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Fristlose kündigung maklervertrag wegen Unzufriedenheit möglich?

| 08.09.2014 12:23 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von


14:10

Zusammenfassung: Wirksamkeit des Maklervertrages und fristlose Kündigung.

Zeitliche Abfolge:

13.07. Vertrag von mir unterzeichnet, Schlüssel übergeben, keine Vertragskopie erhalten. Diese sollten wir in den nächsten Tagen per Post erhalten.
21.07. Nachfrage per E-Mail nach den fehlenden Vertragsdokumenten und Zugangslogin zur Makler Plattform zur Verfolgung der Interessentenbearbeitung
21.07. Schlüsselquittung per Mail erhalten (inkl. lange Liste erforderlicher Dokumente). Diese wurden in den folgenden Tagen an den Makler geschickt.
28.07. Inserat geht online
06.08. Per Mail nachgehakt: wo bleiben die Unterlagen?
07.08. Willkommensbrief (online-Zugang) per Mail erhalten
16.08. Nachfrage per Mail nach Status, keine Antwort
25.08. Nachfrage per Mail nach Status, keine Antwort
25.08. Telefonisch erfahren: mein Immobilienberater hat die Maklerfirma verlassen
25.-28.08. Versuche, Makler zu erreichen:
- Nachricht an Regionalleiter über Web-Formular (2x)
- Anruf bei Regionalleiter, Rückrufbitte auf AB (2x)
- Hotline nicht erreichbar (3x)
29.08. Fristlose Kündigung
- per E-Mail an den Makler
- per Post
Ca. 03.09. (wir waren im Urlaub, deswegen genaues Datum nicht bekannt) Eingang des unterzeichneten Vertrags per Post

Aus den folgenden Gründen sind wir mit den Tätigkeiten des Maklers nicht zufrieden:
:
- Ungewöhnliche (zulässige?) Käuferprovision von 4,76% für Bayern (Sitz der Tochtergesellschaft in Baden-Württemberg)
- Keine/unzureichende Beantwortung von Kontaktanfragen von Interessenten. Die Interessenten, die eine Telefonnummer angegeben haben wurden von uns angerufen und haben keine Antwort des Maklers auf Ihre Anfrage nach Zusatzinfos oder Besichtigungsterminen erhalten:
o Anfragen nach Lage bzw. Grundriss vom 20.08./24.08./24.08. unbeantwortet
o Besichtigungswünsche vom 01.09./04.09. unerfüllt
- Keine Nachricht zum Ausscheiden des Immobilienberaters
- Alle Kontaktversuche meinerseits seit dem Ausscheiden der ersten Kontaktperson unbeantwortet. Telefonhotline nicht erreichbar, Nachrichten über Web-Formular ohne Rückmeldung, Rückrufwünsche auf Anrufbeantworter unbeantwortet.
- Keine Reaktion auf die Kündigung.

Fragen:

- Vertrag (Laufzeit: 3 Monate) enthält Klausel „die Vertragslaufzeit beginnt mit Zugang der durch den Makler gegengezeichneten Ausfertigung dieses Vertrages bei dem Auftraggeber".
o Ist so eine Klausel zulässig?
o Wie lange darf der Makler sich damit Zeit lassen? Hier dauerte es mehr als 7 Wochen.
o Wie ist es zu bewerten, dass das Inserat schon vor Vertragszugang erstellt wurde (5 Wochen ist das Inserat bereits online, als wir den Vertrag (nach unserem Kündigungsschreiben) erhielten. und auch schon Anfragen von Interessenten eingingen?
o Können wir uns darauf berufen, dass zum Zeitpunkt unserer Kündigung kein Vertrag vorlag und wir ihn somit fristlos rechtswirksam kündigen können?
- Die fristlose Kündigung erfolgte vor dem Erhalt des unterzeichneten Vertrages.
o Kam der Vertrag damit überhaupt zustande?
o Ist die fristlose Kündigung zulässig, gerechtfertigt und wirksam?
o Wann endet der Vertrag nun, falls unsere fristlose Kündigung nicht rechtswirksam ist ?
- Ist die Maklerprovision von 4,76% zulässig? Laut unserer Info ist in Bayern die maximal zulässige Provision 3,57%. Immobilie befindet sich in Bayern, Hauptsitz des Maklers in Deutschland ist Baden-Württemberg, die Konzernmutter sitzt in der Schweiz.
- Wird die Maklerprovision fällig, wenn ich an eine Person verkaufe, die Kontakt zum Makler hatte, auch wenn dieser entweder gar nicht geantwortet hat oder dem Interessenten nur eine von diesem zu bestätigende generische Widerrufsbelehrung geschickt hat und die vom Interessenten noch nicht bestätigt wurde?
Uns geht es darum, den Vertrag mit dem Makler möglichst so schnell wie möglich zu kündigen, idealerweise noch während der Vertragslaufzeit, wenn dies nicht möglich ist aber mit einem möglichst frühen vereinbarten Enddatum (13.7 + 3 Monate = 13.10).

Wie können wir dies möglichst zeitnah und effizient erreichen? In unserem Kündigungsschreiben per E-Mail haben wir mit der Einschaltung eines Anwalts gedroht, wenn wir bis 01.09. keine Bestätigung bekommen.
08.09.2014 | 13:41

Antwort

von


(378)
HInter der Twiete 28
22851 Norderstedt
Tel: 040-41186796
E-Mail:
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Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

1. Klausel, Zeitablauf:
Grundsätzlich ist der Maklervertrag mit Angebot und Annahme, also zwei korrespondierenden Willenserklärungen geschlossen.
Hier wird die Annahme durch den Makler schriftlich bekundet, wobei das Zurücksenden des unterzeichneten Vertrages wohl zeitnah zu den Verhandlungen zu erfolgen hat, nicht etwa 7 Wochen später.

