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Fristlose Kündigung in der Probezeit?

| 11.02.2011 22:13 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von


23:13
Hallo,

Wenn man in der Probezeit eine Kündigigung erhält mit den Worten:

Zitat:

ich kündige hiermit das Anstellungsverhältnis sowie sämtlicher Zusatzverträge innerhalb der Probezeit fristlos zum xxx

Laut Arbeitsvertrag ist eine Kündigung innerhalb der Probezeit fristlos möglich.

Ist die Kündigung nun laut der Formulierung eine Fritlose Kündigung = außerordentliche fristlose
Oder eine Fristgerechte Kündigung ?


Laut Arbeitsvertrag stehen mir 30 Urlaubstage zu, kann ich mir diese jetzt ausbezahlen lassen ?
11.02.2011 | 22:49

Antwort

von


(344)
Austr. 9 1/2
89407 Dillingen a. d. Donau
Tel: 09071/2658
Web: http://www.rechthilfreich.de
E-Mail:

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

vielen Dank für die ONLINE - Anfrage, die ich wie folgt beantworte:

1)

Während der ersten 6 Monate des Arbeitsverhältnisses kann während einer vereinbarten Probezeit ohne Angabe von Gründen innerhalb von zwei Wochen, zum jeweiligen Wochentag, gekündigt werden, so § 622 Abs. 3 BGB. Im Arbeitsvertrag können unter Umständen andere Modalitäten vereinbart werden.

Eine solche Kündigung während der Probezeit ist eine sogenannte ordentliche (fristgemäße) Kündigung. Also keine fristlose (außerordentliche) Kündigung.

Dass Sie gekündigt wurden sollten Sie der Agentur für Arbeit umgehend melden, damit Sie keine Sperrung des Arbeitslosengeldes I riskieren, wenn Sie hierauf bereits Anspruch erworben haben.


2)

Kann der Arbeitnehmer den ihm zustehenden Urlaub wegen Beendigung des Arbeitsverhältnisses nicht mehr antreten, so steht ihm gemäß § 7 Abs. 4 BurlG ein Urlaubsabgeltungsanspruch zu.


a)

In einem nächsten Schritt ist hier zu ermitteln, welchen Tagesverdienst der Arbeitnehmer gehabt hat. Zugrundezulegen ist der Bruttoverdienst der letzten 13 Wochen (§ 11 BUrlG). Zulagen sind zu berücksichtigen, wenn sie Gegenleistung für die Arbeitskraft waren.

b)

Der Urlaubsabgeltungsanspruch umfasst nicht nur den gesetzlichen Urlaubsanspruch nach dem BUrlG, sondern auch den eventuell arbeitsvertraglich vereinbarten höheren Urlaubsanspruch.

Vorliegend also 30 Tage.

c)

Als nächstes ist zu ermitteln, wie hoch Ihr Resturlaubsanspruch ist.

Nach § 4 BUrlG wird der volle Urlaubsanspruch erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses erworben.

Ansonsten gilt § 5 BUrlG:

----

Teilurlaub

(1) Anspruch auf ein Zwölftel des Jahresurlaubs für jeden vollen Monat des Bestehens des Arbeitsverhältnisses hat der Arbeitnehmer

a. für Zeiten eines Kalenderjahrs, für die er wegen Nichterfüllung der Wartezeit in diesem Kalenderjahr keinen vollen Urlaubsanspruch erwirbt;

b. wenn er vor erfüllter Wartezeit aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet;

c. wenn er nach erfüllter Wartezeit in der ersten Hälfte eines Kalenderjahrs aus dem Arbeitsverhältnis ausscheidet.

(2) Bruchteile von Urlaubstagen, die mindestens einen halben Tag ergeben, sind auf volle Urlaubstage aufzurunden.

(3) Hat der Arbeitnehmer im Falle des Absatzes 1 Buchstabe c bereits Urlaub über den ihm zustehenden Umfang hinaus erhalten, so kann das dafür gezahlte Urlaubsentgelt nicht zurückgefordert werden.

------


Wenn Sie also z. B. 4 Monate beschäftigt waren, so hätten Sie Anspruch auf Auszahlung des Entgelts für 10 Arbeitstage:

30 : 12 = 2,5 Tage
2,5 x 4 = 10 Tage


Bedenken Sie bitte, dass ich Ihnen hier im Rahmen einer Erstberatung ohne Kenntnis aller Umstände keinen abschließenden Rat geben kann. Bei Unklarheiten benutzen Sie bitte die kostenfreie Nachfragefunktion. Ich hoffe, Ihnen eine erste hilfreiche Orientierung ermöglicht zu haben und wünsche Ihnen für Ihr berufliches Fortkommen viel Erfolg .

Mit freundlichen Grüßen


Rechtsanwalt Michael Kohberger

Nachfrage vom Fragesteller 04.03.2011 | 21:48

Die beschäftigungsdauer war vom 01.01.2011 bis zum 11.02.2011 welche Urlaubsvergütung steht einem jetzt zu?

Lau Arbeitsvertrag stehen 25 Tage für ein Jahr zu.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 04.03.2011 | 23:13

Sehr geehrte(r) Fragesteller(in),

danke für die Nachfrage, die ich wie folgt beantworte.

Ihnen steht gemäß § 5 BUrlG für jeden VOLLEN Monat des Bestehens des Arbeitsverhältnisses ein Zwölftel des Jahresurlaubs (25 Tage) zu. Daraus ergibt sich der Urlaubsanspruch wie folgt:

1:12 x 25 = 2 Tage

---

1. Ihr Bruttomonatsverdienst muss durch 30 (Tage) geteilt werden (Tagesverdienst).

2. Dieser Tagesverdienst muss dann einfach mit den oben errechneten 2 (Tagen) multipliziert werden.

Die Berechnungsformel lautet:

Bruttomonatsverdienst:30 x 2 = Urlaubsvergütung

Ich hoffe, Ihnen weiter geholfen zu haben.

Mit freundlichen Grüßen

Michael Kohberger
Rechtsanwalt

Ergänzung vom Anwalt 04.03.2011 | 23:25

Bei z. B. 1.500 € Bruttogehalt ergibt sich ein Tagesverdienst in Höhe von 75 €, sodass Ihnen 2 x 75 € = 150 € zustünden. Die 11 Tage fließen in die Berechnung der Urlaubstage nicht ein; vgl. Wortlaut des § 5 Abs. 1 BurlG.

Ergänzung vom Anwalt 04.03.2011 | 23:33

Ich berichtige die Berechnungsformel wie folgt (5 Tagewoche):

Bruttomonatsverdienst:20 x 2 = Urlaubsvergütung

1.500 : 20 = 75 €
75 € x 2 Urlaubstage = 150 €



Bewertung des Fragestellers 04.03.2011 | 23:45

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