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Fristlose Kündigung was tun?

| 05.10.2016 22:55 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Peter Eichhorn


Hallo,

Ich habe folgendes Problem:
Ich und ein Freund wurden gekündigt.
Wir hatten beide eine Probezeit von 3 Monaten. Diese haben wir beide hinter uns, somit besteht eine Kündigungsfrist von 4 Wochen. Mein Arbeitskollege wurde fristgerecht gekündigt und mir fristlos und mit sofortiger Wirkung, hilfsweise zum nächst möglichen Zeitpunkt. Auf Nachfrage wurde mir vom Chef wie folgt begründet: ich brauche keine Begründung und 2. bei ihrem Kollegen ist es ein anderes Szenario. Obwohl wir beide krankgeschrieben waren und in dieser Zeit gekündigt worden sind. Er sogar direkt bei Eingang seiner Krankmeldung und ich erst nach dem siebten Tag nach Abschicken meiner Krankmeldung. Es ist nichts vorgefallen!!
Meine Frage: wie soll ich nun vorgehen? Besteht eine Chance? Ich möchte auf jeden Fall den Monat noch bezahlt bekommen also fristgerecht gekündigt werden. Könnte mir einer einen Brief fertig machen mit paar Zeilen den ich evtl. abschicken könnte?
Vielen Dank im Voraus.

Sehr geehrter Ratsuchender,

Ihre Fragen beantworte ich wie folgt.

Die fristlose Kündigung setzt einen wichtigen Grund voraus (§ 626 Abs. 1 BGB). Wenn Sie es verlangen, muss der Arbeitgeber Ihnen den Grund schriftlich mitteilen.

> Wenn es keinen Grund gibt, ist die fristlose außerordentliche Kündigung unwirksam und Ihre Chancen auf Lohn bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist sind sehr gut.

Allerdings müssen Sie diese Unwirksamkeit innerhalb von drei Wochen durch Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht geltend machen (§ 13 Abs. 1 S. 2, § 23 Abs. 1, § 4 KSchG). Andernfalls wird die Kündigung unangreifbar und gilt als wirksam.

"Die Rechtsunwirksamkeit einer außerordentlichen Kündigung kann jedoch nur nach Maßgabe des § 4 Satz 1 [...] geltend gemacht werden."

"Will ein Arbeitnehmer geltend machen, dass eine Kündigung [...] rechtsunwirksam ist, so muss er innerhalb von drei Wochen nach Zugang der schriftlichen Kündigung Klage beim Arbeitsgericht auf Feststellung erheben, dass das Arbeitsverhältnis durch die Kündigung nicht aufgelöst ist."

> Erheben Sie Kündigungsschutzklage beim Arbeitsgericht.

Ein Schreiben an den Arbeitgeber genügt nicht.

Die Klage können Sie schriftlich einreichen (muss vor Ablauf der drei Wochen bei Gericht eingehen) aber auch fristgemäß persönlich zu Protokoll der Geschäftsstelle des Arbeitsgerichts erheben. Dort wird IHnen auch bei der Formulierung geholfen. Beachten Sie, dass bei Beauftragung eines Rechtsanwaltes / einer Rechtsanwältin dessen/deren Kosten der ersten Instanz auch im Falle einer erfolgreichen Klage nicht vom Arbeitgeber zu erstatten sind (§ 12a Abs. 1 S. 1 ArbGG).

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 06.10.2016 | 00:31

Danke erstmal für die schnelle Antwort.
Muss ich dem Arbeitgeber bescheid geben?
Und mit wieviel Euro kann ich ca. rechnen?

LG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 06.10.2016 | 09:22

Sehr geehrter Ratsuchender,

Sie müssen dem Arbeitgeber vorher nicht Bescheid geben, können Ihn aber natürlich darauf hinweisen, dass die (fristlose) Kündigung unwirksam ist.

Ihnen steht die Entlohnung bis zum Ablauf der ordentlichen Kündigungsfrist zu.
Die Kündigungsfrist beträgt "vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende des Kalendermonat." (§ 622 Abs. 1 BGB), wenn vertraglich nichts anderes vereinbart wurde.

Je nachdem, wann Sie die Kündigung erhalten haben, steht Ihnen mindestens der Lohn für vier Wochen, maximal für sechs Wochen zu.

Haben Sie die Kündigung z.B. am 04.10. erhalten, läuft die Kündigungsfrist am 15.11. ab (da vier Wochen bis zum 31.10. nicht eingehalten sind), erhalten also bis dahin Lohn.

Mit freundlichen Grüßen

Peter Eichhorn
Rechtsanwalt

Bewertung des Fragestellers 08.10.2016 | 01:28

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 08.10.2016 5/5,0
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