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GbR / oHG oder stiller Gesellschafter?

31.05.2013 20:06 |
Preis: ***,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Marcus Schröter, MBA


Zusammenfassung: Nebenberufliche GbR oder Unternehmergesellschaft Genehmigungspflicht Arbeitgeber, stille Gesellschaft

Sehr geehrte Damen und Herren,
ich plane gemeinsam mit einem Partner eine vorerst nebenberufliche Selbständigkeit. Es handelt sich um den Onlinevertrieb von Produkten unter eigener Marke. Hierzu stellen sich folgende Fragen:

1) Laut Definition darf eine GbR kein Handelsgewerbe betreiben, sonst wird Sie zur oHG. Ist ein nebenerwerblicher Onlineshop (ca. 20k€ p.a. angestrebter Umsatz) nach Definition bereits ein Handelsgewerbe, oder ist hier ein Einstieg als GbR denkbar?

2) Laut meinem Arbeitsvertrag (leitender Angestellter) ist mir eine nebenberufliche Tätigkeit nur nach Genehmigung durch den Arbeitgeber gestattet (der Shop und die Produkte sind völlig different zu meiner hauptberuflichen Tätigkeit bzw. stehen in keinerlei Wettbewerb). Als genehmigungsfreien Umweg sehen wir derzeit meine Beteiligung als atypischer stiller Gesellschafter, somit wäre auch mein Name im Außenverhältnis nicht sichtbar. Ist dies bezüglich der Rechtssicherheit der gemeinsamen Unternehmung ein gangbarer Weg oder entstehen hier evtl. Nachteile aus deren Grund die GbR zu bevorzugen wäre?

Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Einschätzung.

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich auf Grundlage Ihrer Angaben und dem Einsatz wie folgt beantworte:

1. Auch wenn Sie ein Handelsgewerbe betreiben, wird die GbR nicht automatisch zu einer oHG in Form einer Handelsgesellschaft

Voraussetzung für eine Handelsgesellschaft ist, dass die Gesellschaft einen nach Art und Umfang in kaufmännischer Weise eingerichteten Geschäftsbetrieb hat. Bei einer nebenberuflichen Ausübung und dem anvisierten Umsatz wird dies nicht erforderlich sein, so dass Sie eine Einnahme- und Überschussrechnung erstellen können. Vorteil der GbR ist, dass Sie nicht den strengeren Regelungen des HGB unterfallen.

2. Eine stille Beteiligung ist so nicht denkbar. Sie benötigen zwei Gesellschafter für die GbR. Wenn Sie als stiller Gesellschafter auftreten, sind Sie nicht Gesellschafter der GbR, sondern bilden mit der GbR wiederum eine stille Gesellschaft.

Aus meiner Sicht bietet es sich hier an, eine Gesellschaft in Form einer UG (Unternehmergesellschaft auch Mini GmbH) zu wählen. Sie können sich dann an dieser Gesellschaft nach Belieben beteiligen, müssen aber nicht die Geschäftsführung ausüben und auch nicht nach außen auftreten.

Nachteil ist, dass die UG als Formkaufmann bilanierungspflichtig ist und die Gesellschaft einen Steuerberater benötigen wird.

Ich hoffe ich konnte Ihnen weiterhelfen und stehen Ihnen für eine weitergehende Beratung gerne zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 01.06.2013 | 16:33

Sehr geehrter Herr Anwalt,
Vielen Dank für Ihre ausführliche Antwort. Zu Punkt 2 habe ich mich in der Frage unklar ausgedrückt. Anstelle der GbR würde mein Partner als Einzelunternehmer auftreten und ich mich an dieser Einzelunternehmung als Stiller Gesellschafter beteiligen. Hier wäre die Frage, ob es hier für meine Person bezüglich der Anteile und Beteiligung Rechtssicherheit ähnlich der GbR gäbe oder hier Nachteile entstehen.
Ich entschuldige mich für die unklare Fragestellung und der hieraus entstandenen Mehrarbeit.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 01.06.2013 | 16:46

Vielen Dank für die Rückmeldung.

Eine stille Gesellschaft mit Ihrem Partner ist selbstverständlich möglich, wenn dieser als Einzelunternehmer auftritt. Sie haben hierbei aber keine Einflussmöglichkeit auf die Geschäftsführung, was aufgrund der Angestelltentätigkeit auch nicht gewollt ist.

Problematisch ist aus meiner Sicht, dass Sie am Erfolg des Unternehmens je nach vertraglicher Regelung nur in Form einer höheren Verzinsuung partizipieren. An der Wertsteigerung des Unternehmens profitieren Sie nicht. Daher ist die stille Gesellschaft für den Anfang eine sinnvolle Lösung. Sobald das Unternehmen aber beginnt zu laufen und eine eigenständige Einnahmequelle darstellt, wäre dann über die weitere Form der Zusammenarbeit zu verhandeln. Eine klare Regelung vermeidet dann Streitigkeiten.

Mit besten Grüßen

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