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Fußbodenbelag beschädigt


| 04.02.2005 10:34 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum



Hallo!
Ich muß in meiner alten Wohnung im Zuge meines Auszugs den Fußbodenbelag in der Küche wechseln.
An zwei Stellen weist er Schäden auf (Verfärbungen u.ä.)
Das heißt, es sind rein optische Schäden, die aber leider durch Reinigung nicht zu beseitigen sind.
Es handelt sich um fest verlegtes Linoleum (geklebt und geschweißt). Ein Kostenvoranschlag ergab nun eine ungefähre Summe von 1200 € für den Wechsel.
Ich wohnte sechs Jahre in der Wohnung und bei meinem Einzug war der Fußbodenbelag neu.
Meine Frage ist nun: Bin ich verpflichtet, den Belag auf meine Kosten wechseln zu lassen?
Wenn ja, gelten auch hier irgendwelche Regulungen, durch die ich lediglich den Zeitwert bezahlen muß?
Wie hoch wäre der Zeitwert nach sechs Jahren (prozentual)?

Vielen Dank im voraus!
Sehr geehrter Anfragender,

vielen Dank für Ihre Frage, die ich wie folgt beantworten möchte:

Wenn es sich um Veränderungen aufgrund einer vertragsgemäßen Nutzung handelt, dann müssen Sie den Fußboden nicht erneuern. Die normale Abnutzung fällt gem. § 535 Absatz 1 Satz 2 BGB in die Risikosphäre des Vermieters.

Sofern Sie durch unsachgemäße Nutzung jedoch einen Schaden an der Wohnung - hier an dem Fußbodenbelag - verursacht haben, müssten Sie den Schaden ersetzen. Wenn der Schaden nicht behebbar ist, müsste ggf. in der Tat der Fußboden ausgetauscht werden. Ob dies verlangt werden kann hängt auch davon ab, wie groß die Stellen sind und an welcher Stelle des Fußbodens sie aufgetreten sind.

Wenn der Fußbodenbelag erneuert werden muss, dann gelten die Schadensersatzregeln: neu-für-alt
Das heißt, dass der Vermieter sich den Vorteil anrechnen lassen muss, den er dadurch hat, dass sein altes Eigentum nun vorzeitig durch neues ersetzt wird. Der Vorteil würde zeitanteilig berechnet werden. Dafür ist die Lebensdauer des Fußbodenbelages maßgeblich. Diese kann von einem Anwalt nicht aus eigener Sachkunde beurteilt werden. Falls hier keine Einigung über die normale Lebensdauer erzielt werden kann, müsste diese ggf. durch einen Gutachter ermittelt werden.

Ein Anhaltspunkt können vielleicht folgende Angaben darstellen (Quelle: http://www.verbraucher.org/index.php/aid/147)

Linoleum
Raumklima bei Linoleum ohne Oberflächenversiegelung besser, überwiegend nachwachsende Rohstoffe, keine bedenklichen Inhaltsstoffe
gesamter Wohnbereich außer Feuchträume
Haltbarkeit: 30 Jahre und mehr
gehobene Preisklasse, aber haltbar

Polyolefin
Ohne Weichmacher, umweltverträgllicher als PVC
alle Innenräume
Haltbarkeit: nur bessere Qualitäten erhältlich, mehrere Jahrzehnte
mittleres bis gehobenes Preisniveau

PVC
Enthält krebsverdächtige und das menschliche Hormonsystem beeinflussende Weichmacher, gefährlich im Brandfall
alle Innenräume, weniger geeignet für Kinder- und Schlafzimmer
Haltbarkeit: stark abhängig von der Qualität, schlechte Qualitäten weniger als zehn Jahre
in minderwertiger Qualität deutlich unter 10 DM

Wenn tatsächlich Linoleum verlegt wurde, wäre die Berechnung dementsprechend wie folgt:

EUR 1.200 [Kosten] * (30-6) [normale Restlaufzeit] / 30 [normale Lebensdauer] = EUR 960

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort weiter geholfen zu haben. Für Rückfragen stehe ich Ihnen selbstverständlich gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Kai Breuning
- Rechtsanwalt -

Bremer Str. 28a
21073 Hamburg

Tel.: 040 - 24 88 21 96
Fax: 040 - 24 88 21 97

mailto:post@ra-breuning.de
www.ra-breuning.de

Nachfrage vom Fragesteller 04.02.2005 | 12:26

Vielen Dank für die Antwort!

Hinsichtlich der Kosten für den Wechsel habe ich noch ein Detail vergessen:
Der Kostenvoranschlag beinhaltet auch die Kosten für den Aus- und Einbau der Küchenzeile, die Eigentum des Vermieters ist.
Bin ich verpflichtet auch diese Kosten zu tragen, da das ja nicht direkt mit dem Schaden des Fußbodens zu tun hat?

Vielen Dank!

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.02.2005 | 13:32

Sehr geehrter Anfragender,

das hängt davon ab, ob der Fußboden ohne den Ausbau überhaupt erneuert werden kann. Wenn der Fußboden vorher unter der Küchenzeile verlegt war, dann ist der Ausbau der Küchenzeile notwendige Folge der Beschädigung des Fußbodens. In diesem Fall müssten Sie auch diese Kosten tragen.

Mit freundlichen Grüßen
Kai Breuning

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