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GEMA bei eigenen Filmaufnahmen


| 17.11.2010 01:09 |
Preis: ***,00 € |

Urheberrecht, Markenrecht, Patentrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Jan Wilking



Hallo!

Ich bin ein Hobbyvideofilmer. In meinem Fall filme ich eine Band und erstelle damit Videoclips für diese Band (unentgeltlich, da ich Fan der Gruppe bin).

Die Genehmigung der Band und der Komponisten liegt in schriftlicher Form vor.

Die Musiktitel dieser Band sind bei GEMA- Europe verlegt ( !!! )

Die Komponisten sind in Holland und USA wohnhaft und die Videomitschnitte sind in Europa von mir erstellt worden.

Band und Komponist erlauben mir das Filmen und das Veröffentlichen und Hochladen auf YouTube nicht nur sondern sie wünschen dies ( !!! )

Nun hat mich ein Freund gewarnt weil ich diese Clips auf meiner MySpace-Seite sowie auf meinem YouTube-Account hochgeladen habe mit folgenden Worten:

"... es ist egal ob Dir die gefilmten Musiker sogar schriftlich die Erlaubnis der öffentlichen Einstellung gegeben haben - die GEMA interessiert diese Erlaubnis rechtlich gesehen nicht ... "

Meine Hauptfrage wäre:

- Ist dies wirklich zuftreffend? Muß hier die GEMA gefragt bzw bezahlt werden?

Meine 2 Nebenfragen wären:

- Falls ich das nicht auf meine Accounts hochladen darf - darf ich dann diese Clips dem Komponisten und der Band nach Holland auf deren YouTube-Account die Clips hochladen? Dann wäre ich ja kein Betroffener auf den die Behörde mit Strafen losgehen kann.

- Kann ich der Band DVD-Kopien meiner Arbeit zukommen lassen ohne dass es Probleme gibt?

Anscheinend betreiben diverse Anwaltskanzleien teure Abmahnungsklagen. In meinem Fall wird doch die Band unterstützt und sie verkaufen ganz sicher auch mehr ihrer Produkte.

Bitte helfen Sie mir!! Ich verdiene mit meiner Arbeit nichts - außer Freude !! Und die Band hat nichts von meiner Arbeit bisher geldbringend vermarktet. Vielen herzlichen Dank!!


Sehr geehrte Ratsuchende,

gerne beantworte ich Ihre Anfrage unter Berücksichtigung Ihrer Sachverhaltsschilderung und Ihres Einsatzes wie folgt:

Gemäß Berechtigungsvertrag überträgt das Mitglied der GEMA "sämtliche ihm derzeit zustehenden und zukünftig zufallenden Verwertungsrechte" an seinen Werken zur exklusiven Wahrnehmung. In Ihrem Fall benötigen Sie folgende Nutzungsrechte:
Vervielfältigungsrecht § 16 UrhG, Verbreitungsrecht § 17 UrhG und das Recht der Zugänglichmachung § 19 a UrhG
Diese Rechte werden ausschließlich von der GEMA vergeben, da das Stück ja nach Ihrer Aussage zum GEMA-Repertoire gehört. Eine Einwilligung des Urhebers ändert daran nichts, denn er kann die Nutzungsrechte gar nicht mehr vergeben. Sie müssen also tatsächlich vor Veröffentlichung die Nutzung bei der GEMA anmelden und Nutzungsgebühren zahlen. Details finden Sie hier http://www.gema.de/musiknutzer/online-bereitstellen/nutzungsformen/music-on-demand0/
für Internetvideos und hier http://www.gema.de/musiknutzer/herstellen/nutzungsformen-herstellen/bildtontraeger0/musikvideos0/ für Musikvideos auf DVD.

Dies gilt im Übrigen auch, wenn das GEMA-Mitglied selbst das Video anbietet! Auch wenn das Video über den Account der Band angeboten wird, fallen also grundsätzlich GEMA-Gebühren an.

