Hilfe & Kontakt
Schnell einen Anwalt fragen:
 Antworten,  Anwaltsbewertungen
480.084
Registrierte
Nutzer
Anwalt? Hier lang

1
 
Frage Stellen
an unsere erfahrenen Anwälte.
Jetzt auch vertraulich
Frage Stellen
einem erfahrenen Anwalt
Jetzt auch vertraulich
2
 
Preis festlegen
Sie bestimmen, wieviel Ihnen die Antwort wert ist.
Preis festlegen
Sie bestimmen die Höhe selbst
3
Antwort in 1 Stunde
Sie erhalten eine rechtssichere
Antwort vom Anwalt.
Antwort in 1 Stunde
Rechtssicher vom Anwalt
Jetzt eine Frage stellen

Fristlose Kündigung durch Selbstverschulden


| 16.10.2005 16:47 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Beantwortet von

Rechtsanwalt Klaus Wille



Mein Problem ist wie folgt:
Ich war über 5 Jahre in einem Supermarkt als Aushilfe angestellt.Hatte auch seit ca.3 Jahren Ladenschlüssel.Letzten Mittwoch warf mir mein Chef am Tel(ich war morgens an der Arbeit)vor ich habe am Dienstag eine Tasche ohne zu bezahlen mitgenommen.(In der Tasche waren 2 Computerzeitungen und altes Brot und Obst, alles Sachen die wir mitnehmen dürfen).Bei seiner Telefonfrage ging es darum ob ich einen Kalender mitgenommen habe.Ich habe ihn angelogen und gesagt der Kalender ist weg(Kalender hat den Laden nie verlassen).Als er mich fragte wann ich den Kalender mitgenommen habe ,sagte ich nur ich weiß es nicht mehr.
Den Kalender hab ich am Mittwoch noch ins Büro gelegt und hab nur gesagt er lag bei den Zeitschriften.Übrigens hab ich mir am Mittwoch in einem anderen Geschäft einen Kalender gekauft.
Daraufhin durfte ich Donnerstag und Freitag arbeiten, ganz normal. Weder hat er mir den Ladenschlüssel weggenommen noch hat er meine Tasche kontrolliert.
Freitag nachmittag hat er mich in die Firma bestellt und hat mir fristlos gekündigt.WEGEN DIEBSTAHL DES KALENDERS
Ich hab ihn belogen und deswegen ist die Kündigung bestimmt OK.Aber ich lass mich nicht als Dieb hinstellen. Er hat weder Do. noch Fr. meine Tasche kontrolliert, noch weiß er was jemals in meiner Tasche war.Kassiererinnen behaupten im Lager habe eine Tasche mit verschiedenen Sachen gestanden aber ob das meine Tasche war die ich mitgenommen habe hat niemand kontrolliert.Ich sollte unterschreiben das ich geklaut habe,hab ich aber nicht.Habe aber unterschrieben das ich fristlos kündige und keine rechtliche Ansprüche an Ihn stelle sonst wollte er die Polizei holen und mich anzeigen.ich mich jetzt Ich hab mich am Sa. bei meinem Chef entschuldigt das ich ihn angelogen habe. Muß ich mich trotzdem als Diebin hinstellen lassen obwohl ich nix geklaut habe? Was kann ich jetzt noch tun

Notfall?

Jetzt vertrauliche kostenlose Ersteinschätzung von einem erfahrenen Anwalt erhalten!

Feedback noch heute.

Kostenlose Einschätzung starten
Sehr geehrter Damen und Herren,

vielen Dank für Ihre Anfrage.

Ihre Frage umfaßt mehrere Bereiche.
Zum einen wird behauptet, Sie hätten "gestohlen" oder Gegenstände entwendet. Sie bestreiten die Tat.

Sollten Sie den Diebstahl begangen haben:
Es gibt eine Vielzahl von Urteilen zu diesem Thema. So hat das Bundesarbeitsgericht mit Urteil vom 12. August 1999 – 2 AZR 923/98 entschieden, daß der Diebstahl einer Packung Schinken, einer Dose Öl und mehrerer Kaffeetassen die fristlose Kündigung eines Arbeitnehmers in einem Restaurationsbetrieb rechtfertigen kann. Sie kann wegen der Schwere des Verstoßes gegen die arbeitsvertraglichen Pflichten sogar ohne vorherige Abmahnung ausgesprochen werden.

