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Frühzeitige Kündigung des Fitnessvertrags

14.09.2010 11:42 |
Preis: ***,00 € |

Vertragsrecht


Beantwortet von


12:16
Hallo,
ich habe folgendes anliegen. Im Januar diesen Jahres haben meine damaliger Freund und ich im Fitnessstudio Verträge über 24 Monate abgeschlossen. Da es am Tag der offenen Tür war, wurden wir zum sofortigen Abschluss gedrängt, da ja nur dann die ersten drei Monate beitragsfrei wären und wir keine Aufnahmegebürh zahlen müssten. Wir hatten die Auswahl zwischen 12 und 24 Monaten. Bei einem Abschluss über 24 Monate wurden die wöchentlichen Beiträge natürlich geringer - bleibt trotzdem ein Wochenbeitrag von 15,90 EUR. Zusätzlich kommt pro viertel Jahr eine Trainer-Pauschale von 21 EUR dazu. Leider und dummerweise habe ich mich von meinem Freund drängen lassen und den Vertrag unterschrieben.
Drei mal war ich auch zum Trainieren da, verlor dann natürlich die guten Vorsätze und die Lust und fühlte mich da auch nicht mehr so richtig wohl.
Im Mai des Jahres ist mein Freund Hals über Kopf ausgezogen und ich saß allein mit der viel zu teuren Wohnung da. Ergo, ich bin natürlich so schnell wie möglich, zum 25.08., in eine günstigere Wohnung gezogen. Diese liegt jetzt "nur" ca. 21 KM von dem Studio entfernt. Ich habe kein Auto und mit dem Bus bräuchte man gute 1,5 Stunden zum Studio. Desweiteren kommt jetzt einfach auch die finanzielle Belastung dazu, da ich ja jetzt die Miete wieder allein tragen muss. Knapp 60 EUR im Monat für etwas zu zahlen was man nicht nutzt ist ja auch nicht wenig.
Meine Frage ist jetzt, hab ich irgendeine Chance den Vertrag bereits nach einem Jahr zu kündigen? Ein Arbeitskollege hat sich vor kurzem mit seiner Freundin auch in dem Studio angemeldet und mich als "Vermittler" angegeben. Das hieß damals bei uns, dass einem dann 100 EUR pro Vermittlung zustehen - ich hab aber leider keine Ahnung, ob das Verrechnet wird oder wofür einem das dann zusteht. Zumindest habe ich keine Nachricht erhalten.
Kann ich die beiden denn nicht als "Ersatzmitglieder" angeben? Ich habe gesehen, dass in der Schweiz ein Fitnessvertrag unter das Mietrecht fällt und es dort also möglich wäre.

Noch was: Ich war jetzt bereits 3x im Fittnessstudio vor Ort und wollte den Inhaber sprechen, mit dem wir damals den Vertrag geschlossen haben, und obwohl sein Auto vor der Tür steht wird er jedesmal verleugnet- er sei nicht da, hätte ein Gespräch oder keine Zeit. Weitere 6 mal habe ich angerufen um einen Termin mit ihm gebeten und einen Rückruf verlangt - wieder nichts!!
AGB's haben wir damals zu unserem Vertrag weder ausgehändigt bekommen noch gesehen. Allerdings habe ich sie inzwischen beim Solarium an der Wand entdeckt.

Kann ich nun irgendwas machen, damit ich aus dem Vertrag rauskomm? Wie gesagt, 1,5 Std. Busfahrten hin und zurück - gilt das nicht als unzumutbar?

Ich hoffe, Sie können mir weiterhelfen, da ich nicht mehr weiß, wie ich die knapp 64 Euro im Monat zahlen soll.

Vielen Dank!
14.09.2010 | 11:57

Antwort

von


(1236)
Karolinenstr. 8
33609 Bielefeld
Tel: 0521/178960
Web: https://www.reinhard-otto.de
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Guten Tag,

ich möchte Ihre Anfrage auf der Grundlage der dazu mitgeteilten Informationen wie folgt beantworten:

Nach <a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/314.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 314 BGB: Kündigung von Dauerschuldverhältnissen aus wichtigem Grund">§ 314 BGB</a> haben Sie dann die Möglichkeit, das Dauerschuldverhältnis ausserordentlich zu kündigen, "wenn (Ihnen) unter Berücksichtigung aller Umstände des Einzelfalls und unter Abwägung der beiderseitigen Interessen die Fortsetzung des Vertragsverhältnisses bis zur vereinbarten Beendigung oder bis zum Ablauf einer Kündigungsfrist nicht zugemutet werden kann."

Bei der Beurteilung dieser Frage spielen die Restlaufzeit (hier noch 16 Monate) eine Rolle ebenso wie die zusätzliche Entfernung vom neuen Wohnort.
Allerdings reicht hier nicht eine bloße Kilometerangabe; vielmehr muss auch gesehen werden, in welcher Fahzeit diese Strecke üblicherweise zurückgelegt wird (eigener PKW oder öffentl. Verkehrsmittel mit drei mal Umsteigen werden sicherlich unterschiedlich bewertet.)

Nach dem, was Sie schildern, könnte hier ein Kündigungsrecht angenommen werden, insbesondere, weil jede Trainingseinheit mit 2 x 1,5 Stunden Fahrzeit verbunden wäre. Das ist nicht mehr zumutbar.

Wenn der Inhaber sich verleugnen lässt, müssen Sie alles schriftlich erklären, möglichst mit einem Zeugen, damit auch der Zugang einer Kündigung bewiesen werden kann.




Mit freundlichen Grüßen
<!--dejureok-->


Rückfrage vom Fragesteller 14.09.2010 | 12:12

Hallo Herr Otto,

vielen Dank für die schnelle Beantwortung. Das heißt, ich setze jetzt eine schriftliche Kündigung auf und beziehe mich auf den <a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/314.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 314 BGB: Kündigung von Dauerschuldverhältnissen aus wichtigem Grund">§314 BGB</a> und die Unzumutbarkeit? Da ich mit dem Bus fahren müsste, muss ich noch genauere Angaben machen, also z.b. die Busverbindung darlegen? und zu wann kann ich kündigen, mach ich das fristlos? oder lieber erst zum Ende des Monats oder zum Ende Oktober? Kann ich als Absicherung auch noch die beiden neuen Mitglieder mit angeben, also sozusagen als Ersatz?<!--dejureok-->

Antwort auf die Rückfrage vom Anwalt 14.09.2010 | 12:16

Sie kündigen unter Berufung auf <a href="http://dejure.org/gesetze/BGB/314.html" target="_blank" class="djo_link" title="§ 314 BGB: Kündigung von Dauerschuldverhältnissen aus wichtigem Grund">§ 314 BGB</a> fristlos. Dabei führen Sie genau die Fahrzeiten und -kosten auf, die Sie hätten, um einmal zum Training zu kommen.

Der Mythos von Ersatzmitgliedern (Nachmietern etc) stirbt anscheinend nicht aus. So etwas gibt es nicht, vor allem haben Sie keinen Anspruch darauf, aus einem Vertrag entlassen zu werden, wenn Sie eine Ersatzperson stellen. Sie können diesen Aspekt daher vernachlässigen.<!--dejureok-->

ANTWORT VON

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