Willkommen beim Original und Testsieger.
Online seit 2004, mit über 140.000 Fragen & Antworten. 
00.000
Bewertungen
0,0/5,0
Günstige Rechtsberatung für alle.
Anwalt? Mitmachen
1
 
Frage stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Fristlose Kündigung durch Vermieter - Schreiben Rechtsanwalt vertragswidriges Zahlungsverhalten

27.05.2011 19:00 |
Preis: ***,00 € |

Mietrecht, Wohnungseigentum


Beantwortet von

Rechtsanwalt Thomas Mack


Hallo,
Heute war im Briefkasten folgendes Schreiben von unserem Vermieter:

Sie haben mit ... einen Mietvertrag ab 01.03.09 geschlossen. Schopn seit dem 01.06.2009 entrichten Sie Ihre regelmäßige monatliche Nutzungsentschädigung, die Miete, nicht regelmäßig. Sie zwingen uns seitdem in unzälligen Zahlungserinnerungen, Mahnungen und Kündigungsandrohungen, zuerst mit Schreiben vom 7.7.09, die offenen Forderungen von Ihnen zu verlangen. Trotz dieser wiederholten Aufforderungen und Kündigungsandrohungen setzen Sie Ihr vertragswidriges Zahlungsverhalten unbeirrt fort. Zuletzt hatten wir Ihnen mit Schreiben vom 05.01.2010 deshalb die Kündigung des Mietverhältnisses angegedroht. Auch dies hat nichts geändert.
Wir kündigen deshalb mit diesem Schreiben das vorgenannte Mietverhältnis fristlos namens und in Vollmacht der Eigentümerin und fordern Sie auf, uns die Mietsache zum 01.06.2011 in vertragsgemäßem und geräumten Zustand zurückzugeben. Ohne Präjudiz für die Sach- und Rechtslage und insbesondere ohne Anerkenntnis einer rechtlichen Verpflichtung kündigen wir das Mietverhältnis namens und in Vollmacht der Eigentümerin ersatz- und hilfweise zum 01.09.2011.
Wir zeigen Ihnen mit diesem Schreiben an, dass, sollten Sie uns die Mietsache nicht in einem vertragsgerechten und geräumten Zustand zum 01.06.2011 zurückgeben, wir uns ohne weitere Ankündigung rechtsanwaltlich vertreten lassen und gerichtliche Hilfe zur Durchsetzung unserer Interessen in Anspruch nehmen werden. Alle uns daraus entstehenden Kosten werden wir Ihnen in Rechnung stellen.
Mit freunlichen Grüßen

So, kurz zum Haustand. Wir sind 2 Personen, unser Mietkonto ist ausgeglichen. Zum 01. eines jeden Monats zu mindestens 50%, da wir uns die Miete teilen und eine Partei immer zum 01. überweist. Die zweite Mietpartei überweist bis spätestens zum 17. des jeweiligen Monats. Zum Ende des Monats ist das Mietkonto immer ausgeglichen. Die Androhung der Kündigung vom 05.01.2010 resultiert aus einem Zahlendreher bei der Überweisung, der im Weihnachtstrubel nicht bemerkt wurde. Sofort nach Erhalt des Schreibens, wurde dies korrigiert und die Zahlung korrekt abgewickelt.
Nun kommt heute aus heiterem Himmel dieses Schreiben.
Was können wir tun? Wir würden hier schon gerne wohnen bleiben, da sehr viel Geld in dieser Wohnung steckt.

Sehr geehrte Ratsuchende,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Zunächst möchte ich darauf hinweisen, daß dieses Forum lediglich die Funktion hat, Ihnen einen ersten Überblick über die Rechtslage zu geben. Eine persönliche Beratung kann durch Ihre Anfrage nicht ersetzt werden.

Dies vorausgeschickt möchte ich Ihre Frage wie folgt beantworten:

Sie sollten ohne weitere Verzögerung einen Rechtsanwalt mit der Angelegenheit beauftragen.

Die außerordentliche Kündigung ist nach meiner Ansicht unwirksam, da die für Wohnraummietvertrag erforderliche Höhe von mindestens einer Monatsmiete nicht erreicht ist.

Es könnte jedoch eine ordentliche Kündigung gerechtfertigt sein, die nach Ihrer Darstellung hilfsweise erklärt wurde.
Dies ist der Fall wenn wiederholter Zahlungsverzug des Mieters eintritt. Ich gehe davon aus, daß Sie verpflichtet sind die vollständige Miete am Anfang des Monats zu überweisen.

Insofern hätte der Vermieter die Möglichkeit einer ordentlichen Kündigung des Mietvertrages.

Gegen diese ordentliche Kündigung können Sie jedoch Widerspruch nach § 574 BGB einlegen.

Die Regelung lautet wie folgt:

„§ 574 Widerspruch des Mieters gegen die Kündigung
(1) Der Mieter kann der Kündigung des Vermieters widersprechen und von ihm die Fortsetzung des Mietverhältnisses verlangen, wenn die Beendigung des Mietverhältnisses für den Mieter, seine Familie oder einen anderen Angehörigen seines Haushalts eine Härte bedeuten würde, die auch unter Würdigung der berechtigten Interessen des Vermieters nicht zu rechtfertigen ist. Dies gilt nicht, wenn ein Grund vorliegt, der den Vermieter zur außerordentlichen fristlosen Kündigung berechtigt.
(2) Eine Härte liegt auch vor, wenn angemessener Ersatzwohnraum zu zumutbaren Bedingungen nicht beschafft werden kann.
(3) Bei der Würdigung der berechtigten Interessen des Vermieters werden nur die in dem Kündigungsschreiben nach § 573 Abs. 3 angegebenen Gründe berücksichtigt, außer wenn die Gründe nachträglich entstanden sind.
(4) Eine zum Nachteil des Mieters abweichende Vereinbarung ist unwirksam."

Hier wäre insbesondere die Möglichkeit mit einem Anwalt zu erörtern, daß eine vergleichbare Wohnung zu zumutbaren Bedingungen nicht beschafft werden kann.


Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort geholfen zu haben und stehe Ihnen für eine weitergehende Beratung auch über die Direktanfrage gerne zur Verfügung.

Ich wünsche Ihnen noch einen schönen Abend und verbleibe mit freundlichen Grüßen


Thomas Mack
Rechtsanwalt


________________________________________________________
Rechtsanwalt Thomas Mack
Throner Str. 3
60385 Frankfurt a.M.
Tel.: 0049-69-4691701
E-mail: tsmack@t-online.de


FRAGESTELLER 30.12.1899 /5,0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 70558 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Sehr gute Beratung und sehr schnell. Vielen Dank! ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Alle Fragen zufriedenstellend beantwortet! ...
FRAGESTELLER
4,8/5,0
Top! Die Antwort mir sehr weitergeholfen! ...
FRAGESTELLER