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Führt Aufrechterhaltung einer Bürgschaft zu Übersicherung?


12.04.2007 11:59 |
Preis: ***,00 € |

Wirtschaftsrecht, Bankrecht, Wettbewerbsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sven Kienhöfer



Guten Tag,
ich habe folgende Frage zum Thema "Übersicherung".

Ich habe vor wenigen Jahren ein Haus gekauft und hierfür ein Baudarlehen über rd. 130.000,00 EUR
bei meiner Bank aufgenommen. Diese komplette Summe wurde zur Sicherheit gegenüber der Bank auch als
Grundschuld auf das Haus eingetragen.

Als 2. Sicherheit für die Bank (neben der Grundschuld) hat sich mein Mann für diesen Kredit gegenüber
der Bank in ebenfalls voller Höhe verbürgt (selbstsch. Bürgschaft).

Als weitere Sicherheit, die allerdings von der Bank nicht gefordert wurde, haben mein Mann und ich
gegenseitig auf uns eine Risikolebensversicherung abschlossen, die im Todesfalle den kompletten Kredit
abdecken würde, so dass der jew. Andere sofort schuldenfrei wäre.


In einer kürzlich von betreffender Bank vorgenommenen Immob.-Bewertung wurde das Haus mit einem Wert
von ca. 210.000,00 EUR angesetzt - es würde also theoretisch im Falle eines Verkaufs den Kreditbetrag "locker"
erreichen.


Nun leben mein Mann und ich zwischenzeitlich getrennt.


Mein Mann möchte nun verständlicherweise die Bürgschaft löschen lassen, wozu die Bank jedoch nicht bereit ist.

Ich bin der Meinung, dass bereits durch die eingetragene Grundschuld genügend Sicherheit für die Bank
gegeben sein dürfte.


Die Bank argumentiert damit, dass ich alleine die monatlichen Abschläge für den Kredit wohl nicht aufbringen
könnte, was allerdings nicht richtig ist.

Letztendlich dürfte dieser "Trennungsumstand" aber m.E. für die Bank auch gar keine Rolle spielen.
Denn: das Haus hat mindestens den Wert des Kredites und dieser ist im Grundbuch eingetragen und im Zweifelsfalle
könnte ja zwangsversteigert werden.


Handelt es sich hier um eine Übersicherung seitens der Bank?
Wie sehen Sie das? Und welche Argumente hätte ich noch der Bank gegenüber?

Vielen Dank für Ihre Antwort!






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Sehr geehrte Fragestellerin,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich aufgrund Ihrer Angaben gerne wie folgt beantworten möchte.

Rechtlich gesehen stellt sich Ihr Fall meines Erachtens so dar:

Eine Übersicherung liegt vor bei einem deutlichem Übermaß des Wertes der gestellten Kreditsicherheit gegenüber dem zu sichernden Risiko. Zu einer Übersicherung kann es nur bei Sicherheiten kommen, die unabhängig von der gesicherten Forderung bestehen. Unter eine solche "nichtakzessorischen" Sicherheiten fäältt z.B.: auch Ihre Sicherungsgrundschuld.

Durch die Neubewertung des Grundstücks könnte hier eine nachträglicher Übersicherung (entsteht durch Anwachsen der Sicherheiten) entstanden sein.
Um eine Übersicherung festzustellen, ist der aktuelle Wert der gesicherten Forderung zuzüglich eines gewissen Zuschlags mit dem voraussichtlichen Wert der Sicherheiten bei einer zwangsweisen Verwertung zu vergleichen.
Wie weit beide Werte voneinander abweichen dürfen bzw. wie hoch der Zuschlag sein darf, wird unterschiedlich bewertet.
Heutzutage kann man eine Grenze von ca. 125-150% annehmen.
Damit dürfte in Ihrem Fall allerdings klar sein, dass das geforderte deutliche Übermaß der gestellten Sicherheit hier nicht vorliegt, da ja bei einer zwangsweisen Verwertung Ihres Grundstückes nie der Verkehrswert von 210.000 € angesetzt wird, sondern nur ca. 70% des Verkehrswertes.

Eine Übersicherung liegt somit in Ihrem Fall somit nicht vor.

Ich hoffe, diese Ausführungen haben Ihnen bei Ihrem rechtlichen Problem weitergeholfen.

Mit freundlichen Grüssen

Sven Kienhöfer
Rechtsanwalt



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