WEnn Sie die Tat nicht begangen haben:
Eine fristlose Kündigung die nur auf einen Tatverdacht gestützt wird, ist grundsätzlich möglich (sog. Verdachtskündigung).

Bei einer sog. Verdachtskündigung ist der Sachverhalt in der Regel noch nicht geklärt. Daher sind die Voraussetzungen, unter denen eine Kündigung möglich ist, sehr hoch. Es ist nötig, dass starke Verdachtsmomente auf objektive Tatsachen gestützt werden, d.h. jedermann zu dem Ergebnis eines Verdachts kommen würde. Außerdem muß dieser Verdacht das Vertrauen zwischen den Parteien stark erschüttert haben.

Hier sprechen m.E. viele Umstände dagegen, daß Sie überhaupt die einzige Personen gewesen sein könnten, die etwas gestohlen hat. Hier hätte der Sachverhalt überhaupt erst aufgeklärt werden müssen.

Problematisch ist aber, daß Sie nun unterschrieben haben, daß Sie fristlos kündigen. Hier könnten Sie nur die Kündigungserklärung anfechten, wenn man Sie so unter Druck gesetzt hat und Ihnen gedroht hat. Hier hat er immerhin mit einer Anzeige gedroht. Ob dies als eine Drohung ausreicht, um die Erklärung zu "kippen" ist umstritten. Wenn Sie die Kündigung aufgehoben haben wollen, sollten Sie Ihre Kündigungserklärung vorsorglich schriftlich anfechten. Ín einem Prozeß müßte dann geklärt werden, ob die Anfechtungserklärung noch möglich ist.

Eine Kündigung wegen eines Irrums scheidet hier wohl aus. Denn Sie wußte ja, um welche Erklärung es geht.

Bitte beachten Sie, daß eine Anfechtung unverzüglich - d.h. in der Regel innerhalb von 7 -9 Tagen - schriftlich erklärt werden muß. Andernfalls ist die Kündigung wirksam.

Sie sollten mit dem Schreiben zu einem Anwalt gehen. Es hängt auch einiges von dem Wortlaut ab, ob es sich wirklich um eine rechtsverbindliche Erklärung handelte.

Für Rückfragen stehen wir gerne zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille
Rechtsanwalt




Nachfrage vom Fragesteller 16.10.2005 | 19:13

Das ich da nicht mehr arbeiten kann ist mir schon klar, aber muß ich mich jetzt wirklich als Diebin hinstellen lassen?Und habe ich so überhaupt Anspruch auf ein vernünftiges Arbeitszeugnis?
Vielen Dank erst mal für Ihre Hilfe
MFG

Antwort auf die Nachfrage vom Anwalt 16.10.2005 | 19:17

Sehr geehrte Damen und Herren,

natürlich haben Sie einen Anspruch auf ein vernünftiges Zeugnis. Da der Diebstahl nicht erwiesen ist, darf er auch nicht in das Zeugnis aufgenommen werden.

Mit freundlichen Grüßen
Klaus Wille

Bewertung des Fragestellers |


Hat Ihnen der Anwalt weitergeholfen?

Wie verständlich war der Anwalt?

Wie ausführlich war die Arbeit?

Wie freundlich war der Anwalt?

Empfehlen Sie diesen Anwalt weiter?

"Vielen herzlichen Dank. Die haben mir sehr geholfen. "
FRAGESTELLER 5/5.0
Durchschnittliche Anwaltsbewertungen:
4,6 von 5 Sternen
(basierend auf 60078 Bewertungen)
Aktuelle Bewertungen
5,0/5,0
Ausführlich, verständlich und klar geschrieben. Sehr zufrieden. ...
FRAGESTELLER
5,0/5,0
Herr RA Vasel erschien mir sehr kompetent, da er auch bei angedachtem weiteren Verfahren meines Steuerberaters fundierte Bedenken, gerade paradoxerweise bezüglich eventuell sich daraus ergebender steuerlicher Nachteile, hatte ... ...
FRAGESTELLER
3,2/5,0
Ohne Paragraphenangabe, alles pi x Daumen, man hätte zb § 850d ZPO oder sowas erwähnen können, Frage wurde obendrein unvollständig beantwortet aber Alles in Allem eine kleine Übersicht, musste im Endeffekt trotzdem alles Nachschlagen ... ...
FRAGESTELLER