Allerdings wird dies aufgrund des Umfangs der momentan bei youtube angebotenen Videos nur selten kontrolliert, und wenn dann nur bei Videos, die extrem oft angesehen wurden.

Sie können der Band auch eine Kopie Ihrer Arbeit zukommen lassen, sollten aber darauf verweisen, dass vor einer Veröffentlichung alle Rechte geklärt werden müssten. Denn bei einem Musikvideo sind noch weitere Rechte betroffen, z.b. das Sync-Right (Verbindung von Ton und Bild), Leitungsschutzrechte der ausübenden Künstler und vor allem die Rechte des Tonträgerherstellers (wenn die dem Video unterlegte Musik von einem Tonträger stammt).

Wie Sie sehen, ist eine vollständige Rechteklärung bei einem Musikvideo sehr umfangreich. Allerdings kommt es in der Praxis, gerade bei kleineren Bands, sehr selten zu Problemen, wenn diese ihre Videos einfach online stellen. Ein gewisses Restrisiko besteht bei Nichteinholung sämtlicher Rechte aber natürlich.


Ich hoffe, Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben. Bei Unklarheiten benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion.

Bedenken Sie bitte, dass ich Ihnen hier im Rahmen einer Erstberatung ohne Kenntnis aller Umstände keinen abschließenden Rat geben kann. Sofern Sie eine abschließende Beurteilung des Sachverhaltes wünschen, empfehle ich, einen Rechtsanwalt zu kontaktieren und die Sachlage mit diesem bei Einsicht in sämtliche Unterlagen konkret zu erörtern.

Mit freundlichen Grüßen

Nachfrage vom Fragesteller 17.11.2010 | 23:42

Hallo Herr Wilking!

Vielen herzlichen Dank für Ihre Hilfe. Sie haben meiner Meinung nach sehr umfassend zurückgeschrieben.

Eine Frage hätte ich noch. Sie haben geschrieben:

<Sie können der Band auch eine Kopie Ihrer Arbeit zukommen lassen, <sollten aber darauf verweisen, dass vor einer Veröffentlichung alle <Rechte geklärt werden müssten. Denn bei einem Musikvideo sind <noch weitere Rechte betroffen, z.b. das Sync-Right (Verbindung von <Ton und Bild), Leitungsschutzrechte der ausübenden Künstler und vor <allem die Rechte des Tonträgerherstellers (wenn die dem Video <unterlegte Musik von einem Tonträger stammt).

Die unterlegte Musik stammt nicht von einem Tonträger sondern es sind die bei der GEMA-verlegten Songs die "Live" dargeboten wurden. Darf ich denn überhaupt meinen Namen und Kontaktadresse als Filmer nennen wenn ich die Aufnahmen der Band zukommen lasse?

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 18.11.2010 | 07:37

Vielen Dank für Ihre Nachfrage!

Da Sie ja mit Einwilligung der Band gefilmt haben, insofern also insbesondere die Persönlichkeitsrechte der Künstler gewahrt blieben, sehe ich keinen Grund, weshalb Sie die Aufnahmen nicht nebst Ihren Kontakdaten an die Band weiterleiten sollten. Wenn die Band anschließend das Video veröffentlicht, wäre diese auch für eine Rechteklärung zuständig. Insbesondere müssten, wenn Sie nicht ausdrücklich darauf verzichten, auch Sie als Urheber des Films genannt werden, allein deshalb sollten Sie Ihren Namen mitteilen. Ein Abmahnrisiko für Sie sehe ich wie gesagt nicht, eine Unterlassungsforderung seitens der Bandmitglieder/des Komponisten scheidet ja aufgrund der Einwilligung aus und die GEMA selbst (die übrigens keine Behörde ist, sondern ein Verein) würde selbst in dem Fall, dass Sie das Video selbst veröffentlichen und dieses von der GEMA entdeckt wird, lediglich Gebührennachzahlung fordern.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen weiterhelfen und wünsche Ihnen noch viel Erfolg mit Ihrem Projekt!

Mit freundlichen Grüßen


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Bewertung des Fragestellers 20.11.2010 | 23:54


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