Insofern ist grds. gegen die Klausel nichts auszusetzen, wohl aber gegen den Zeitablauf in Ihrem Fall, da von Zeitnähe zu den Verhandlungen wohl nicht mehr gesprochen werden kann.


2. Inserat:
Auch dies spricht dafür, dass die Vertragslaufzeit bereits vor Rücksendung des Vertrages (nach 7 Wochen) begonnen hat. Zumindest ist der Makler im Vertrauen auf den wirksamen Vertrag bereits 5 Wochen tätzig gewesen.

3. Können wir uns darauf berufen, dass zum Zeitpunkt unserer Kündigung kein Vertrag vorlag und wir ihn somit fristlos rechtswirksam kündigen können? Die fristlose Kündigung erfolgte vor dem Erhalt des unterzeichneten Vertrages.Kam der Vertrag damit überhaupt zustande?

Sie können sich hier, ausgehend von Ihren Interessen, auf den Wortlaut berufen und kündigen, weil eben noch keine Vertragsbestätigung eingegangen war oder aber, weil ein wichtiger Grund für die fristlose Kündigung, nämlich nach Ihren Darstellungen das fehlende Tätigwerden des Maklers bei der Bearbeitung von Anfragen, usw.,vorliegt.

4. Ist die fristlose Kündigung zulässig, gerechtfertigt und wirksam?
Nach Ihren Darstellungen liegt ein wichtiger Grund für die fristlose Kündigung vor.Insofern ist sie m. E. auch wirksam.

5. Wann endet der Vertrag nun, falls unsere fristlose Kündigung nicht rechtswirksam ist ?
Ein genaues Datum festzumachen halte ich für extrem schwierig. Möglicherweise könnte dem Makler hier eine Vertragsbearbeitungszeit von 14 Tagen zugestanden werden, so dass er dann nach Ablauf von weiteren drei Monaten enden würde.

6. Ist die Maklerprovision von 4,76% zulässig? Laut unserer Info ist in Bayern die maximal zulässige Provision 3,57%. Immobilie befindet sich in Bayern, Hauptsitz des Maklers in Deutschland ist Baden-Württemberg, die Konzernmutter sitzt in der Schweiz.

Eine gesetzliche Deckelung der Provision ist nicht existent. Grundsätzlich richtet sich diese nach den örtlichen Gepflogenheiten, so z.B. in Bayern 3,57 %, ebenso in B-W (bei Mischprovisionen, welche von Käufer und Verkäufer zu tragen sind).Insofern ist Ihre Provision hoch, aber rechtlich erst einmal nicht zu beanstanden.

7. Wird die Maklerprovision fällig, wenn ich an eine Person verkaufe, die Kontakt zum Makler hatte, auch wenn dieser entweder gar nicht geantwortet hat oder dem Interessenten nur eine von diesem zu bestätigende generische Widerrufsbelehrung geschickt hat und die vom Interessenten noch nicht bestätigt wurde?

Wurde die Person nur durch das Inserat des Maklers auf die Immobilie aufmerksam, so besteht eine große Wahrscheinlichkeit dahingehend, dass die Provision auch fällig wird.

Ich gebe allerdings zu beachten, dass sämtliche Antworten auf Ihren Informationen beruhen und sich nach Einsichtnahme in den Maklervertrag auch die rechtliche Einschätzung ändern könnte. Gerne bin ich Ihnen auch weiterhin behilflich.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwältin Wibke Türk

Nachfrage vom Fragesteller 08.09.2014 | 14:30

Vielen Dank für die schnelle und ausführliche Antwort!

In meiner fristlosen Kündigung habe ich mich nicht darauf bezogen, dass der Vertrag (gemäß der Klausel mit dem Zugang des unterzeichneten Vertrags) zum Zeitpunkt der Kündigung noch gar nicht rechtswirksam war. Spielt das für die fristlose Kündigung eine Rolle?

Jetzt habe ich den Vertrag ja unterschrieben zurück und kann mich darauf nicht mehr berufen.

Da der Makler jetzt seit über einer Woche nicht auf die Kündigung reagiert hat, was raten Sie mir als nächstes zu tun, um sobald wie möglich aus diesem Vertrag rauszukommen und die Wohnung provisionsfrei selbst verkaufen zu können?

Vielen Dank und freundliche Grüße

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 09.09.2014 | 14:10

Sehr geehrte Ratsuchende,
Ihre Nachfrage möchte ich wie folgt beantworten.

Sie sollten hier nochmals den Makler anschreiben und auch die von Ihnen in dieser Frage angeführten Punkte wie Nichtbearbeitung von Anfragen, keinerlei Rückmeldungen, usw. als Kündigungsgrund angeben und Sie davon ausgehen, dass zumindest aus diesen Gesichtspunkten ein wichtiger Grund für die fristlose Kündigung gegeben ist. Sie sollten zudem um Bestätigung der fristlosen Kündigung bitten. Zudem sollten Sie eine Frist zur Beantwortung setzen, z.B. 10-14 Tage.

Das Schreiben sollten Sie per Einschreiben versenden, so dass Sie lückenlos beweisen können, dass der Zugang erfolgt ist.

Sie sollten gleichzeitig nocauch bei möglicherweise später festgestellter Unwirksamkeit einer fristlosen Kündigung spätestens mit Ablauf der ersten Vertragslaufzeit (3 Monate) beendet ist.Damit hätten Sie dann Gewissheit, dass der Vertrag endet und Sie das Haus provisionsfrei verkaufen können.

Gerne bin ich Ihnen bei weiteren Schwierigkeiten mit dem Maklerbüro behilflich.



Bewertung des Fragestellers 09.09.2014 | 14:57

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