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GbR-Gründung: Sitz, Anschrift, gewerbliche Infizierung


04.06.2017 13:27 |
Preis: 48,00 € |

Gesellschaftsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Tamás Asthoff



Ich und ein Kollege möchten die "ABC GbR" gründen und Webdesign und -hosting anbieten. Wir hätten gerne den Fantasienamen "ABC", aber keiner von uns möchte einen Firmennamen auf dem Klingelschild.

Unsere Fragen:

1.) Wie nennen wir uns rechtlich korrekt? Ist es in Ordnung, uns in Kurzform "ABC GbR" zu nennen, oder muss es immer "Peter Meier und Thomas Müller, ABC Gbr" heißen?

2.) Kann es als Mieter Probleme geben, wenn wir das Webdesign von zu hause machen, aber die Wohnung nicht für gewerbliche Nutzung vermietet wird? Wir erwarten keinen Kundenbesuch und keine andere "Wirkung nach außen", daher kommt auch ein "ABC GbR" Klingelschild nicht in Frage.

3.) Wie sieht dann die ladungsfähige Anschrift aus? Können wir auf Geschäftsbriefen und im Impressum der Webseite dann einfach den vollen Namen eines der Gesellschafter statt den vollständigen Namen der GbR verwenden? Wie stellen wir sicher, dass Briefe ankommen, obwohl die GbR an keinem unserer beiden Klingeln steht?

4.) Wir werden wegen dem Webhosting gewerblich tätig sein. Ich arbeite hauptberuflich als Freiberufler im IT-Bereich. Sind diese beiden Tätigkeiten durch das Gründen der GbR voneinander getrennt, so dass eine "gewerbliche Infizierung" meiner freiberuflichen Tätigkeit ausgeschlossen ist? Ich möchte ausschließen, in meiner Haupttätigkeit buchführungspflichtig und gewerbesteuerpflichtig zu werden.

Vielen Dank im Voraus
Sehr geehrter Fragesteller. Vielen dank für die gestellte Fragen. Sie erhalten hier in Kürze die gewünschte Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 04.06.2017 | 19:35

Sehr geehrter Herr Asthoff,

vielen Dank für die Erklärungen. Mir ist nur eine Sache zu Punkt 4 noch unklar:

Es wäre für mich vollkommen OK (und war auch so geplant), dass die Gewinnausschüttungen gewerbliche Einkünfte sind und dann auch so versteuert werden müssen.
Meine Frage betraf nur meine Haupttätigkeit als Freiberufler. Da kommt nämlich 95% meines Einkommens her, und das möchte ich vermeiden, dass das dann auch als gewerbliche Einkünfte zählt.

Konkret also meine Nachfragen:
1.) Falls die Gewinne reinvestiert werden, zählt es dann gar nicht als Einkommen? Hat die GbR also eine Art "Betriebsvermögen"?

2.) Falls wir ausschütten, und das Geld als gewerbliches Einkommen zählt, wird dann meine freiberufliche Haupttätigkeit durch diese "gewerbliche Infizierung" auch gewerbesteuerpflichtig? Oder ist die GbR dann ein getrenntes Konstrukt, so dass ich in der Steuererklärung das freiberufliche als "Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit", und das GbR-Einkommen als "Einkünfte aus Gewerbe" getrennt angeben kann?

Viele Grüße, und danke im Voraus.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 05.06.2017 | 16:33

1.) Falls die Gewinne reinvestiert werden, zählt es dann gar nicht als Einkommen? Hat die GbR also eine Art "Betriebsvermögen"? Ja.

2.) Falls wir ausschütten, und das Geld als gewerbliches Einkommen zählt, wird dann meine freiberufliche Haupttätigkeit durch diese "gewerbliche Infizierung" auch gewerbesteuerpflichtig? Bei erreichen der Grenze, ja. Oder ist die GbR dann ein getrenntes Konstrukt, so dass ich in der Steuererklärung das freiberufliche als "Einkünfte aus selbstständiger Tätigkeit", und das GbR-Einkommen als "Einkünfte aus Gewerbe" getrennt angeben kann? Ihre Einnahmen zählen zusammen.

