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Fristlose Kündigung eines Azubis


22.11.2006 16:30 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht



Sehr geehrte Damen und Herren,

zur Vorgeschichte:

Auszubildender im 3. Lehrjahr
Ausbildung wäre regulär am 28.2.2006 zu Ende.
In der Silversternacht ist der Auszubildende erkrankt.
Krankmeldungen wurden bis zum Ende der Lohnfortzahlungsperiode vorgelegt.
Die Lohnfortzahlung für 6 Wochen endete Mitte Februar 2006.
Es erfolgte die Abmeldung aufgrund Unterbrechung bei der Krankenkasse.
Seitdem wird kein Lohn mehr abgerechnet.
Eigentlich wäre der Azubi nach erfolgreicher Prüfung eingestellt worden.
Er hat sich jedoch bis einschließlich letzte Woche, also Mitte November, nicht mehr gemeldet.
Auf Nachfrage bei der Krankenkasse erfuhr ich, dass der Auszubildende nur bis Ende August krank geschrieben war.
Er hatte bei der Krankenkasse angegeben, er wäre von der Arbeit freigestellt worden (dies, obwohl seit Januar kein Kontakt mehr stattfand).

Nun die Frage:
Da er seit August nicht mehr krankgeschrieben ist, keine Mitteilung welcher Art auch immer gemacht hat und bei der Krankenkasse falsche Angaben gemacht hat, ist es möglich den Ausbildungsvertrag fristlos zu kündigen?

MfG und vielen Dank im voraus.

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Sehr geehrte Ratsuchende,

Auszubildende sind während einer anfänglichen Probezeit von mindestens einem bis zu drei Monaten jederzeit, dass heißt ohne Einhaltung einer Frist, kündbar. Die Kündigung während der Probezeit muss nicht begründet werden.

Nach Ablauf der Probezeit gelten andere Regeln: Der Auszubildende kann mit einer Frist von vier Wochen kündigen, wenn dieser die Berufsausbildung aufgeben oder nun eine andere Berufsausbildung aufnehmen will. In Ausnahmefällen kann es möglich sein, Auszubildende während der Ausbildung den Ausbildungsbetrieb wechseln zu lassen, dies ist jedoch nur unter eng begrenzten Regeln denkbar. Ein Aufhebungsvertrag kann ebenfalls geschlossen werden.

Sowohl Auszubildender als auch Ausbilder haben aber die Möglichkeit, das Ausbildungsverhältnis aus wichtigem Grund zu beenden, dieses allerdings nur schriftlich und innerhalb einer Frist von zwei Wochen ab Kenntnis der die Kündigung rechtfertigenden Tatsachen. Es gibt also keine sogenannte ordentliche, d.h. fristgerechte Kündigung wie bei „normalen“ Arbeitnehmern.

Durch den Ausbilder zu beachten ist aber, dass wichtige Gründe nur solche sein können, die trotz des erzieherischen und ausbildenden Zwecks des Ausbildungsverhältnisses nicht hingenommen werden können. Und das ist nur dann der Fall, wenn dem Ausbilder die weitere Ausbildung praktisch unzumutbar ist. Unzumutbar ist die Ausbildung selbstverständlich nur dann, wenn der Auszubildende schwerwiegendes Verhalten an den Tag legt. Dabei gilt, dass an die Unzumutbarkeit immer höhere Anforderungen gestellt werden, je länger das Ausbildungsverhältnis andauert. Der Ausbilder hat deshalb im Allgemeinen vor einer Kündigung geeignete erzieherische Maßnahmen einzuleiten. Hierzu gehören bei verhaltensbedingten Fehlverhalten auch Abmahnungen.

In Ihrem Fall ist m.E. unzweifelhaft die Fortführung des Ausbildungsverhältnisses unzumutbar. Sie können dem Auzubildenden - wie oben dargestellt - kündigen.

Mit freundlichem Gruß

Wundke
Rechtsanwalt

Nachfrage vom Fragesteller 22.11.2006 | 17:53

Halten Sie eine vorherige Abmahnung für notwendig? Immerhin hätte er sich Anfang September, nach Gesundschreibung, wieder zur Arbeit melden müssen.

Bekannt wurde der Sachverhalt bei einem Telefonatam Donnerstag 16.11., die Kündigung müßte somit bis 30.11. zugestellt werden?!?

Vielen Dank.

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 22.11.2006 | 18:22

Eine Abmahnung halte ich bei dem gravierenden Fehlverhalten des Azubi`s für entbehrlich. Die Kündigung muß dem Azubi spätestens zum 30.11.06 zugehen.

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