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Garantie Handy

31.05.2014 11:52 |
Preis: ***,00 € |

Generelle Themen


Zusammenfassung: Garantieansprüche werden gegenüber dem Hersteller, Gewährleistungsansprüche gegenüber dem Händler geltend gemacht.

Folgender Fall:

1. Ich habe am 15.05.2013 beim Onlinehändler Mindfactory.de ein Blackberry Q10 Smartphone gekaufen.

2. Nach etwa vier Monate stellte ich ein Fehler fest (Buchstaben werden sporadisch doppelt geschrieben), eine kurze Recherche im Internet ergab einen eindeutigen Hardwarefehler der Tastatur.

http://www.blackberrybase.net/blackberry-q10-773/q10-tastatur-problem-buchstaben-doppelt-116535/ - Ich bin der Threaderstellen

Da ich zu dieser Zeit kein Zweithandy hatte, ließ ich erstmal von einer Reparatur über Garantie ab (1 Jahr Herstellergarantie).

3. April dieses Jahr hatte ich nun ein Zweithandy und der Reparatur des Blackberry stand nichts im Weg. Mein erster Kontakt war der Hersteller selber, dieser verweist Online bei Reparatur und Gewährleistung an den Händler. Es ist kein Kontakt oder Abwickelung über Blackberry direkt möglich.

4. Ich habe mich somit an www.mindfactory.de gewandt, diese haben Online einen Rücksendeassisten welcher mir zwei Optionen anbot. Einmal Nachbesserung und einmal Zeitwertgutschrift. Das Angebot mit Zeitwertgutschrift empfand ich als sehr Kulant und unkompliziert.

5. Antrag ausgedruckt, Handy am 23.04 eingeschickt. Nach zwei Wochen erhielt ich mein Handy zurück, es wird die Bearbeitung der Reklamation abgelehnt. Grund: Es wird von Gewährleistungsfall gesprochen. Die Ablieferung der Ware ist länger als 6 Monate her, es liegt nach § 476 BGB die Beweislastumkehr vor.

6. Ich habe anschließend einen zweiten Auftrag gemacht, diesmal Nachbesserung. Das Handy am 07.05 erneut eingeschickt. Nach drei Wochen (heute) haben ich das Handy wieder erhalten, Reklamation wurde abgelehnt, mit dem gleichen Grund wie bei 5.

Was kann ich nun machen? Für mich liegt eindeutig ein Garantiefall vor und da ich keinen direkten Kontakt mit der Hersteller herstellen kann, ist für mich der Händler mein Ansprechpartner und er muss sich, um die Garantieabwicklung kümmern.

Mit freundliche Grüßen
Steffen Illner

Sehr geehrter Fragesteller,

aufgrund des Ihrerseits dargestellten Sachverhalts möchte ich Ihre Frage gerne wie folgt beantworten.

Sie liegen völlig richtig in der Annahme, dass der Händler Ihr Ansprechpartner ist, dies allerdings nur hinsichtlich der Gewährleistungsansprüche. Garantieansprüche können ausschließlich gegen den Hersteller selbst geltend gemacht werden, es sei denn, der Händler gibt auch eine Garantieerklärung ab. Die meisten Händler wickeln jedoch auch Garantieansprüche für ihre Kunden ab. Im Grunde können Sie sich hinsichtlich Ihres Garantieanspruchs auch direkt an den Hersteller wenden. Weshalb der Hersteller in Ihrem Fall keine Garantieaufträge entgegennimmt, entzieht sich meiner Kenntnis und erscheint mir äußerst fragwürdig.

Ich empfehle Ihnen, sich hinsichtlich Ihres Anspruchs aus der einjährigen Garantie(!) an der Händler zu wenden. Da die Garantiezeit mittlerweile abgelaufen ist, sollten Sie die vergangenen fruchtlosen Versuche der Garantie- und Gewährleistungsanzeigen mit einreichen, um so zu zeigen, dass der Fehler bereits innerhalb des Garantiezeitraums aufgetreten ist und die Verspätung der jetzigen erneuten Garantieanzeige nicht auf Ihrem Verschulden beruht.

Alternativ können Sie natürlich beim Händler auch Ihren zweijährigen Gewährleistungsanspruch geltend machen. Dies dürfte sich allerdings schwierig gestalten, da dieser ja bereits kundgetan hat, dass hier - richtigerweise - die Beweislastumkehr des § 476 BGB greift und somit Sie beweisen müssten, dass der Hardwarefehler (oder zumindest dessen Ursache) bereits im Zeitpunkt des sog. Gefahrübergangs vorlag, d.h. als Ihnen das Gerät nach dem Kauf übergeben wurde. Ob Ihnen ein solcher Beweis gelingen wird, wage ich zwar grundsätzlich zu bezweifeln. Allerdings schilderten Sie auch, dass dieser Hardwarefehler scheinbar ein immer wieder auftretender Mangel bei diesem Gerätetyp sei. Dies könnte für einen entsprechenden Beweis durchaus hilfreich sein.

Sollten alle Bemühungen Ihrerseits scheitern, so empfehle ich Ihnen die Konsultation eines ortsansässigen Rechtsanwaltes, der Ihnen nach sorgfältiger Prüfung, die eine Ersteinschätzung auf dieser Plattform nicht ersetzen kann, zu entsprechenden rechtlichen Schritten raten kann.

Bitte beachten Sie, dass das Weglassen relevanter Angaben oder eine geringfügige Änderung des Sachverhalts eine völlig neue rechtliche Beurteilung zulässt.

Mit einem Dank für das mir entgegengebrachte Vertrauen verbleibe ich

mit freundlichen Grüßen
Oliver Daniel Özkara
Rechtsanwalt

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