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Fristlose Kündigung ohne ersichtlichen Grund!?

| 07.11.2010 18:18 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Bohle


Guten Tag,

ich habe in einem kleinen Familienbetrieb (3 angestellte Mitarbeiter) eine Ausbildung zum Fleischereifachverkäufer begonnen. Das Verhältnis zu meiner Chefin war immer ein wenig schwierig. Ich hatte geplant nach der Ausbildung den Betrieb zu wechseln.
Als ich dann meine Gesellenprüfung dann endlich absolvierte, wurde meine Chefin sehr krank und fiel für den Betrieb aus. So entschloss ich mich in dem Betrieb zu bleiben und meinen Chef weiterhin zu unterstützen.

Nun war am Wochenende eine extra Veranstaltung, bei der ich arbeiten musste. Erst in der Bratwurstbude von 10.30 Uhr bis 24.00 Uhr, anschließend musste ich meiner Chefin im Weinzelt helfen.
Die ganze Zeit hat sie mich schon wegen Kleinigkeiten angemeckert.
Als es dann später wurde, wurde kein Wein mehr konsumiert sondern eher Mischgetränke. Bei mir wurde so ein Mischgetränk bestellt und ich habe, aus der Sicht meiner Chefin, zuviel Wodka hineingegeben (Abmessgeräte waren nicht bereitgestell). Es kam zu einem kleinen Wortwechsel /den viele Gäste mitbekommen haben) und dann sprach sie die fristlose Kündigung aus. Daraufhin bin ich im 3 Uhr morgens, nach 16 Stunden arbeit gegangen.

Da ich weiß, dass diese Kündigung nicht wirksam ist, muss ich Montag wieder zur Arbeit. Da ich aber nicht die Absicht habe, dort wieder hinzugehen, werde ich am Montag morgen zum Arzt gehen und mich krankschreiben lassen. Ich denke die schriftliche Kündigung wird dann auf jedenfall kommen.

Ich habe nicht vor dort weiter zu arbeiten, aber ich möchte die fristlose Kündigung nicht anerkennen.

Meine Frage:

Wie kann ich dagegen vorgehen, kann ich Klage herheben? Muss meine Chefin die 3 Monate Kündigungsfrist einhalten? Was würden Sie mir rate, wie ich mich verhalten soll und wie ich vorgehen soll?

Danke im voraus!!!


Sehr geehrte Ratsuchende,


hier sollten Sie eine Kündigungsschutzklage erheben. Zwar greift das KSchG nicht, gleichwohl sollten Sie drei Wochen nach Zugang der schriftlichen Kündigung Klage erheben.

Hier liegt kein Kündigungsgrund vor; selbst wenn nach Auffassung der Arbeitgeberin das "Mischungsverhältnis" nicht gestimmt haben sollte, da nicht nur die Abmessgeräte gefehlt haben, sondern dieses allenfalls ein Abmahnungsgrund, keineswegs ein Grund für eine fristlose Kündigung dargestellt hätte.


Mit Klagerhebung behalten Sie sich auch alle Rechte vor, so dass Sie dann besser tacktieren können. Denn wenn Sie dort nicht weiter arbeiten möchten, kann aufgrund der Klage dann die Einhaltung der Kündigungsfrist sicherlich erzielt werden.

Sofern einzelvertraglich oder durch Tarifvertrag keine besonderen Kündigungsfristen vereinbart worden sind, gilt die Fristenberechnung nach § 622 BGB, die ich unten* aufführe. Auch kann ggfs. eine Abfindung im Rahmen eines Aufhebungsvertrag erlangt werden.


Hier sollten Sie also unbedingt gegen die Kündigung vorgehen.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle


*
(1) Das Arbeitsverhältnis eines Arbeiters oder eines Angestellten (Arbeitnehmers) kann mit einer Frist von vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats gekündigt werden.

(2) Für eine Kündigung durch den Arbeitgeber beträgt die Kündigungsfrist, wenn das Arbeitsverhältnis in dem Betrieb oder Unternehmen
zwei Jahre bestanden hat, einen Monat zum Ende eines Kalendermonats,
fünf Jahre bestanden hat, zwei Monate zum Ende eines Kalendermonats,
acht Jahre bestanden hat, drei Monate zum Ende eines Kalendermonats,
zehn Jahre bestanden hat, vier Monate zum Ende eines Kalendermonats,
zwölf Jahre bestanden hat, fünf Monate zum Ende eines Kalendermonats,
15 Jahre bestanden hat, sechs Monate zum Ende eines Kalendermonats,
20 Jahre bestanden hat, sieben Monate zum Ende eines Kalendermonats.

Bei der Berechnung der Beschäftigungsdauer werden Zeiten, die vor der Vollendung des 25. Lebensjahrs des Arbeitnehmers liegen, nicht berücksichtigt.

Nachfrage vom Fragesteller 07.11.2010 | 19:13

Und wie lange ist die Kündigunsfrist, wenn ich dort meine 3 jährige Ausbildung absolviert habe, dann aber nur 3 Monate als Geselle gearbeitet habe. Im neuen Arbeitsvertrag war keine neue Probezeit ausgemacht.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 07.11.2010 | 19:19

Sehr geehrte Ratsuchende,

die Kündigungsfrist beträgt unter Berücksichtigung des neusten Urteils des EuGH dann zwei Monate zum Ende eines Kalendermonats, die die Grenze bezüglich des 25. Lebensjahres gegen EU-Recht verstößt.

Dieses Urteil wird, obwohl die aufgegebene Gesetzesänderung noch nicht durchgeführt ist, zu beachten sein.


Mit freundlichen Grüßen

Rechtsanwalt
Thomas Bohle

Bewertung des Fragestellers 07.11.2010 | 19:22

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Stellungnahme vom Anwalt:
FRAGESTELLER 07.11.2010 5/5,0
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