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Führerschein: Drei A-Verstöße in der Probezeit

14.01.2019 13:36 |
Preis: 48,00 € |

Verkehrsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Sascha Lembcke


Guten Tag,

man sagt ja zum einen bei drei A-Verstößen während der Probezeit gibt es Führerscheinentzug. Zum anderen heißt es aber auch nach dem Aufbauseminar gibts beim nächsten A-Verstoß noch keinen Führerscheinentzug sondern erstmal eine Verwarnung mit freiw. MPU.
Mein Fall liegt irgendwo dazwischen:
Ich wurde im ersten Jahr der Probezeit außerorts in einer 70er Zone mit 21 km/h zuviel geblitzt. Ich bekam eine Geldstrafe und 1 Punkt.
Wenige Wochen danach habe ich wegen Missachtung der Vorfahrt einen Unfall gebaut. Hier bekam ich einen Punkt, Probezeitverlängerung und musste zum Aufbauseminar, an welchem ich auch teilgenommen habe.
Jetzt, ein Jahr später wurde ich außerorts in einer 100er Zone mit 47km/h zuviel geblitzt. Ich habe erstmal noch eine Anhörung bekommen. Meine große Frage ist nun ob ich den Führerschein entzogen bekomme oder ob ich dieses Mal noch eine Verwarnung bekomme. Und wenn der Führerschein entzogen würde, wie lange sind in etwa die üblichen Sperrfristen in solchen Fällen?

Mit freundliche Grüßen

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen wie folgt beantworten:

Wenn man in der Probezeit einen sog. A-Verstoß (schwerwiegende Zuwiderhandlung mit mind. 1 Punkt) begeht, der muss zunächst mit der Verlängerung der Probezeit um weitere zwei Jahre rechnen und zudem i.d.R. an einem Aufbau­se­minar teilnehmen. Dies ist bereits geschehen.

Wenn man darüber hinaus einen A-Verstoß begangen, bei dem sich die Probezeit bereits verlängert hat, muss, wenn er in dieser Verlängerung erneut ein A-Verstoß begeht mit einer Verwarnung sowie der Auffor­derung, freiwillig an einer verkehrs­psy­cho­lo­gi­schen Unter­su­chung teilzu­nehmen, rechnen. Hierfür ist eine Frist von zwei Monaten angegeben.

Insoweit gilt folgende Stufenregelung als Orientierung:

- erster A-Verstoß: Verlängerung der Probezeit
- zweiter A-Verstoß: schriftliche Verwarnung, Teilnahme an einer verkehrspsychologischen Beratung wird empfohlen. Allerdings ist dieses Seminar freiwillig.
- dritter A-Verstoß: Entzug der Fahrerlaubnis und eine Sperrfrist.

In Ihrem Sachverhalt ist entscheidend, ob hinsichtlich der ersten beiden A-Verstöße bereits eine Summierung der Ahndung der Vergehen stattgefunden hat, sprich ob diese bei der Probezeitverlängerung und dem Aufbauseminar summarisch zusammengefasst wurden, sodass der Dritte Verstoß ein Jahr später als quasi "zweiter" Verstoß wirkt. Dann dürfte mit einer Verwarnung und einer verkehrspsychologischen Untersuchung zu rechnen sein.

Steht indes noch die Berücksichtigung des 2. Verstoßens aus, bzw. wurde dieser bisher noch nicht "bemerkt", was auch vorkommen kann, dann würde der Dritte Verstoß in letzter Konsequenz den Entzug der Fahrerlaubnis und die Verhängung einer Sperrfrist bedeuten, mit deren Ablauf Sie die Neuerteilung beantragen können.

Die Sperrfrist kann gesetzlich für die Dauer von 6 Monate und bis zu 5 Jahre angeordnet werden. Entscheidend sind die Art und Schwere der Verstöße und die Einsichtsfähigkeit. Etwa 3 Monate vor Ablauf der Frist kann der Fahrausweis wieder erteilt werden. Ob dann eine erneute Fahrschulausbildung absolviert werden muss oder an einer medizinisch-psychologischen Untersuchung sowie einem Aufbauseminar teilgenommen werden muss, ist vom Einzelfall abhängig.

Wird die Fahrberechtigung wieder erlangt, beginnt die Probezeit von neuem. Begeht der Fahranfänger dann Verkehrsvergehen können die Strafen in der Regel höher als gewöhnlich ausfallen. Neben dem Führerscheinentzug in der Probezeit kann es auch zu einer Freiheitsstrafe kommen.

Im Ergebnis lässt sich der Sachverhalt daher nicht konkret einordnen, denn es kommt schlichtweg darauf an, welches Vergehen (z.B. nur der erster Verstoß oder nur der zweite Verstoß oder beide zusammen) mit der Anordnung der Probezeitverlängerung und dem Aufbauseminar verbunden worden sind. Ist letztere Variante der Fall, dann würde kein Entzug drohen.

Ich hoffe, Ihre Frage dennoch verständlich beantwortet zu haben, wenngleich keine präzise Einordnung bislang erfolgen konnte und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten und Nachfragen oder insbesondere auch Ergänzungen in Bezug auf den Inhalt der Feststellung der verlängerten Probezeitanordnung zur genaueren Einschätzung, können Sie gerne die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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