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Fristlose Kündigung erhalten / Kein Gehalt

29.12.2018 12:38 |
Preis: 28,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Michael Kinder


Zusammenfassung: Rechtschutzmöglichkeit bei fristloser Kündigung und ausgebliebener Lohnzahlung

Ich habe gestern 28.12.18 die fristlose Kündigung ohne Angabe von Gründen im Briefkasten gehabt.

Wie ich gelesen hab ist der Arbeitgeber auch nicht dazu verpflichtet den Grund in der Kündigung zu nennen, allerdings muss die Firma mir den auf Nachfrage mitteilen.

Am 27.12.2018 habe ich wie gewohnt meine Lohnabrechnung per E-Mail erhalten, auf der Gehaltsabrechnung steht meine Bankverbindung nicht mehr drauf, dafür allerdings
" Betrag erhalten: "

Ich habe aber kein Geld erhalten, nicht per Überweisung und auch nicht in Bar, Arbeitskollegen haben alle ihr Geld erhalten und auch die Bankverbindung ist bei den Kollegen eingetragen, der Vermerk
" Betrag erhalten: "
ist bei keinem meiner Arbeitskollegen vermerkt.

Meine Frage, was genau heißt
"Betrag erhalten" ?

Wie genau muss ich jetzt vorgehen, um an mein Geld zu kommen ?

Info: Ich arbeite im Vertrieb mit kleinem Grundgehalt + Provision, die Provisionen werden immer einen Monat verzögert ausbezahlt.

Zum Zeitpunkt der Kündigung war ich krankgeschrieben, das Attest lag dem Arbeitgeber bereits am ersten Tag vor, ich war tatsächlich in der Firma kaum krank, hab mich auch oft mit Erkältung etc. dorthin geschleppt weil mir die Arbeit echt gefallen hat, eventuell haben die zwei Wochen Krankschreibung, dem Chef zu diesen Schritten veranlasst?

Ich bin total vor den Kopf gestoßen, war über 5 Jahre in dem Unternehmen tätig, weiß jetzt gar nicht wie ich die Miete bezahlen soll etc.

Sehr geehrter Fragesteller,

Ihre Anfrage möchte ich Ihnen auf Grundlage der angegebenen Informationen verbindlich wie folgt beantworten:

Sie sollten in jedem Fall sofort gegen die Kündigung vorgehen. Dazu müssen Sie innerhalb von drei Wochen nach Erhalt der Kündigung beim Arbeitsgericht Klage erheben (bei Zugang der Kündigung am 28.12.2018 muss die Klage also spätestens am 18.1.2019 bei Gericht sein).
Das können Sie notfalls auch selbst tun. Gehen Sie ggf. zur Rechtsantragstelle des Arbeitsgerichts und lassen Sie Ihre Klage dort zu Protokoll nehmen.
Die Hürde für eine außerordentliche („fristlose") Kündigung hängt sehr hoch. Wenn Sie sich nichts zu schulden haben kommen lassen, besteht hierfür sicherlich kein Grund, so dass allenfalls ordentlich gekündigt werden könnte.
Ob in der fristlosen Kündigung auch gleichzeitig eine ordentliche Kündigung zu sehen ist, kann ich ohne Kenntnis des Textes der Kündigung nicht beurteilen.
Auch kann ich Ihren Angaben nicht entnehmen ob Sie Sonderkündigungsschutz haben (zum Beispiel Schwerbehinderung) oder den allgemeinen Kündigungsschutz (halbes Jahr in Betrieb, Arbeitgeber beschäftigt ständig mehr als zehn Arbeitnehmer). Liegt nämlich einer der genannten Fälle vor, dürfte der Arbeitgeber auch mit einer ordentlichen Kündigung große Probleme haben.
Lassen Sie keinesfalls die genannte Frist verstreichen, sondern werden Sie so schnell wie möglich aktiv.

Eine schnelle Möglichkeit an Geld zu kommen, gibt es leider nicht. Sollte am nächsten Banktag Ihr Gehalt noch nicht auf dem Konto sein, fragen Sie mal beim Arbeitgeber nach. Ansonsten können Sie selbst verständlich die Klage gegen die Kündigung mit einer Zahlungsklage verbinden. Das sollten Sie in jedem Fall dann auch sofort tun.
Erkundigen Sie sich auch (gegebenenfalls über das entsprechende Internetportal) ob bei Ihrem Arbeitgeber möglicherweise eine Insolvenz im Raum steht. In diesem Fall können Sie Insolvenzgeld beantragen (BA) und hierauf auch einen Vorschuss bekommen.
Ansonsten müssten sie sich jedem Fall vorsorglich sofort bei der Arbeitsagentur (unabhängig von Ihrem Vorgehen gegen die Kündigung) arbeitslos melden und Leistungen beantragen.
Über die Motive ihres Arbeitgebers kann man natürlich nur spekulieren, was aber nicht weiter führt.
Keinesfalls wäre Krankschreibung ein Grund für eine Kündigung, schon gar nicht für eine außerordentliche Kündigung.

Verfallen Sie trotz des Schocks nicht in Schockstarre. Melden Sie sich sofort bei der Bundesagentur für Arbeit, prüfen Sie, ob Insolvenz vorliegt und klagen Sie schnellstens gegen die Kündigung und, falls kein Geld kommt, verbinden Sie die Klage gegen die Kündigung mit einer Zahlungsklage.
Prüfen Sie unbedingt, ob sie auch noch Restansprüche haben (Urlaub, Überstunden und so weiter) und ob Sie diese eventuell innerhalb einer Verfallfrist (im Arbeitsvertrag nachsehen) geltend machen müssen.

Ich hoffe, Ihre Frage verständlich beantwortet zu haben und bedanke mich für das entgegengebrachte Vertrauen. Bei Unklarheiten können Sie die kostenlose Nachfragefunktion benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

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