermutlich aus dem KFZ-Schadensbereich, auch hier ist in der Regel vor Anmietung eines Ersatzfahrzeueges ein Vergleich der räumlich umliegenden Anbieter notwendig, wer also ohne nachvollziehbaren Grund den teuersten Anbieter wählt kann mitunter wegen des Verstoßes gegen die Schadensminderungspflicht auf einem Teil der Kosten sitzen bleiben.

In Ihrem Fall sind Sie also gehalten den gündtigsten Anbieter zu wählen der die Arbeiten fachgerecht und zeitnah erledigen kann. Problematisch ist natürlich immer die Frage der fachlichen Kompetenz. Sie müssen keinen Anbieter wählen, der zwar günstig, aber fachlich nicht ausreichend qualifiziert ist. Auch eine lange Wartezeit bis zum Reparaturbeginn müssen Sie nicht akzepieren.

Sollten Sie also anhand der Unterlagen des durch die AXA vorgeschlagenen Unternehmers beweisen können, dass die von diesem vorgeschlagene Reparatur nicht fachgerecht ist, und den Auftrag deshalb an einen anderen Handwerker vergeben, der nach Einholung verschiedener Angebote der günstigste war, ist diese Rechung von der AXA zu bezahlen.

Das Problem liegt immer in der Beweisbarkeit, es muss nachgewiesen werden, dass die von der Versicherung vorgeschlagene Reparatur nicht akzeptabel war, sollten Sie mehrer Handwerker beauftragen, müsste auch hier ein Verstoß gegen die Schadensminderungpflicht ausgeschlossen werden können, beispielsweise, wenn die einzelnen Arbeiten hätten nicht von einem Handwerker ausgeführt werden können und deshalb die zusätzlichen Anfahrtskosten erforderlich waren.

Bei dem von Ihnen geschilderten Sachverhalt läßt es sich trefflich streiten, eine besondere Bedeutung kommt regelmäßig den dann einzuschaltenden Sachverständigen zu. Da Sie jetzt wissen worauf es im Streitfall, auch in einem Schiedsverfahren ankommen wird, müssen Sie die entsprechenden Nachweise zusammmentragen um einen Verstoß gegen die Schadensminderungspflicht widerlegen zu können.

Prüfen Sie deshalb vor Beauftragung eines Handwerkers genau!

Mit feundlichen Grüssen


RA O.Martin

Nachfrage vom Fragesteller 29.08.2006 | 15:18

Danke für Ihre Anwort. Leider ist mir aber immer noch nicht klar, ob die Versicherung bei Abrechnung nach Kostenvoranschlag 4 % vom Angebotspreis aufgrund eigener Rabattabsprachen mit Drittunternehmen abziehen kann ? Ich habe schon einmal gehört, dass man auch einen Anspruch auf fiktive Schadensregulierung gegenüber der Gebäudeversicherung hat, so dass ich davon ausgegangen bin, dass eine Regulierung aufgrund marktüblicher Preise erfolgen muss.
Zudem schränkt die von der Versicherung "vorgeschlagene" Firma mit ihren AGBs erhebliche unsere Rechte als Verbraucher ein. Hier findet sich u.a. eine Regelung wonach die Firma bei Pflichtverletzungen nur bei Vorsatz und grober Fahrlässigkeit haftet und bei Mängeln ein dreimaliges Nachbeserungsrecht. Wir möchten jedoch nur eine Firma beauftragen, die die VOB akteptiert.
Mit freundlichen Grüßen

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 29.08.2006 | 18:35

Sehr geehrter Fragesteller,

wie bereits dargestellt haben Sie gegen die Versicherung einen Anspruch auf den Ersatz des Ihnen entstandenen Schadens. Grundsätzlich ist Ihnen deshalb die Reparatur zu ersetzen, soweit die Kosten für diese Reparatur nicht überhöht sind, also der geltend gemachte Forderungsbetrag die tatsächliche Schadenshöhe übersteigt. Weil also die Höhe des Schadens sich aus den Kosten der Reparatur ergibt, kann die Versicherung zu Recht darauf verweisen, dass der Schaden nur in der Höhe besteht, wie der von Ihr vorgeschlagene Betrieb den Schaden abrechnen würde. Wählen Sie also einen teureren Anbieter, muß die Versicherung nicht den gesamten Schaden ersetzen, weil Sie Ihrer Schadensmibderungspflicht nicht nachgekommen sind.

Die Versicherung kann Sie aber nicht auf den von Ihr vorgeschlagenen Betrieb verweisen, wenn Ihnen dies nicht zumutbar ist. Ob die von Ihnen angeführten "schlechteren" AGB´s hierfür ausreichen wage ich zu bezweifeln, entscheidend wird hier schlußendlich die Aufassung des Richters sein. Ich schätze das Prozessrisiko bezüglich dieser Frage überdurchschnittlich hoch ein.

Eine "wasserdichte" Antwort kann es aus vorgenannten Gründen deshalb nicht geben, sollte sich Ihre Versicherung uneinsichtig zeigen bliebe nur die Möglichkeit der gerichtlichen Überprüfung unter vorgenanntem Prozeßrisiko.

Mit freundlichen Grüssen

RA O.Martin

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