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Fristlose Kündigung durch Arbeitnehmer - Arbeitgeber behält letzten Lohn ein

10.05.2008 13:58 |
Preis: ***,00 € |

Arbeitsrecht


Hallo,
ich habe bis vor kurzem einen sehr zeitaufwendigen Minijob ausgeübt, zu dem es keinen Arbeitsvertrag gibt.
ich habe auf einem Hof geholfen und Kühe gemolken ,Ställe gemistet und die Tiere hin und her getrieben . Da hier Tiere im Spiel sind war meine Arbeitszeit natürlich sehr variabel und überstieg oft die vereinbarte Stundenzahl. Auch am Wochenende und an Feiertagen müssen die Tiere versorgt sein und es blieb mir deshalb sehr wenig Freizeit . Jetzt habe ich ein erheblich besseres Angebot bekommen was allerdings sofort anzutreten war .
Ich habe diese Gelegenheit genutzt und auf dem Hof telefonisch fristlos gekündigt . Ich weis das das eigentlich nicht in Ordnung ist , aber jetzt zu meiner Frage . Mein alter Arbeitgeber hat natürlich meinen letzten Arbeitslohn eines ganzen Monats (400 Euro ) einbehalten . Ich hätte noch Anspruch auf Urlaub gehabt und musste bisher hinter geleisteten Überstunden oft nachfragen wann der Ausgleich dafür kommt .
Wie kann ich mich wenigstens jetzt richtig verhalten und besteht noch die Möglichkeit diese 400 Euro zu bekommen ?
MfG Lupo

Sehr geehrter Fragesteller/in,

vorweg möchte ich Sie darauf hinweisen, dass diese Plattform eine ausführliche und persönliche Rechtsberatung nicht ersetzten kann, sondern ausschließlich den Zweck hat, eine erste überschlägige Einschätzung Ihres Rechtsproblems auf Grundlage der von Ihnen übermittelten Informationen von einem Rechtsanwalt zu erhalten.

Nun zu Ihrer Frage, welche ich unter Berücksichtigung Ihres Einsatzes wie folgt beantworte:

Auch für eine geringfügige Beschäftigung (Minijob) gelten die folgenden Ausführungen:

Grundsätzlich kann ein Arbeitsvertrag auch mündlich abgeschlossen werden und bedarf nicht der Schriftform. Insoweit gelten für eine ordentliche Kündigung die gesetzlichen Kündigungsfristen:

§ 622 I BGB

(1) Das Arbeitsverhältnis eines Arbeiters oder eines Angestellten (Arbeitnehmers) kann mit einer Frist von vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats gekündigt werden.

Ferner bedarf eine Kündigung immer der Schriftform, vgl. § 623 BGB.

Eine fristlose Kündigung hingegen, ist nur möglich, wenn ein sog. wichtiger Grund vorliegt. Allerdings sind daran besonders hohe Anforderungen bzw. Maßstäbe gesetzt. Dieser liegt beispielsweise dann vor, wenn für Sie ein Abwarten der ordentlichen Kündigungsfrist unzumutbar ist. Ein besseres Arbeitsangebot wird in keinem Fall als außerordentlicher Kündigungsgrund anerkannt.

Wenn sie, ohne einen wichtigen Kündigungsgrund, das Arbeitsverhältnis beenden und nicht mehr Ihre Arbeitsleistung zur Verfügung stellen, besteht die Gefahr, dass Sie sich gegenüber Ihrem „alten“ Arbeitgeber schadensersatzpflichtig machen könnten. Dies setzt allerdings voraus, dass Ihrem Arbeitgeber durch Ihre fehlende Arbeitsleistung ein Schaden entstanden ist. In Betracht könnten hier das kurzfristige Einstellen einer eventuell notwendigen Ersatzkraft zu einem höheren Stundenlohn, sowie etwaige Umsatzeinbußen kommen. Dabei muss jedoch Ihr einbehaltener Lohn zum Abzug gebracht werden.

Insoweit könnte Ihr Arbeitgeber Ihre 400 Euro einbehalten. Allerdings hat der Arbeitgeber dann diesen Schaden zu beweisen.

Ihnen ist daher zu raten, so schnell wie möglich, mit Ihrem früheren Arbeitgeber einen Aufhebungsvertrag zu schließen. In diesem können Sie auch Ihre eventuellen Urlaubsansprüche regeln und unabhängig von der gesetzlichen Kündigungsfrist ein Ende des Arbeitsverhältnisses vereinbaren.

Ich hoffe Ihnen weiter geholfen zu haben und stehe Ihnen gerne im Rahmen der kostenlosen Nachfragefunktion, zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen
André Neumann
Rechtsanwalt

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