Ergänzung vom Anwalt 04.06.2017 | 19:12

Sehr geehrter Ratsuchender,

ich möchte Ihnen Ihre fragen beantworten und kurz die Zusammenhänge erklären, damit ihr Unternehmen einen guten rechtlichen Start hat.

1.) Wie nennen wir uns rechtlich korrekt? Ist es in Ordnung, uns in Kurzform "ABC GbR" zu nennen, oder muss es immer "Peter Meier und Thomas Müller, ABC Gbr" heißen?

Die GbR ist selber geschäftsfähig, kann daher einen eigenen Namen haben. Im Gegensatz zu einer UG oder GmbH weiss der Kunde jedoch nicht, wer sich hinter der GbR verbirgt. Da die Gesellschafter persönlich haften, muss der Kunde wissen, mit wem er es zu tun hat. Auf dem Briefpapier, Rechnung, Impressum sind also beide anzugeben; nicht zwingend im Firmennamen. Der Name darf jedoch nicht den Eindruck einer handelsrechtlichen Firma erwecken - Frage des Einzelfalles.

2.) Kann es als Mieter Probleme geben, wenn wir das Webdesign von zu hause machen, aber die Wohnung nicht für gewerbliche Nutzung vermietet wird? Wir erwarten keinen Kundenbesuch und keine andere "Wirkung nach außen", daher kommt auch ein "ABC GbR" Klingelschild nicht in Frage.

In den meisten Mietverträgen bedarf die gewerbliche nutzung zwar der Zustimmung, sie haben aber einen Anspruch darauf, da keine Nachbar oder sonstwie Betroffener durch Publikumsverkehr gestört wird. Die Zustimmung muss je nachdem der Vermieter und/oder der Verwalter erteilen. Schauen Sie im Mietvertrag, ob da etwas geregelt ist, und stellen Sie falls zutreffend den Antrag auf Zustimmung. Das sollte klappen.

3.) Wie sieht dann die ladungsfähige Anschrift aus? Können wir auf Geschäftsbriefen und im Impressum der Webseite dann einfach den vollen Namen eines der Gesellschafter statt den vollständigen Namen der GbR verwenden? Wie stellen wir sicher, dass Briefe ankommen, obwohl die GbR an keinem unserer beiden Klingeln steht?

Beide sind bei der GbR vertretungsberechtigt, wenn der GbR Vertrag nichts anderes regelt. Eine Anschrift werden Sie jedoch brauchen, so dass im Impressum der volle Name mind. eines Vertretungsberechtigten mit Adresse und die Namen aller übrigens Gesellschafter zu führen sein wird. Das gilt auch für Briefe und Rechnugnen; so würde dort stehen "Xy GbR Peter Meier und Mark Müller (Gesellschafter) Anschrift: Xy GbR Peter Meier, Strasse , Ort.

4.) Wir werden wegen dem Webhosting gewerblich tätig sein. Ich arbeite hauptberuflich als Freiberufler im IT-Bereich. Sind diese beiden Tätigkeiten durch das Gründen der GbR voneinander getrennt, so dass eine "gewerbliche Infizierung" meiner freiberuflichen Tätigkeit ausgeschlossen ist? Ich möchte ausschließen, in meiner Haupttätigkeit buchführungspflichtig und gewerbesteuerpflichtig zu werden.

Das kommt auf den GbR Vertrag an, nämlich wie die Auschüttung der Gewinne dort geregelt ist. Gewinne können auch re-investiert werden, sie können ausgezahlt werden, dann ist es zum Einkommen der Gesellschafter zu zählen.Problematisch wirds, wenn sie keinen schriftlichen GbR Vertrag haben. Im Zweifel geltend alle Einnahmen zu 50% als Einnahmen aus Gewerbebetrieb und sind steuerlich anzugeben.

Ich empfehle Ihnen, auch mit Hinblick darauf, Streit mit dem Partner so gut wie möglich zu vermeiden, einen guten GbR Vertrag aufzusetzen und alles im Vorfeld zu regeln. Dann gibts später weniger Stress. Eine gute AGB rundet auf der Webseite das Bild eines guten Unternehmens ab.

Wenn Sie sich nicht sicher bei der Erstellung der grundlegenden Dokumente sind, fragen Sie lieber einen Anwalt.
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